Achtung von

Singapur: 10 Dinge, die hier
absurderweise streng verboten sind

Der südostasiatische Stadtstaat ist für sein extrem rigides Strafrecht bekannt

Achtung - Singapur: 10 Dinge, die hier
absurderweise streng verboten sind © Bild: 2015 Getty Images

Auf der Toilette nicht spülen, in der eigenen Wohnung nackt sein, Kaugummi dabei haben oder Spucken – dafür kann man in Singapur bestraft werden. Die asiatische Metropole hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt, erreicht wird sie aber mit Verboten für fast alles und mittelalterlichen Strafen wie Auspeitschen und Erhängen.

Singapur, Insel-Stadtstaat an der Südspitze der malaiischen Halbinsel, ist heute einer der reichsten und am höchsten entwickelten Staaten der Welt. Die Stadt birgt viele Geheimnisse* und hat es ohne natürliche Ressourcen geschafft, innerhalb von 50 Jahren boomende Wirtschaftsmetropole und wichtiger Finanz- und Handelsplatz zu werden. Auch als Urlaubsziel westlicher Touristen ist sie beliebt. Doch damit gehen nicht nur eine quasi-autoritäre Regierung und eingeschränkte Pressefreiheit einher, sondern auch eines der rigidesten Strafensysteme überhaupt. Es greift sehr weit in das öffentliche und alltägliche Leben ein und pönalisiert auch Dinge mit hohen Strafen, die anderswo als völlig harmlos gelten. Zur Bestrafung werden nach wie vor die Todesstrafe durch Erhängen und das öffentliche Auspeitschen verhängt. Hier sind zehn Dinge, die Sie in Singapur eher nicht probieren sollten:

1. Ein fremdes Wi-Fi-Netz benutzen

Es gilt in Österreich vielleicht als frech, ist aber strafrechtlich nicht relevant: Sein Gerät über ein fremdes Wi-Fi mit dem Internet zu verbinden. Ganz anders in Singapur. Nach dem Computermissbrauchs- und Cybersecurity-Gesetz fällt das auch dann unter "Hacking", wenn das fremde Netz gar nicht passwortgeschützt ist. Bestraft wird das Delikt mit bis zu 10.000 Dollar Geldstrafe oder gar bis zu drei Jahren Gefängnis.

2. Zuhause nackt sein

"Jede Person, die nackt im öffentlichen Raum erscheint; oder im privaten Raum, wenn sie dabei öffentlich sichtbar ist, ist eines Vergehens schuldig", heißt es im Gesetz. Das Verbot erstreckt sich als auch auf die eigene Wohnung oder ein Hotelzimmer, wenn man etwa durch ein Fenster von der Straße aus zu sehen ist. Es ist also ratsam, in Singapur stets die Vorhänge gut zuzuziehen, denn auf das Vergehen stehen 2.000 Dollar Strafe oder bis zu drei Monate Haft.

3. Plakate an der falschen Stelle aufhängen

Unter den in Singapur extrem weit gefassten Begriff des "Vandalismus" kann vieles fallen, das aus Sicht des sauberen Landes den öffentlichen Raum unansehnlich macht. Echte Sachbeschädigungen oder sogar Graffiti wird sehr streng – mit mehrjährigen Haftstrafen – bestraft*. Als Vandalismus kann es aber auch schon gelten, Plakate, Banner oder Flaggen an einer nicht dafür vorgesehenen Stelle aufzuhängen.

4. Auf der Toilette nicht spülen

Auch in diesem Fall wurde etwas, das in anderen Ländern nur als unhöflich oder unhygienisch gilt, in Singapur zu einer Straftat gemacht. Nach dem Klogang die Spülung nicht zu betätigen kann mit 150 Dollar Buße teuer kommen – für die Verhältnisse vor Ort freilich noch eine harmlose Strafe. Und die Chance, erwischt zu werden, soll Berichten zufolge eher gering sein.

5. "Obszöne" Lieder singen oder Worte verwenden

Wer "obszöne Lieder, Balladen oder Wörter" in oder nahe an einem öffentlichen Ort "singt, wiedergibt oder ausspricht" und damit andere verärgert, dem drohen bis zu drei Monate Haft, eine Geldstrafe, oder beides. Wann genau etwas "obszön" ist, wird im Gesetz nicht näher definiert. Ebenso verboten ist die Weitergabe obszöner Materialien, seien es Fotos, Bücher oder digitale Inhalte. Darunter fällt insbesondere auch jede Form von Pornographie.

6. Spucken

Wie erwähnt, die Menschen von Singapur halten ihre Stadt gerne sauber – Spucken ist daher hier nicht nur "nicht gern gesehen", sondern strafbar. Wer an öffentlichen Orten, und dazu zählen auch Märkte, Geschäfte, Busse oder Schulen, ausspuckt, kann eine Geldstrafe von 1.000 Dollar aufgebrummt bekommen. Diese Strafbestimmung wird auch tatsächlich vollzogen.

7. Als Mann Sex mit einem Mann haben

Gut, damit ist Singapur "fairerweise" auch heute noch bei weitem nicht allein. In vielen südasiatischen, islamischen und afrikanischen Ländern ist männliche Homosexualität ebenfalls verboten. Und in Singapur wird das Gesetz heute kaum mehr durchgesetzt. Dennoch scheiterten Bemühungen, das Verbot aufzuheben, zuletzt im Jahr 2014. Nach wie vor stehen auf Sex zwischen Männern zwei Jahre Gefängnis.

8. Kaugummi dabei haben

Seit 1992 gilt in Singapur ein absolutes Kaugummiverbot. Kaugummis dürfen nicht eingeführt oder verkauft werden. Ausnahmen gibt es nur für medizinisch oder zahnhygienisch erforderliche Produkte. Wer aus dem Nachbarland Malaysia durchreist, muss Kaugummis in einem verschlossenen Behälter verstauen. Grund für den "Kaugummi-Bann" war die Verschmutzung von Straßen und öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Höchststrafe für den Verkauf beträgt rekordverdächtige 100.000 Dollar.

9. In der Stadt einen Drachen steigen lassen

Wer im Stadtgebiet einen Drachen steigen lässt oder sonst "irgendein Spiel" spielt*, das den Verkehr auf öffentlichen Straßen beeinträchtigen könnte, muss sich auf eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Dollar einstellen.

10. In einen Aufzug urinieren

Ein weniger überraschender Punkt: Öffentliches Urinieren kann schließlich unter den falschen Umständen auch in Österreich bestraft werden, und wer dabei fremdes Eigentum verschmutzt, begeht eine Sachbeschädigung. Doch Singapur hat zu diesem besonderem Fall spezielle Vorkehrungen getroffen. Viele Aufzüge sind mit Sensoren ausgestattet, die Urin erkennen. Sie schließen dann automatisch die Türen und halten den "Täter" so bis zum Eintreffen der Polizei fest. Die Strafe beträgt 1.000 Dollar.

Den "Reiseführer Singapur - Reisen mit Insider-Tipps" finden Sie hier.*

Affiliatelinks/Werbelinks: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn Sie auf so einen Affiliate-Link klicken und über diesen Link einkaufen, bekommen wir von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.