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Amelia Earhart: Das vermutete Flugzeugwrack auf Nikumaroro entpuppt sich als Baumreste

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Ein Fleck auf einem Satellitenbild hatte Hoffnung geweckt, das Flugzeug von Amelia Earhart sei gefunden. Eine Expedition hat das sogenannte Taraia-Objekt auf dem Pazifik-Atoll Nikumaroro nun untersucht. Es war kein Wrack, sondern eine Ansammlung angeschwemmter Bäume.

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Baumreste statt Flugzeugteile

Die Suche nach dem Flugzeug von Amelia Earhart hat einen Rückschlag erlitten. Eine Expedition auf das Atoll Nikumaroro im Pazifikstaat Kiribati fand keine schlüssigen Belege dafür, dass Wrackteile ihrer Lockheed Electra 10-E in der Lagune der Insel liegen. Das teilten die Purdue University, die Purdue Research Foundation und das Archaeological Legacy Institute am 18. Oktober mit.

Das sogenannte Taraia-Objekt, ein auffälliger Umriss auf Satellitenbildern aus dem Jahr 2020, war nach Einschätzung des Teams höchstwahrscheinlich eine Ansammlung großer Bäume, die auf einer Sandbank der Taraia-Halbinsel abgelagert worden waren. Als die Forschenden eintrafen, war das meiste davon zerfallen und weggespült. Übrig war nur ein Y-förmiges Stück, viel kleiner als der Umriss auf den Bildern.

Warum das Objekt metallisch wirkte

Dass das Objekt auf den Aufnahmen glänzte, hatte eine natürliche Ursache. Die Oberfläche des Holzstücks war mit einer harten Kalkschicht überzogen, ähnlich wie andere Gegenstände in der Lagune, die von verfestigtem Korallensand umhüllt waren. Auf Luftbildern war der Umriss laut dem Team schon ab 1938 an derselben Stelle zu sehen, was ihn für die Suche besonders interessant gemacht hatte.

„Wir haben unser Ziel erreicht, herauszufinden, was das Taraia-Objekt war“, sagte Expeditionsleiter Richard Pettigrew vom Archaeological Legacy Institute. Steve Schultz, Chefjurist der Purdue University und Mitglied des Teams, betonte: „Wir sind aufgebrochen, um eine Hypothese zu prüfen, nicht um ein bestimmtes Ergebnis zu garantieren, und wir sind den Belegen bis zum Ende gefolgt.“

So lief die Expedition

Das 17-köpfige Team, darunter drei Vertreter aus Kiribati, brach am 6. Oktober von Tarawa auf und erreichte die abgelegene Insel nach fünf Tagen auf See. Wegen des Wetters dauerte die Reise länger als geplant. Insgesamt verbrachte die Gruppe sieben Tage bei der Insel, vier davon an Land.

Unter Wasser suchten die Forschenden mit einem Magnetometer nach eisenhaltigem Metall und mit Seitensichtsonar nach Objekten im Sediment der Lagune. Dabei stießen sie nahe der Taraia-Halbinsel auf ein rund 76 Zentimeter langes Stahlrohr. Ob es mit Earhart zu tun hat, ist offen. Das Rohr und weitere geborgene Fundstücke sollen nun untersucht werden.

Die Castaway-Hypothese bleibt

Earhart und ihr Navigator Fred Noonan verschwanden im Juli 1937 bei ihrem Versuch, die Welt zu umrunden. Ihr Ziel war die kleine Howland-Insel, rund 640 Kilometer nordwestlich von Nikumaroro. Die sogenannte Castaway-Hypothese geht davon aus, dass die beiden auf dem Riff von Nikumaroro landeten und dort strandeten, statt ins Meer zu stürzen.

An dieser Annahme hält das Team ausdrücklich fest. Die Purdue University hat eine besondere Verbindung zu Earhart: Sie arbeitete in den 1930er-Jahren als Beraterin an der Universität, die Purdue Research Foundation half bei der Finanzierung ihrer Electra. Die Suche werde fortgesetzt, kündigte Schultz an. Earhart sei weitergeflogen, und das Team werde weitersuchen.

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