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Ita Airways will stärker wachsen als bisher geplant

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Seit dem Vorjahr ist die Lufthansa an ITA beteiligt
©AFP, APA, CHARLY TRIBALLEAU
Die italienische Fluggesellschaft Ita Airways will rund 500 neue Mitarbeiter einstellen und ihre Flotte stärker ausbauen als bisher geplant. Gesucht werden etwa 100 Piloten und 400 Flugbegleiter, sagte Ita-Chef Jörg Eberhart im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Mittwochausgabe). Ita Airways ist die Nachfolgeairline der früheren Alitalia, seit 2025 unter Beteiligung der AUA-Mutter Lufthansa.

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Mit den Neueinstellungen sende das Unternehmen vor allem das Signal, dass Ita "sicher wächst", erklärte Eberhart. Er verwies zudem auf organisatorische Änderungen. So habe Ita den Anteil von Teilzeitstellen erhöht, insbesondere für Flugbegleiter, um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu ermöglichen. Davon profitierten sowohl die Beschäftigten als auch das Unternehmen, betonte der Ita-Chef.

Kritik der Gewerkschaften, der aktuelle Industrieplan sei zu vorsichtig, wies Eberhart zurück. Derzeit arbeite man an einem ehrgeizigeren Konzept. Bereits in diesem Jahr wolle Ita zwei zusätzliche Langstreckenjets in Betrieb nehmen, im kommenden Jahr weitere zwei. Bis 2030 solle die Langstreckenflotte auf rund 30 Maschinen wachsen.

Der Langstreckenverkehr ab dem Drehkreuz Rom-Fiumicino sei das "Rückgrat" des Unternehmens, betonte Eberhart. Davon profitierten auch Kurz- und Mittelstreckenflüge, die Passagiere zu interkontinentalen Verbindungen nach Rom brächten. Geprüft werden außerdem neue Langstreckenverbindungen. Wegen des Ukraine-Kriegs und der Sperrung des russischen Luftraums sei Asien derzeit schwierig und teuer zu bedienen. Stattdessen wolle Ita ihr Angebot nach Nord- und Lateinamerika ausbauen.

Beim Markenauftritt schließt Ita eine stärkere Anlehnung an Alitalia nicht aus. Denkbar sei, ikonische Elemente der Alitalia-Lackierung aus den 1960er-Jahren wieder aufzugreifen.

Für 2025 bestätigte Eberhart Erwartungen eines positiven Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT). Unter dem Strich werde jedoch weiterhin ein Verlust von unter 100 Mio. Euro erwartet, unter anderem wegen hoher Leasing- und Finanzierungskosten.

Mit Blick auf die Tarifverhandlungen zeigte sich Eberhart grundsätzlich gesprächsbereit, betonte jedoch die wirtschaftlichen Grenzen. Ita schreibe noch keine Gewinne. Lohnerhöhungen von 20 Prozent würden die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens, weitere Einstellungen und Karrierefortschritte gefährden.

Die EU-Kommission hatte im Juli 2024 die schrittweise Übernahme der Alitalia-Nachfolgerin durch die Lufthansa-Gruppe unter Auflagen genehmigt. Seit Jänner 2025 hält der deutsche AUA-Mutterkonzern gegen die Kapitaleinlage von 325 Mio. Euro zunächst 41 Prozent der ITA-Anteile. Weitere Schritte bis zur vollständigen Übernahme sind vereinbart.

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