von
Eine pflanzenbasierte Ernährung gilt heutzutage als zentrale Empfehlung für Gesundheit und ökologische Nachhaltigkeit. Doch gerade pflanzliche Milchprodukte seien keinesfalls ernährungsphysiologisch einheitlich. "Unsere Analyse zeigt, dass sich pflanzliche Milchalternativen je nach Rohstoff deutlich in ihren Nährwerten unterscheiden", erklärte Studienkoordinator und Ernährungswissenschafter Bastian Preissler.
Im Milchalternativen-Check seien besonders Produkte auf Kokosbasis ungünstig aufgefallen: Nur zwölf Prozent erfüllen laut SIPCAN die Kriterien für Zucker- und Fettgehalt sowie den Verzicht auf Süßungsmittel. Beim Zuckergehalt liegen sie mit durchschnittlich 7,1 Gramm über dem Grenzwert von 6,7 Gramm pro 100 Gramm bzw. Milliliter. Auch beim Fett überschreiten sie mit durchschnittlich 6,5 Gramm die vorgegebenen 4,2 Gramm pro 100 Gramm bzw. Milliliter.
"Kokosbasierte Milchalternativen enthalten häufig vergleichsweise viel Fett und schneiden deshalb in unserer Analyse schlechter ab", erklärte SIPCAN-Vorstand und Internist Friedrich Hoppichler. "Zusätzlich weist Kokosfett eine ungünstige Fettzusammensetzung auf: Es enthält einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, während ungesättigte Fettsäuren – die für die Herz-Kreislauf-Gesundheit besonders relevant sind – deutlich geringer vertreten sind."
Milchalternativen auf Basis von Hafer und Mandeln erzielten im Vergleich zu Kokos ein besseres Ergebnis. Bei beiden Rohstoffen erfüllten jeweils rund 85 Prozent der Produkte alle SIPCAN-Kriterien. Der Zuckergehalt liege im Schnitt bei Hafer- bei 4,3 Gramm und bei Mandelprodukten bei 2,1 Gramm pro 100 Gramm bzw. Milliliter. Milchalternativen auf Haferbasis enthalten 1,9 Gramm Fett und jene auf Mandelbasis 2,1 Gramm. Damit liegen der mittlere Zucker- und Fettgehalt jeweils unter den vorgegebenen Grenzwerten. Unterschiede zeigen sich auch beim Vergleich von Milchalternativen zum Trinken und Löffeln: Rund 90 Prozent von Trinkprodukten erfüllen die Kriterien, bei Löffelprodukten nur etwa 25 Prozent.
INFO: Wer wissen möchte, wie das eigene Lieblingsprodukt abschneidet, findet alle Kriterien und Ergebnisse in der frei zugänglichen Online-Datenbank unter www.sipcan.at/milchalternativen-check
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/PFARRHOFER/Themenbild/HERBERT PFARRHOFER






