Am 17. Oktober nimmt der Kaunertaler Gletscher den Skibetrieb auf, eine Woche später folgen der Mölltaler Gletscher und der Weltcupauftakt in Sölden. Auf mehreren Tiroler Gletschern laufen die Lifte bereits. Ein Überblick über den Start in die Skisaison und was man vor dem ersten Skitag wissen sollte.
Kaunertal startet am 17. Oktober
Die Skisaison 2026/27 nimmt in Österreich Fahrt auf. Am Samstag, 17. Oktober, startet der Kaunertaler Gletscher im Tiroler Oberland in den Winter, wie die Betreiber ankündigen. Die Gletscherstraße führt bis auf rund 2.750 Meter an den Gletscherrand, die höchste Bahn, die Karlesjochbahn, endet auf 3.108 Metern. Im Vollbetrieb verfügt das Skigebiet über mehr als 55 Kilometer präparierte Pisten.
Ursprünglich war der Saisonstart im Kaunertal schon für Ende September geplant gewesen, er wurde aber verschoben. Wie viele Lifte und Pisten zum Auftakt tatsächlich in Betrieb gehen, hängt wie auf allen Gletschern vom Wetter und von der Schneelage ab.
Auf diesen Gletschern laufen die Lifte bereits
Am Stubaier Gletscher läuft die Saison seit 9. Oktober. Laut den Betreibern waren zuletzt fünf von 25 Liften in Betrieb, das Angebot an Pisten ist zum Saisonstart noch klein. Auch in Sölden im Ötztal sind auf dem Rettenbach- und dem Tiefenbachgletscher bereits Lifte geöffnet. Am Hintertuxer Gletscher im Zillertal ist nach Angaben der Betreiber ohnehin das ganze Jahr Skibetrieb möglich.
In Kärnten folgt am 23. Oktober der Mölltaler Gletscher. Er ist mit einer unterirdischen Standseilbahn erreichbar, die laut Betreiber in rund acht Minuten auf mehr als 2.200 Meter fährt, das Skigebiet reicht bis auf 3.122 Meter. Die meisten Skigebiete abseits der Gletscher starten erst im November oder Dezember.
Weltcupauftakt in Sölden am 24. und 25. Oktober
Traditionell beginnt in Sölden auch die Weltcupsaison der alpinen Skirennläuferinnen und Skirennläufer. Am Samstag, 24. Oktober, fahren die Frauen, am Sonntag, 25. Oktober, die Männer jeweils einen Riesentorlauf auf dem Rettenbachferner. Erwartet werden mehr als 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauer.
Der ÖAMTC rechnet an beiden Tagen vor allem in den Morgenstunden mit Verzögerungen auf der Ötztalstraße zwischen der Autobahnabfahrt Ötztal und Sölden und empfiehlt die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein gültiges Weltcupticket gilt auch für die Buslinie vom Bahnhof Ötztal nach Sölden und für die Shuttlebusse zum Gletscher. Die Parkplätze der Bergbahnen Sölden sind vom 23. bis 25. Oktober kostenlos.
Was man vor dem ersten Skitag wissen sollte
Im Oktober ist Gletscherskilauf noch Skilauf im Kleinformat. Meist sind nur einzelne Lifte und wenige Abfahrten geöffnet, oft auf technisch beschneiten oder mit Altschnee präparierten Pisten. Neben den Pisten liegt häufig blankes Eis oder Fels, und Gletscherspalten machen das Gelände abseits der markierten Abfahrten gefährlich. Wer zum ersten Mal nach dem Sommer auf den Ski steht, sollte außerdem die Höhe von über 3.000 Metern und die stärkere Sonneneinstrahlung einplanen.
Welche Anlagen an einem bestimmten Tag tatsächlich laufen, ändert sich je nach Wetter kurzfristig. Die Skigebiete veröffentlichen den aktuellen Betriebsstand auf ihren Websites, ein Blick darauf vor der Anreise erspart Enttäuschungen.
Gletscher unter Druck
Der frühe Skistart findet auf Gletschern statt, die rasch schrumpfen. Laut dem jüngsten Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins zogen sich die vollständig vermessenen Gletscher im Messjahr 2024/25 im Mittel um 20,3 Meter zurück. Von 96 beobachteten Gletschern schrumpften 94. Den größten Rückgang verzeichnete der Alpeiner Ferner in den Stubaier Alpen mit 114,3 Metern.
„Viele Gletscher verlieren nicht nur an Länge, sondern treten zunehmend in eine Phase des strukturellen Zerfalls ein“, sagt Andreas Kellerer-Pirklbauer, der Leiter des Gletschermessdienstes des Alpenvereins. Die Skigebiete versuchen, mit Schneedepots und Abdeckungen im Sommer gegenzusteuern. Ob Skifahren im Oktober auf Dauer möglich bleibt, hängt damit auch von der weiteren Entwicklung des Klimas ab.
