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Alberta-Referendum: Rund 76 Prozent stimmen für den Verbleib in Kanada

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Das Parlamentsgebäude der Provinz Alberta in Edmonton mit Kuppel und Springbrunnen
Foto:©Unsplash/Darin Wicentowich

Die kanadische Provinz Alberta hat sich in einem Referendum klar gegen den Weg zu einer Abspaltung entschieden. Nach vorläufigen Ergebnissen stimmten rund 76 Prozent für den Verbleib in Kanada. Was das Votum bedeutet und welche Fragen noch ausgezählt werden.

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Deutliches Votum für Kanada

Alberta bleibt eine Provinz Kanadas. Beim Referendum am 19. Oktober haben sich die Wählerinnen und Wähler der westkanadischen Provinz mit großer Mehrheit gegen den Einstieg in einen Abspaltungsprozess ausgesprochen. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Wahlbehörde Elections Alberta, ausgewertet mit 3.655 von 5.586 Wahllokalen, entfielen 75,8 Prozent der Stimmen auf den Verbleib in Kanada und 24,2 Prozent auf die Gegenoption.

In absoluten Zahlen lag die Option für Kanada zu diesem Zeitpunkt bei 1.221.243 Stimmen, die Option für einen Abspaltungsprozess bei 390.406 Stimmen. Der Vorsprung betrug damit mehr als 830.000 Stimmen. Die Ergebnisse gelten bis zur offiziellen Feststellung als vorläufig.

Worüber abgestimmt wurde

Die entscheidende Frage lautete, ob Alberta eine Provinz Kanadas bleiben oder ob die Provinzregierung den rechtlichen Prozess für ein späteres, verbindliches Referendum über einen Austritt aus Kanada einleiten soll. Ein Sieg der zweiten Option hätte Alberta also nicht unmittelbar aus Kanada herausgelöst, sondern nur den Weg zu einer weiteren Abstimmung geöffnet. Rechtlich bindend war das Votum für die Regierung nicht.

Die Abspaltungsfrage war die zehnte von insgesamt zehn Fragen auf dem Stimmzettel und wurde als erste ausgezählt. Alle Stimmen müssen per Hand gezählt werden, Elections Alberta setzte dafür mehr als 48.000 Helferinnen und Helfer ein. Schon vor dem Wahltag wurden mehr als 1,35 Millionen Stimmen vorab oder per Briefwahl abgegeben, bei der Provinzwahl 2023 waren es in diesen Kategorien rund 810.000.

Reaktionen aus Edmonton und Ottawa

Premierministerin Danielle Smith, die selbst für den Verbleib gestimmt hatte, bedankte sich bei der Bevölkerung. Die Menschen in Alberta hätten „für ein stärkeres Alberta in einem geeinten Kanada“ gestimmt, erklärte sie. Smith hatte zuvor zugesagt, dass eine einfache Mehrheit entscheiden und es in der restlichen Amtszeit ihrer Regierung kein weiteres Referendum zu dieser Frage geben werde.

Kanadas Premierminister Mark Carney sagte, die Menschen in Alberta hätten sich für Einheit entschieden, dafür, gemeinsam aufzubauen und füreinander zu sorgen. Der Oppositionsführer in Alberta, Naheed Nenshi von der NDP, schrieb: „Wir haben Kanada gerettet. Jetzt retten wir Alberta.“ Jeffrey Rath, Mitgründer der Unabhängigkeitsgruppe Alberta Prosperity Project, kündigte dagegen an, seine Bewegung werde nicht verschwinden.

Wie es zu der Abstimmung kam

Auslöser waren konkurrierende Bürgerinitiativen. Die Kampagne Forever Canadian rund um den früheren stellvertretenden Premier Thomas Lukaszuk sammelte Unterschriften für eine Abstimmung über den Verbleib in Kanada, Elections Alberta bestätigte im Dezember 2025 mehr als 400.000 gültige Unterschriften. Eine Petition der Abspaltungsbefürworter wurde im Mai 2026 vom Court of King's Bench gekippt, weil indigene Gemeinschaften nicht ausreichend konsultiert worden seien.

Am 21. Mai 2026 kündigte Smith daraufhin an, im Herbst eine eigene Frage zu Verbleib oder Abspaltung zur Abstimmung zu stellen. Umfragen hatten über den Sommer stabile Mehrheiten für den Verbleib gezeigt, zuletzt meist zwischen 60 und 74 Prozent.

Neun weitere Fragen noch offen

Die Ergebnisse der übrigen neun Fragen werden bis Mittwoch erwartet. Dabei geht es unter anderem um mehr Mitsprache der Provinz bei der Einwanderung, um Gebühren für Menschen ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus bei Gesundheit und Bildung, um die Abschaffung des kanadischen Senats und um das Recht der Provinzen, aus Bundesprogrammen auszusteigen, ohne die zugehörigen Mittel zu verlieren.

Smith will mit Zustimmung zu diesen Fragen ein Mandat für Verhandlungen mit der Bundesregierung in Ottawa erhalten. Für Dienstagabend Ortszeit hat sie eine Ansprache an die Bevölkerung angekündigt.

Quellen: Elections Alberta (vorläufige Ergebnisse), Court of King's Bench of Alberta

Weitere Quelle: Global News, Poliwave

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