von
"Längst überholt ist die im Internet immer wieder zu findende Aussage, dass eine Hochzeit Kosten von um die 13.000 Euro verursacht", sagt Melanie Goldberg von der "marry me – Hochzeitsagentur" in Hamburg. Denn so pauschal lässt sich das nicht sagen. Schließlich hängt das ganz von der Zahl der Gäste und den eigenen Wünschen ab - etwa in welchem Rahmen man feiern möchte.
"Man sollte sich frühzeitig, etwa ein Jahr vorher, zu zweit überlegen, welche Elemente einem bei der eigenen Hochzeit wichtig sind und was verzichtbar ist", sagt Nicole Straßen vom Hochzeitsportal24. Inspirationen könne man sich dadurch holen, dass man andere erlebte Hochzeitsfeiern gedanklich durchgeht und festhält, welche Elemente einem so sehr gefallen haben, dass man diese auch beim eigenen Fest haben möchte.
Im nächsten Schritt heißt es: Angebote einholen und Preise vergleichen. "Manche Dinge sind preislich schwer zu kalkulieren", sagt Melanie Goldberg. So liege die Preisspanne für ein Brautkleid zwischen 200 Euro und 2.000 Euro, wobei es nach oben hin preislich keine Grenzen gibt. Dasselbe gilt für das Outfit des Bräutigams. Hochzeitsanzüge seien ab ein paar hundert Euro aufwärts zu haben.
Und dann kommen die Kosten für die Hochzeitsfeier mit Angehörigen und Freunden. Eine Hochzeit im Frühjahr oder Sommer kann man kostengünstig im Garten feiern. Auch Vereinsheime oder Gemeindesäle bieten sich als vergleichsweise preiswerte Alternativen etwa zu edlen Restaurants an.
Um eine Idee zu bekommen, was finanziell auf einen zukommen kann, haben die Expertinnen drei Beispiele konkret durchgerechnet.
Beispiel 1: Angenommen, das Budget für die Hochzeit ist schmal. Es soll lediglich eine standesamtliche Trauung und anschließend eine kleine Feier im engsten Familienkreis zu Hause stattfinden - mit viel eigenem Zutun beim Essen, etwa einem Buffet, das die Freunde gemeinsam stellen.
So hoch sollte das Budget sein: Bei einer Gästezahl von zwölf Personen (einschließlich Hochzeitspaar) sollte das Budget laut Nicole Straßen bei einem Mindestbetrag von ungefähr 3.000 Euro liegen.
Und so sieht die Kalkulation im Detail aus (alles Mindestpreisangaben): Gebühren und Unterlagen fürs Standesamt (100 Euro), Brautstrauß (50 Euro), Outfit Braut (200 Euro), Outfit Bräutigam (150 Euro), Blumendeko (100 Euro), Sektempfang/Snacks (15 Euro pro Person), Essen/Kuchen (25 Euro pro Person), Tischdeko (50 Euro), Eheringe (500 Euro), Save-the-Date- & Einladungskarten (100 Euro), Umschläge/Porto für Einladungs-/Dankeskarten (30 Euro), Standesamt-Shooting (500 Euro), Dankesgeschenke für Helfer (50 Euro) sowie Kosten für Namensänderungen (100 Euro) - macht in Summe bei diesem Beispiel 2.410 Euro. "In dem Budget von 3.000 Euro ist bereits ein Puffer von rund zehn Prozent für unvorhersehbare Ausgaben eingeplant", so Straßen.
Melanie Goldberg hat diese Faustformel: Bei einer Hochzeit mit schmalem Budget sollte man pro Person zwischen 200 Euro und 250 Euro einplanen. Ergibt also bei zwölf Personen einen Endbetrag von 2.400 Euro beziehungsweise 3.000 Euro. In dieser Gesamtsumme sind sämtliche Kosten - also auch für Outfits, Standesamt & Co. - enthalten.
Beispiel 2: Angenommen, es ist eine standesamtliche sowie eine kirchliche oder freie Trauung geplant. Anschließend soll es eine kleinere Hochzeitsfeier mit angemieteten Räumlichkeiten und viel eigenem Zutun bei Dekoration, Musik, Essen und Trinken geben.
So hoch sollte das Budget sein: Bei einer Gästezahl von acht Personen (einschließlich Hochzeitspaar) bei der standesamtlichen Trauung mit anschließendem Sektempfang und 25 Personen bei der kirchlichen/freien Trauung mit anschließender Hochzeitsfeier sollte das Budget laut Nicole Straßen bei einem Mindestbetrag von ungefähr 9.000 Euro liegen.
Und so sieht die Kalkulation im Detail aus (alles Mindestpreisangaben): Brautkleid plus Accessoires (760 Euro), Brautfrisur und Make-up (200 Euro), Brautstrauß (80 Euro), Outfit des Bräutigams (390 Euro), Gebühren fürs Standesamt plus Brautstrauß (150 Euro), Sektempfang/Essen/Kuchen/Getränke nach standesamtlicher Trauung (15 Euro pro Person); für die kirchliche Trauung: Spende für die Kirche (100 Euro), Blumendekoration (150 Euro), Ringkissen (15 Euro), Hochzeitskerze (20 Euro), Kirchenheft/Trauheft (50 Euro), Sektempfang/Snacks nach kirchlicher Trauung (10 Euro pro Person), Antennenschleifen fürs Auto (20 Euro), Miete für Location (1.000 Euro), Menü oder Buffet (25 Euro pro Person), Getränke (20 Euro pro Person), Hochzeitstorte (3 Euro pro Person), Mitternachtssnack (5 Euro pro Person), Musik/DJ + Technik (500 Euro), Dekoration wie Blumen und Kerzen (250 Euro), Tischkarten (1 Euro pro Person), Menükarten (50 Euro), Gastgeschenke (1 Euro pro Gast), Eheringe (500 Euro), Einladungskarten (100 Euro), Danksagungskarten (100 Euro), Umschläge/Porto (30 Euro), Fotograf (1.500 Euro), Dankesgeschenke für Helfer (300 Euro), Kosten für Namensänderungen (100 Euro) - macht in Summe 8.108 Euro, zuzüglich des Zehn-Prozent-Puffers für unvorhersehbare Kosten wären es rund 8.920 Euro.
Melanie Goldberg hat diese Faustformel für eine Hochzeit im genannten Rahmen: 360 Euro bis 500 Euro pro Person einplanen - die Gesamtsumme von 9.000 bis 12.500 Euro deckt dann sämtliche Hochzeitskosten ab.
Beispiel 3: Angenommen, es ist eine standesamtliche Trauung mit anschließendem Empfang für acht Personen sowie eine kirchliche/freie Hochzeit mit anschließender Feier für 100 Personen in einer angemieteten Räumlichkeit samt Essen und Trinken sowie Fotograf und DJ geplant.
So hoch sollte das Budget sein: Nicole Straßen geht von einem Budget von mindestens knapp 30.000 Euro aus - wobei die Zahl der Gäste bei der standesamtlichen Trauung nur bei acht Personen liegt.
In diesem Budget (alles Mindestpreisangaben) enthalten sind: Outfit der Braut (2.320 Euro), Outfit des Bräutigams (880 Euro), standesamtliche Trauung mit Gebühren, Brautstrauß und Sektempfang (980 Euro), kirchliche/freie Trauung mit Blumendeko, Ringkissen, Hochzeitskerze, Trauheft, Sektempfang und Hochzeitsauto (2.180 Euro), Hochzeitsfeier (16.855 Euro), Eheringe (1.000 Euro) und sonstiges wie etwa Fotograf, Einladungs- und Danksagungskarten (2.800 Euro). Macht in Summe 27.015 Euro. Zuzüglich der Zehn-Prozent-Sicherheit plant man also 29.720 Euro ein.
In Großstädten kann eine Hochzeit mit einer Feier, an der 100 Personen teilnehmen, allerdings deutlich teurer sein, wie Melanie Goldberg anmerkt. Dort gelte als Faustformel: 750 Euro bis 1.000 Euro pro Person - auch hier deckt die jeweilige Gesamtsumme sämtliche Hochzeitskosten ab.
HAMBURG - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Christin Klose/Christin Klose






