Gesundheitsbildung gehört in die Lehrpläne. Volkswirtschaftlich wird das der einzige Weg sein, um unser Gesundheitssystem vor dem Bankrott zu retten und die Bevölkerung gesund zu erhalten.
Ein Gastkommentar von Daisy Kopera - Professorin an der Med Uni Graz
50% der Kinder und gut 35% der Erwachsenen sind zu dick! Übergewicht, Bewegungslosigkeit und alle dadurch verursachten Folgekrankheiten, das sind Diabetes mellitus, Herzkreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Gelenksüberlastung u.v.m. belasten nicht nur jeden einzelnen Menschen mit Leid und Schmerzen, sondern auch das Gesundheitssystem so, dass es bald nicht mehr finanzierbar sein wird. In einer Zeit, in der diese chronischen Erkrankungen und ungesunder Lebensstil zunehmen, und ein Mangel an Gesundheitsbewusstsein bereits bei jungen Menschen sichtbar werden, spricht sich die Ärztin Daisy Kopera eindringlich für eine flächendeckende Verankerung von Gesundheitsbildung in Bildungsplänen aus.
Gesundheit verstehen von Anfang an:
Gesundheit geht alle Altersstufen an! Je früher man beginnt, umso erfolgreicher und leichter ist das Ziel zu erreichen. Zuerst geht es darum, gesund „groß zu werden“ und in weiterer Folge auch gesund zu altern. Bereits im Kindergarten können grundlegende gesundheitsrelevante Inhalte spielerisch vermittelt werden, in den ersten Schuljahren erschließen sich erste Zusammenhänge und ab dem zehnten Lebensjahr kann auch die Komplexität gesundheitsrelevanter Faktoren aufgegriffen werden. Gesundheitskompetenz ist ein Zustand, der angibt, dass eine Person die grundlegenden Voraussetzungen für eine gesunde Lebensweise kennt, diese im Tun beherzigt und sich entsprechend verhält. Im Fokus steht, möglichst ohne selbstverschuldete Krankheiten gesund alt zu werden.
Damit die Bevölkerung ein gesundes Leben zu führen lernt, muss in allen Bildungseinrichtungen Gesundheitsbewusstsein vermittelt werden, weil Gesundheitskompetenz kein Add-on ist, sondern eine Selbstverständlichkeit, um gesund zu bleiben.
Es besteht dringender Handlungsbedarf, eine systematische und altersadäquate Integration von Gesundheitsbildung in die Lehrpläne zu implementieren, um das Verständnis für eine gesunde Lebensführung zu generieren.
Erste Maßnahme sollte die Qualifizierung von Gesundheitstrainer:innen sein, die als Multiplikator:innen entsprechende Inhalte in den Bildungseinrichtungen vermitteln können. Das muss ein ganz zentrales Anliegen sein: Damit der Stein ins Rollen kommt müssen Personen ausgebildet werden, die Gesundheitskompetenz vermitteln können. Gesundheits- und Bildungspolitik, Ärzteschaft und die Gesundheitskassen sind gefordert die Initiative dafür zu übernehmen
Univ. Prof. Dr. Daisy Kopera, MBA, MEd
Dermatologin, Allgemeinmedizinerin, Gerontologin
Medizinische Universität Graz

Redaktioneller Hinweis:
Bei dem folgenden Beitrag handelt es sich um einen Gastkommentar. Die darin vertretenen Ansichten und Wertungen liegen allein in der Verantwortung der Autorin / des Autors und spiegeln nicht notwendigerweise die Position der Redaktion wider.






