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Irgendwie muss es eine telepathische Verbindung zwischen irgendeiner finsteren Ecke von Detroit, in der aber ein feines Soulstudio beheimatet ist, und der steirischen Hauptstadt geben. Denn ansonsten ist es kaum erklärbar, wie David Sladek mit seinem Trio derart authentisch und dennoch frisch klingende Soulmusic hervorzaubern kann. Bester Beweis ist das im Herbst veröffentlichte Album "Things Gotta Change", dessen Songs Sladek im Porgy allesamt spielten - und wie: fantastisch grooviger Sound, Frontman und Gitarrist David Sladek stimmlich überzeugend - häufig souverän im Falsett -, und die Lieder allesamt grandios, von bluesig wie beim Album-Titelsong über voll entspannt ("Wait For Me"") bis hin zu ziemlich Funkigem und Uptempo-Krachern (etwa "Here To Stay").
Aber auch Sladek-Songs, die nicht auf dem Album sind, können sich live hören lassen: allen voran "Loveless" - der Titelsong einer EP aus 2024 - und "Play To Win". Beeindruckend auch der einzige Cover der Band im Porgy, Bob Marleys "Waiting In Vain" - in der Sladek-Version natürlich nur mehr mit Reggae-Spurenelementen, dafür umso mehr Groove.
Sladek, das sind David Sladek, Bassist Alvis Reid und Drummer Raphael Vorraber. Auf der Bühne hat sich die Band Verstärkung geholt: Keyboarderin Taineh und Percussionist Mathias Garmusch. In dieser Formation geht es nach dem tollen Tourstart in Wien in einer Woche ab nach München, dann nach Erfurt, London, Köln und Berlin. Weitere Österreich-Termine sind derzeit noch nicht fixiert - aber zusätzliche Konzerte "werden angekündigt", verspricht die Sladek-Homepage. Diese Mini-Tour könnte für Sladek ein erfolgreicher "Ausbruch" aus der "Nische" sein. Dann hätte der David (Sladek) den Kampf gegen die Music Business-Goliaths gewonnen - sehr zum Wohl der Soulfans.
(Von Werner Müllner/APA)