Der Restaurantguide Gault&Millau hat seine Bewertungen für 2027 vorgestellt. Philip Rachinger aus dem Mühlviertel ist der Koch des Jahres, die Brüder Obauer werden für ihr Lebenswerk geehrt und schließen ihr Restaurant in Werfen. Die wichtigsten Auszeichnungen im Überblick.
Philip Rachinger an der Spitze
Der Gault&Millau 2027 hat einen neuen Koch des Jahres: Philip Rachinger vom Restaurant Ois im oberösterreichischen Neufelden. Der Guide hat seine Bewertungen am Montagabend in Wien präsentiert. Die Auszeichnung trägt heuer erstmals den Namen Chef of the Year.
Rachinger führt den Familienbetrieb Mühltalhof in sechster Generation. Das Ois hat nur fünf Tische und serviert ein Überraschungsmenü, dessen Reihenfolge die Gäste vorab nicht kennen. Der Guide bewertet das Restaurant mit 18,5 von 20 Punkten und vier Hauben. Ausgebildet wurde Rachinger unter anderem im Wiener Steirereck und bei Pierre Gagnaire in London.
Auszeichnung auch für das Wirtshaus
Gewürdigt wird nicht nur seine Küche. Der Guide hebt auch Rachingers Einsatz für die Wirtshauskultur hervor. Mit seinem Projekt Wirtshausroas holt er internationale Köchinnen, Köche und Winzer in leer stehende Dorfgasthäuser. In Neufelden hat er außerdem den Braugasthof Hopfen und Schmalz wiederbelebt.
Das Thema zieht sich durch die Liste der Preisträger. Wirtshaus des Jahres ist das Landgasthaus Reif in Alkoven, Wiener Wirtshaus des Jahres das UBL. Gastronom des Jahres wurde Toni Mörwald.
Abschied der Obauers
Ein Ehrenpreis für das Lebenswerk ging an Karl und Rudi Obauer. Die Brüder schließen ihr Restaurant im Salzburger Werfen am 26. Oktober, nach Jahrzehnten unter den höchstbewerteten Adressen des Landes. Mit der Schließung sinkt die Zahl der Restaurants mit fünf Hauben und 19 Punkten von neun auf acht.
Die Höchstwertung tragen nun Amador, Konstantin Filippou, Silvio Nickol Gourmet Restaurant und Steirereck im Stadtpark in Wien, Döllerer in Golling und Ikarus in Salzburg, das Landhaus Bacher in Mautern sowie die Stüva in Ischgl.
Mehr Restaurants mit vier Hauben
In der Kategorie darunter wächst die Spitze deutlich: 97 Restaurants haben vier Hauben, nach 82 im Vorjahr. Aufsteiger des Jahres ist das St. Peter Stiftskulinarium in Salzburg, das von 13 auf 15,5 Punkte und drei Hauben klettert.
Weitere Preise gingen an Nina Fink vom Gasthaus Haberl und Fink's Delikatessen als Sommelière des Jahres, an Janina Trogisch vom Tannenhof in St. Anton am Arlberg als Patissière des Jahres und an Larissa Andres, Gastgeberin im Jola und Lara in Wien, für den Service. Newcomerin des Jahres ist Noemi Zagoni. Im Weinguide ist Dorli Muhr das Weingut des Jahres, erstmals bewertet der Guide auch alkoholfreie Weinalternativen.
Weitere Quelle: gast.at, Gastroportal
