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Die monegassischen Royals

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Charlene und Albert von Monaco

Charlene und Albert von Monaco

©IMAGO / Insidefoto
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Den reichen Kleinstaat am Mittelmeer krönt noch in diesem Jahr ein ganz besonderes Ereignis: Fürst Albert und Charlene von Monaco erwarten knapp drei Jahre nach ihrer Hochzeit Nachwuchs. Damit verliert Alberts Schwester Caroline ihren Platz an erster Stelle der Thronfolge der 700 Jahre alten Grimaldi-Dynastie.

Fürst Albert II., am 14. März 1958 geboren, ist nicht nur Fürst von Monaco, sondern hat viele weitere Titel, darunter Herzog von Valentinois, Marquis von Baux, Graf von Carlades, Baron von Buis, Gutsherr von Saint-Remy, Sire de Matignon. Der 56-Jährige ist sportlich. Fünfmal nahm er für sein Land als Bobfahrer an den Olympischen Spielen teil. Mehr als Platz 25 im Zweierbob war allerdings nie drin.

Sein Vater Rainier III. band ihn seit Ende der 80er-Jahre immer mehr in die Verwaltung des zweitkleinsten unabhängigen Staates der Welt ein. So reiste Albert regelmäßig zur UNO-Vollversammlung. Er vertrat sein Land auch, als es 2004 in den Europarat aufgenommen wurde. Wenige Monate später starb Rainier, und Albert musste die Amtsgeschäfte ganz übernehmen.

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Alberts Eltern Grace und Rainier im Jahre 1966

© Getty/Cover/Gianni Ferrari

Der ewige Junggeselle

Es war für ihn der Moment, unter sein bis dahin eher flatterhaftes Privatleben einen Schlussstrich zu ziehen. Er erkannte offiziell zwei Kinder an, die er mit zwei früheren Freundinnen gezeugt hatte. Sie gelten allerdings nicht als Thronfolger, da sie nicht aus einer katholischen Ehe hervorgegangen sind. In Monaco ist der Katholizismus Staatsreligion.

Der neue Fürst schrieb sich den Umweltschutz auf die Fahnen und unternahm knapp ein Jahr nach der Übernahme der Amtsgeschäfte eine Expedition an den Nordpol, um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Als er es 2009 auch noch bis zum Südpol schaffte, hatte er sämtliche Kontinente inklusive beider Pole besucht.

Verlorene Grazie des Steuerparadieses

Großzügige Finanzkonditionen - Privatleute zahlen in der Regel weder Erbschafts- noch Einkommenssteuer - prägten seinen Ruf als Steuerparadies der Superreichen. Albert II. versucht seit seinem Amtsantritt 2005, dieses Image zu ändern. Fast drei Jahrzehnte nach dem Unfalltod seiner Mutter Gracia Patricia (1929-1982), der glamourösen Hollywoodschauspielerin Grace Kelly ("Über den Dächern von Nizza", "Das Fenster zum Hof") hoffte Albert, mit seiner von Millionen Menschen bestaunten Märchenhochzeit an alte Glanzzeiten anzuknüpfen.

Steife Traumhochzeit

So feierten Fürst Albert von Monaco und Charlene mit viel Pomp und Promis ihre kirchliche Hochzeit am 3. Juli 2011. Der 53 Jahre alte Fürst und seine 20 Jahre jüngere Braut sagten bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel "Ja". Dabei waren der Hochadel und der internationale Jet Set. Nach der Zeremonie flossen bei der neuen Fürstin die Tränen. Bei der eineinhalbstündigen katholischen Messe, die Erzbischof Bernard Barsi leitete, saßen Alberts Schwestern Caroline und Stephanie in der ersten Reihe.

Die Liebesdramen der Monegassen

Die Suche nach dem privaten Glück im Hause Grimaldi war bisher oft schwer. Alberts Mutter, Gracia Patricia, starb 1982 bei einem Autounfall. Die als Hollywood-Star für "Über den Dächern von Nizza" weltbekannte Fürstin heiratete 1956 den monegassischen Fürsten Rainier III. Die innere Zerrissenheit, Hollywood für die Rolle als Fürstin von Monaco hinter sich lassen zu müssen, behandelte in diesem Jahr der Film "Grace of Monaco". Monacos First Lady brachte nach Prinzessin Caroline den Erbprinz Albert und Prinzessin Stephanie zur Welt. Sie starb 1982 bei einem Autounfall.

Caroline war 21, als sie gegen den Willen ihres Vaters, Fürst Rainier, Philippe Junot heiratete. Die Ehe mit dem 17 Jahre älteren Versicherungskaufmann und Playboy hielt nur zwei Jahre. Im Oktober 1980 wurde das ungleiche Paar geschieden. 1983 heiratete die Prinzessin erneut. Diesmal den drei Jahre jüngeren Industriellen Stefano Casiraghi aus Italien - jedoch nur standesamtlich. Erst Jahre später entschied die katholische Kirche, die vorherige Ehe mit Junot zu annullieren.

Endlich schien Caroline, heute 54, das Schicksal gewogen. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Andrea, Charlotte und Pierre. Doch das Glück war nicht von Dauer. Im Oktober 1990 verunglückte Casiraghi bei der Rennboot-Weltmeisterschaft vor der Küste Monacos. Im Jänner 1999 heiratete Prinzessin Caroline Ernst August Prinz von Hannover und führt fortan den Titel "Königliche Hoheit". Im Juli 1999 kam die gemeinsame Tochter Alexandra zur Welt.

Stephanie, heute 46, machte einst vor allem mit der Wahl unstandesgemäßer Männer Schlagzeilen. 1995 heiratete sie ihren damaligen Leibwächter Daniel Ducruet. Aus der Ehe stammen die Kinder Louis und Pauline. Nur ein Jahr später ließ sich Stephanie scheiden. Grund: Bilder, die ihren Mann beim Flirt mit einer Stripperin zeigten. Danach kam Tochter Camille zur Welt, ihr Vater ist der Bodyguard Jean-Raymond Gottlieb.

1999 lernte Stephanie den Schweizer Zirkusdirektor Franco Knie kennen. Auch diese Liaison ging in die Brüche. Danach folgten weitere Beziehungen. 2003 heiratete sie den rund zehn Jahre jüngeren Zirkuskünstler Adans Lopez Peres, von dem sie im November 2004 wieder geschieden wurde.

Anfangs schien es so, also ob Alberts Ehe ebenfalls unter keinem besseren Stern steht. Wenige Tage vor der Hochzeit mit Charlene hatten noch Gerüchte die Runde gemacht, wonach die Fürstin überstürzt aus dem Palast geflohen sei - angeblich aus Wut über eine Enthüllung aus dem Privatleben ihres Verlobten, dem ein erneuter Vaterschaftstest ins Haus stand. Das Fürstenhaus räumte daraufhin "einen kleinen Streit" ein, doch die Ehe blieb bestehen. Jahre später soll sie laut Aussagen von Palastangestellten dann eine großzügige Abfindung für den Fall ausgehandelt haben, dass sie sich nach der Geburt eines Thronfolgers von Albert scheiden lassen will. Gerüchten über ein angebliches Kriseln ihrer Ehe mit Fürst Albert II. tritt Charlene energisch entgegen: "Albert und ich sind sehr glücklich, alles ist gut und wird gut bleiben." Die Schwangerschaft soll nun das Glück der beiden vollkommen machen.

Die Erbfolge im Fürstentum Monaco

Drei Jahre vor seinem Tod 2005 hat Fürst Rainier III. eine Verfassungsbestimmung geändert, der zufolge Monaco nach dem Tod eines Fürsten ohne Nachkommen an Frankreich zurückgefallen wäre. Seitdem gilt: Falls Rainiers Sohn und Nachfolger, Albert II. (55), kinderlos stirbt, können auch seine Schwestern oder deren Kinder den Thron besteigen. Unverändert blieb die Regel, dass männliche Nachkommen den Vorrang vor Töchtern haben.

Mit der Geburt von Albert und Charlenes Kind Ende des Jahres verliert Alberts Schwester, Prinzessin Caroline (56) Rang eins der Thronfolge. Die beiden von Albert anerkannten unehelichen Kinder aus früheren Beziehungen sind von der Thronfolge ausgeschlossen. Nach Caroline folgen deren Söhne Andrea und Pierre sowie die Töchter Charlotte und Alexandra. Erst dann wäre Prinzessin Stephanie von Monaco (48) an der Reihe, die drei Kinder hat (Louis, Pauline, Camille).

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