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Lufthansa-Piloten streiken

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Erneut bleiben Lufthansa-Flieger am Boden
©APA, dpa, Sven Hoppe
Der erneute Pilotenstreik bei der deutschen Lufthansa hat für hunderte Flugausfälle gesorgt und die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern verhärtet. Das Unternehmen hat die Forderungen der Piloten als "absurd und unerfüllbar" bezeichnet. Erneut mussten tausende Passagiere ihre Reisepläne ändern.

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Am Montag warnte Personalvorstand Michael Niggemann die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. VC-Präsident Andreas Pinheiro machte die Lufthansa für die erneute Streikwelle verantwortlich.

Die VC hatte die Piloten der Lufthansa Kerngesellschaft, der Lufthansa Cargo und der Regionaltochter Lufthansa Cityline zu Arbeitsniederlegungen bis einschließlich Dienstag aufgerufen. Es ist bereits die dritte Streikwelle in der laufenden Auseinandersetzung um höhere Betriebsrenten. Am Montag wurde zudem erstmals der Ferienflieger Eurowings für einen Tag bestreikt.

Erst am Freitag vergangener Woche hatte ein Streik der Kabinengewerkschaft Ufo hunderte Flüge ausfallen lassen. Die Gewerkschaft zeigte sich entschlossen, ihren Protest auch auf die für Mittwoch (15. April) angesetzte Feierstunde zum 100. Jahrestag der Lufthansa-Gründung zu tragen.

Niggemann begründete erneut den harten Kurs des Managements. Die Kerngesellschaft "Lufthansa Classic" sei heute schon auf vielen Strecken nicht mehr wettbewerbsfähig, sodass man die Kosten nicht noch weiter erhöhen könne. Die Streiks würden die Unternehmensstrategie nicht beeinflussen. Die Lufthansa Kerngesellschaft ist zwar die mit Abstand größte, aber auch unprofitabelste Airline im Konzern.

An den Flughäfen standen zum Auftakt der vierten Streikwelle im laufenden Jahr viele Maschinen still. Allein in Frankfurt waren für die beiden Tage zusammen mehr als 1.100 Starts und Landungen abgesagt worden. In München wurden 710 Flugbewegungen gestrichen. Lufthansa wollte rund die Hälfte der Langstreckenflüge stattfinden lassen. Auf der Nah- und Mittelstrecke sollte etwa jeder dritte Flug erfolgen. Ähnliches ist auch am Dienstag zu erwarten. Bei Eurowings sollten rund 60 Prozent des ursprünglichen Plans geflogen werden.

Passagieren - auch aus Österreich - ist empfohlen, sich bei der Airline zu informieren. Das gilt auch, wenn man mit der AUA aus Österreich kommt aber mit der Lufthansa von einem deutschen Hub wie Frankfurt oder Wien weiterfliegen wollte.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu folgenden Destinationen vom Streik laut VC ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigte Arabische Emirate.

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