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Alpen oder Anden? Wie Urlauber nachhaltiger reisen können

Aktualisiert
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Am Reiseziel sollten öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen
©APA/APA/dpa-tmn/Zacharie Scheurer
Das Zugfahren für das Klima besser ist als Fliegen, ist bekannt. Genauso dürfte jedem einleuchten, dass das Kompensieren eines Fluges mit einer kleinen Extra-Zahlung nicht verhindert, dass klimaschädliche Emissionen in die Luft gepustet werden. "Je länger der Flug, umso mehr CO2 wird ausgestoßen. Das CO2 ist trotzdem da, auch wenn man in ein Baum- oder Klimaprojekt investiert", sagt die Expertin Sabine Blanke.

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Doch manchmal gibt es Reiseziele, von denen man schon lange träumt - und die weit entfernt sind. Dann heißt es etwa: Anden statt Alpen. Eine Kompensation ist hier schon manchmal kein falscher Ansatz. Doch sie ist nicht alles. Worauf können Reisende noch achten, wenn sie ein Reiseziel und eine Unterkunft suchen und dabei auf Nachhaltigkeit Wert legen?

"Wenn Fliegen sich nicht vermeiden lässt, sollte man lieber eine große, lange Reise planen - statt vieler kleiner Kurztrips", sagt Petra Thomas vom "Forum Anders Reisen", einem Zusammenschluss von rund 140 auf Nachhaltigkeit bedachten Reiseveranstaltern. Denn beim nachhaltigen Reisen geht es ums Klima, um Umweltschutz, Tierwohl und soziale Standards. "Aber es geht auch darum, etwas mehr Ruhe hereinzubringen", sagt Thomas.

Daher rät sie: "Je weiter man wegfliegt, umso länger sollte man vor Ort bleiben." Das wirkt sich nicht nur auf die Berechnung der Klimabilanz positiv aus. "Es kann auch gesundheitliche Vorteile haben, wenn der Körper mehr Zeit bekommt, sich ans Klima zu gewöhnen. Und man kann oft tiefer in die Kultur eintauchen und bekommt mehr Chancen auf echte Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung", sagt Thomas.

Am besten wählt man einen Reiseanbieter, der auf verbindliche Umwelt- und Sozialstandards setzt, raten Expertinnen und Experten. Bei der Suche nach Unterkünften kann man auf zertifizierte Unternehmen und Siegel achten. Auf diese wird hingewiesen:

EU Ecolabel: Das offizielle Umweltsiegel der Europäischen Kommission.

TourCert-Siegel (CSR): Dahinter steckt eine gemeinnützige GmbH.

Green Global: Hier prüft ein US-amerikanisches Unternehmen weltweit unter anderem Hotels und vergibt Zertifikate.

Solche Siegel beziehen oft nicht nur ökologische Aspekte ein, sondern auch Wirtschaft und Soziales - im Sinne einer nachhaltigen Tourismusentwicklung. Beim "Forum Anders Reisen" findet man zudem nachhaltige Reiseziele.

Mittlerweile gibt es über 140 Siegel, da kann man sich schnell im Dickicht verlieren. "Wichtig ist, dass es sich um anerkannte Zertifikate handelt. Die Kriterien für die Vergabe sollten transparent sein und von einer unabhängigen Stelle geprüft werden", sagt Thomas.

Dennoch lohnt ein kritischer Blick: "Man sollte aufpassen, ob solche Siegel fälschlich genutzt werden - wenn die Unterkunft etwa nur ein Foto auf ihre Internetseite kopiert, ohne die Kriterien zu erfüllen", so Blanke.

Und woran lassen sich Fake-Labels im Netz erkennen? Echte Gütesiegel kann man häufig anklicken und gelangt dann zur Internetseite des Zertifikatsgebers. Während Fake-Siegel oft nur statische Grafiken sind, erklären Expertinnen und Experten.

Übrigens: Ab dem 27. September dürfen Unternehmen nur noch mit Nachhaltigkeitslabels werben, die von unabhängigen Zertifizierungssystemen oder staatlichen Stellen stammen.

Laut Blanke gebe es gerade kleinere Pensionen, die sehr nachhaltig wirtschaften, aber kein Siegel haben. Daher sagt sie: "Siegel sind ein guter, erster Anhaltspunkt, aber Verbraucher sollten sich darauf nicht allein verlassen."

Worauf können Reisende noch achten? Wirbt eine Unterkunft oder ein Anbieter mit "Nachhaltigkeit", lohnt es sich, nachzufragen, was damit konkret gemeint ist. "Der Begriff Ökotourismus ist nicht geschützt. Da besteht die Gefahr des Greenwashings", so Blanke. Verbraucher könnten etwa danach fragen:

- Wie ist die Unterkunft zu erreichen? Eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ermöglicht es, das Auto stehenzulassen.

- Gibt es eine Zusammenarbeit mit lokalen Anbietern? Es ist ein gutes Zeichen, wenn etwa regionale Lebensmittel angeboten werden.

- Nutzt die Unterkunft Ökostrom?

- Wird Müll getrennt und Wasser gespart?

Zudem rät Thomas, die lokale Wirtschaft und Bevölkerung zu unterstützen: "Reisende können nach Inhaber-betriebenen Unterkünften und Familienbetrieben suchen, statt auf große, internationale Hotelketten zu setzen. Da ist die Betreuung oft persönlicher."

Übrigens: Auch eine private Unterbringung kann nachhaltig sein - bei Couchsurfing oder Haustausch nutzen Reisende bestehenden Wohnraum und kommen im besten Fall mit Einheimischen in Kontakt.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Zacharie Scheurer

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Steffen Trumpf

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