ABO

Vitamin-D-Mangel – das stille Volksproblem im Winter

In Kooperation mit Biogena
Subressort
Aktualisiert
Artikelbild

©GettyImages/Yana Iskayeva

Kaum ein Nährstoff ist so gut erforscht – und gleichzeitig so unterschätzt – wie Vitamin D.

Steckbrief

Albert Schmidbauer

Gründer von BIOGENA, Gesundheitsunternehmer

Österreich liegt zwischen dem 46. und 49. Breitengrad. Das bedeutet: Von Oktober bis März reicht die UVB-Strahlung nicht aus, um ausreichend Vitamin D über die Haut zu bilden. In diesen Monaten leben wir von unseren Speichern – oder von dem, was wir zuführen.

Wie groß das Defizit ist, zeigen nationale Erhebungen. Der Österreichische Ernährungsbericht weist darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung unzureichende Vitamin-D-Spiegel aufweist.

Auch die von uns initiierte Biogena Good Health Study mit 1.377 Österreicherinnen und Österreichern bestätigt dieses Bild: Rund 50 Prozent lagen unter 50 nmol/l – also im Bereich eines leichten bis deutlichen Mangels. Nur etwa 9 Prozent erreichten Werte zwischen 100 und 150 nmol/l – jenen Bereich, den wir aus präventiver Sicht als optimal definieren.

Besonders interessant waren die Zusammenhänge mit der subjektiven Gesundheit. Personen im optimalen Bereich zeigten erheblich bessere Werte in zentralen Parametern. Konkret fanden wir:

  • ein um 29 Prozent besserer Herzschutz. Zur Risikoabschätzung wurde der sogenannte ASCVD-Index heran gezogen

  • mehr Lebensfreude (+11,4 %)

  • weniger Angst und Stress (–25 %)

  • und 11,6 Prozent weniger Durchschlafprobleme

Natürlich ist eine Beobachtungsstudie kein Beweis für Kausalität. Aber sie zeigt klar: Der Vitamin-D-Status korreliert mit relevanten Gesundheitsdimensionen.

Auch internationale Daten untermauern die Bedeutung. Eine große Meta-Analyse im British Medical Journal zeigte, dass Vitamin-D-Supplementierung das Risiko für akute Atemwegsinfekte signifikant senken kann – besonders bei niedrigen Ausgangswerten.

Vitamin D ist also weit mehr als ein „Knochenvitamin“. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt seine Rolle für Immunsystem, Muskelfunktion und Knochenerhalt.

Und dennoch wird häufig nur gemessen, wenn Beschwerden auftreten. Viele Labore definieren 50 nmol/l als „ausreichend“. Doch „nicht mangelhaft“ ist nicht automatisch optimal. Zahlreiche Expertengremien sehen 75 bis 125 nmol/l als sinnvollen Zielbereich.

Hier beginnt Prävention: beim Messen.

Natürlich kann der Staat informieren. Aber auch Unternehmen sollten Verantwortung übernehmen. Winterliche Krankenstände sind teuer. Ein stabiler Vitamin-D-Status ist kein Allheilmittel – aber ein biologischer Basisfaktor, der in unseren Breitengraden saisonal limitiert ist.

Und letztlich liegt die Entscheidung bei jedem Einzelnen.

Österreich kann auch im Winter gesund bleiben. Aber nur, wenn wir Defizite erkennen – bevor sie sich auswirken.

Good Health
Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER