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Ein zeitweiser Verzicht auf Schokolade, Kuchen und Co. ist ein Reset für unser Geschmacksempfinden. Denn: Wie süß uns etwas vorkommt, das wir essen oder trinken, ist stark von unseren Essgewohnheiten geprägt. "Wenn ich ständig Süßigkeiten und gezuckerte Getränke in meiner Ernährung habe, liegt diese sogenannte Süßschwelle weit oben", sagt Ernährungsexpertin Daniela Krehl.
Wer eine Weile reduziert oder ganz verzichtet, merkt mit der Zeit, dass sich daran etwas ändert - wir brauchen schlichtweg nicht mehr so viel Süße. Gut möglich, dass nach der Fastenzeit schon zwei, drei Schokoladenstücke statt der halben Tafel reichen, um den süßen Zahn zufriedenzustellen. Oder dass der Löffel Zucker im Tee oder Kaffee auf einmal leichten Ekel in uns weckt.
Plus: Nach der Phase des Verzichts naschen wir vermutlich mit mehr Genuss und Achtsamkeit. Denn: "Oft nehmen wir Süßigkeiten nebenbei auf, ohne das bewusst zu zelebrieren", sagt Krehl.
Passionierten Naschkatzen dürfte es schwerfallen, von heute auf morgen auf alles Zuckrige zu verzichten. Dann ist erlaubt, das Ziel zu verkleinern - und in der Fastenzeit beispielsweise nur Softdrinks oder den täglichen Schokoriegel zu streichen. Oder sich den Löffel Zucker im Kaffee abzugewöhnen.
Bevor es losgeht, sollte man seine eigenen Nasch-Gewohnheiten einmal durchleuchten. Also:
Das können zum einen Snacks sein, die den süßen Zahn füttern, dabei aber etwas gesünder ausfallen, etwa Obst, Trockenfrüchte oder Nüsse. "Auch Naturjoghurt mit Zimt und Vanille ist ganz toll, um Zucker einzusparen", sagt Krehl. Ebenfalls ein Versuch wert: Overnight Oats, also in Milch eingeweichte Haferflocken, mit Obst.
Zum anderen kann man auch mit Aktivitäten entgegenwirken, die gar nichts mit Essen zu tun haben. Beispiel: Melden sich nach dem Mittagessen süße Gelüste, kann ein Telefonat mit einer Freundin oder ein kleiner Spaziergang Ablenkung schaffen.
Einen schlechten Tag gehabt und mit einem Sackerl Gummibärchen auf der Couch gelandet? Das kann passieren. "So ein Ausrutscher bedeutet nicht das Scheitern", sagt Krehl. Hilfreich: den Perfektionsdruck rausnehmen, nach vorn blicken und es am nächsten Tag wieder besser machen.
So manchem Rückfall lässt sich auch vorbeugen, indem wir alles daran setzen, Heißhunger zu vermeiden. Ist unser Blutzuckerspiegel im Keller, verlangt der nämlich nach schnell verfügbarer Energie - die der Zucker in Süßigkeiten liefert.
Damit der Heißhunger nicht übermächtig wird, gilt: keine Mahlzeiten ausfallen lassen und sich bei Frühstück, Mittag und Abendessen satt essen. Am besten enthalten die Mahlzeiten ausreichend Proteine und Ballaststoffe. Beide stabilisieren den Blutzuckerspiegel und schützen damit vor Heißhunger.
ILLUSTRATION - Wer eine Zeit lang auf Süßigkeiten verzichtet, kann sich das Verlangen nach Zucker zumindest etwas abtrainieren. (zu dpa: «Bis Ostern nichts naschen? So klappt das Süßigkeiten-Fasten») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
ILLUSTRATION - Haferflocken mit Joghurt und Obst: So ein Snack liefert unserem Körper mehr Nährstoffe als der Griff in die Gummibärchentüte. (zu dpa: «Bis Ostern nichts naschen? So klappt das Süßigkeiten-Fasten») Foto: Anna Hirte/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++






