Taekwondo: Viel mehr als ein Kampfsport

Taekwondo ist nicht nur ein Kampfsport, sondern ein Lebensweg zu einem gesünderen und dynamischen Körper, zu mehr Selbstbewusstsein und geistiger Gelassenheit. Hier finden Sie einen Überblick über die Sportart, die bereits für Kinder empfohlen wird und auch Senioren geistig und körperlich fit hält.

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Taekwondo © Bild: Elke Mayr

Inhaltsverzeichnis:

Die Geschichte des Taekwondo

Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst, die eine über 2000-jährige Geschichte hat. Taekwondo wurde in seiner jetzigen Form in Korea perfektioniert und setzt sich aus den 9 bekanntesten koreanischen Kampfkunstformen, sowie Elementen des japanischen Karate und des chinesischen Kung-Fu zusammen.

Sport-Taekwondo

Seit Beginn, seit 1955, entwickeln sich zwei grundlegende Richtungen. Zum einen das betont sportliche, akrobatische und auf Wettkampf ausgerichtete Sport-Taekwondo (WTF - World Taekwondo Federation), welches seit dem Jahr 2000 olympisch ist. Ein wichtiger Schritt der Entwicklung zum heute bekannten olympischen Taekwondo, wurde durch den General Choi Hong Hi gemacht. Er gab der Sportart 1955 den Namen Taekwondo.

Traditionelles Taekwondo

Zum anderen gibt es das "Traditionelle Taekwondo", das sich als körperlich-mentale Ertüchtigung und als Entwicklung und Förderung innerer Werte für alle Altersstufen versteht. General Choi legte mit der Entwicklung des heutigen Taekwondo 5 ethische Grundsätze und Ziele fest, welche die Taekwondoin (praktizierende Taekwondo-Sportler:innen) durch das kontinuierliche Training entwickeln und danach leben sollten.

5 ethische Grundsätze des Taekwondo

  • Höflichkeit
  • Integrität
  • Geduld
  • Selbstdisziplin
  • Unbezwingbarkeit
Taekwondo
© Elke Mayr News.at zu Gast beim einem Taekwondo-Training

Was bedeutet Taekwondo?

Der Name Taekwondo setzt sich aus drei koreanischen Wörtern zusammen.

  • Tae steht für Fuß - bezeichnet sämtliche Bein- und Sprungtechniken
  • Kwon steht für Faust - bezeichnet sämtliche Hand- und Blocktechniken
  • Do symbolisiert den Weg - weist auf den körperlichen und geistigen Reifeprozess hin

Für die Koreaner ist Taekwondo viel mehr als nur ein Kampfsport, es repräsentiert eine Lebensweise voller Selbstdisziplin, Tugenden und Werten.

Die Lehre des Taekwondo

"Die fernöstliche Kampfkunst Taekwondo bewegt den Körper und den Geist. Sie bietet eine ganzheitliche Ausbildung, stärkt die Muskulatur des ganzen Körpers, lehrt das richtige Atmen, schließt durch die Koordinierung verschiedenster Bewegungsabläufe (kinesiologischer Ansatz) die linke und rechte Gehirnhälfte zusammen und garantiert dadurch auch zunehmende mentale Fitness", fasst Astrid Rauch, Pressesprecherin von YU-Taekwondo, zusammen.

Über YU-Taekwondo:

Der Sportwissenschaftler und Taekwondo-Großmeister (6. DAN) Dr. Andreas Held gründete im Jahr 2003 seine erste Teakwondo-Schule in Wien. Sein System nannte er "YOUNG-UNG Taekwondo", die koreanische Übersetzung von "Held". 2021 wurde YOUNG-UNG zu YU-Taekwondo. Inzwischen gibt es in Österreich 27 Standorte, 17 davon in Wien.

Dieses unablässige Stimulieren des Denkens über die jeweiligen Bewegungsabläufe des Körpers fördert die geistige Schaffenskraft, die Flexibilität und die Willenskraft. Über den Weg der körperlichen Anstrengung und der Beachtung der Verhaltensregeln des Taekwondo erreicht man darüber hinaus auch eine Fortbildung der Persönlichkeit.

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Unterschiede zu anderen Kampfsportarten

Taekwondo ist eine waffenlose Kampfkunst und Ganzkörpersport. Die wichtigste Kraftquelle für alle Bewegungen liegt in der Hüftgegend. Die Hüfte bewegt sich zuerst, danach die Glieder. Durch das ständige Trainieren aller Körperteile erhöht der Körper die Beweglichkeit und macht ihn sehr flexibel. Der Körper hat im Taekwondo immer eine gerade, aufrechte Haltung, nicht gebückt wie zum Beispiel bei Boxern.

Beispiel zwischen Taekwondo und Karate

Taekwondo zeichnet sich durch dynamische Beintechniken aus, wie sie in keiner anderen Kampfkunst vorkommen. Hier wurden originär koreanische Bewegungsarten in das "importierte" Karate eingearbeitet, wodurch Taekwondo oft sehr spektakulär und geradezu akrobatisch wirkt. Taekwondo forciert den dynamischen Einsatz der Hüfte und nutzt optimal die hohe Flexibilität, die durch die spezielle Dehngmnastik erreicht wird. Im Gegensatz dazu wirkt das japanische Karate oft etwas starr. Demgegenüber forciert Karate blitzschnelle Handtechniken und kurze, harte und präzise Schlagfolgen. Beide Künste bilden aber gleichermaßen einen athletischen und gesunden Sportler mit scharfem Verstand und schneller Auffassungsgabe aus (Quelle: Taekwon-Do Ingolstadt). Mehr dazu lesen Sie hier.

Wie lernt man Taekwondo?

Taekwondo lernt man nach dem Prinzip Vormachen = Nachmachen, erklärt Astrid Rauch. Ein ausgebildeter Trainer leitet den Unterricht. Zuerst wird der gesamte Körper gut aufgewärmt und gedehnt. Es werden verschiedene Hand- und Fußtechniken aufgebaut und erweitert. Kicks, Blöcke, Schläge, Drehungen und Sprünge werden eingebaut.

Im Traditionellen Taekwondo lernt man Hyongs. Hyongs sind festgesetzte Bewegungsformen gegen imaginäre Gegner, sogenannte Kampfkunstchoreografien. Es gibt 25 Hyongs. In einer Einheit werden auch viele verschiedene Fitnessübungen (ohne Equipment, also mit Eigenkraft) eingebaut, damit der Körper gekräftigt und die Muskulatur gestärkt wird. Partnerübungen zum Kicks und Schläge üben - die man auch für Bruchtests benötigt - werden ebenfalls eingebaut.

Taekwondo
© Elke Mayr

Damit man sich im Taekwondo gut entwickeln kann, muss man regelmäßig trainieren. Bei entsprechendem Fortschritt und wenn der Meister dem zustimmt, darf man zu einer Gurtprüfung antreten. Je nach Gurtstufe gibt es eine bestimmte Prüfungsordnung, die der Schüler vor dem Meister bestehen muss um in die nächste Gurtstufe aufsteigen zu können. Da im Taekwondo sehr viel Selbstschutzübungen enthalten sind, werden verschiedene Techniken, Hyongs (Bewegungsformen), Fitness und Bruchtests (zerschlagen von Holzbrettern mit der Hand oder/und Fuß) verlangt.

Wenn man die Prüfung bestanden hat, erhält man den neuen Gurt und eine Urkunde. Nun darf man weiterlernen für den nächsten Gurt. Man hört nie auf zu lernen. Taekwondo ist eine sehr vielfältige Kampfkunst, sobald man aufhört, ist man kein Träger eines Gurtes mehr.

Das sind die Disziplinen im Traditionellen Taekwondo:

  • Hyongs
  • Bruchtest
  • Freikampf

Im Unterschied zum Traditionellen Taekwondo mit 25 Hyong-Formen werden beim WTF (World Taekwondo Federation) 8 Schüler- und 9 Meister-Poomsae unterrichtet und geprüft. Poomsae haben deutlich weniger Bewegungen als Hyongs, und sind naturgemäß weniger traditionell orientiert.

Wichtig ist auch der Kampfschrei (Kiap). Der Kampfschrei kommt aus dem Bauchraum. Es verstärkt die Technik, besiegt die eigene Angst, erschreckt einen potentiellen Gegner. Der Kampfschrei ist besonders wichtig für Bruchtests. Im Taekwondo zerschlägt man Holzbretter mit den Händen und Füßen, hier ist der Kampfschrei besonders wichtig. Diese gehören auch zu einer Gurtprüfung dazu.

Taekwondo
© Elke Mayr

Wer Taekwondo einmal ausprobieren möchte, kann die Schnupperaktion bei Yu-Taekwondo in Anspruch nehmen. Nähere Infos gibt es unter 01/99 699 00.

Warum sollte ich Taekwondo trainieren?

Taekwondo macht in jeder Hinsicht flexibel. Die koreanische Kampfkunst stärkt nicht nur Körper und Geist, sondern verbessert die Koordination, fördert das Selbstbewusstsein und schafft mehr Lebensfreude. Es erhöht das Selbstbewusstsein, schult die Konzentration und fördert die Haltung.

Durch das regelmäßige Dehnen bleibt der Körper elastisch. Durch das gemeinsame Training ist Taekwondo auch der perfekte Familiensport, da alle gemeinsam trainieren. Jeder lernt von jedem. Es bilden sich Freundschaften, da der Sport verbindet.

Taekwondo
© Elke Mayr

Taekwondo und Gesundheit

Im Vordergrund steht die Ausgewogenheit und enorme Vielfalt, die diese Sportart bietet. Alle sportlichen Hauptbelastungsformen (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Gewandtheit, Koordination) werden unter strikter Vermeidung einseitiger Belastungen trainiert. Zusammenfassend bietet korrekt angewendetes traditionelles Taekwondo aus sportmedizinischer Sicht eine hervorragende Möglichkeit zum Training aller körperlichen Hauptbelastungsformen, bei niedrigem Verletzungsrisiko und niedrigem Risiko für chronische Schäden am Stütz- und Bewegungsapparat.

Die positiven Effekte wirken sich sowohl auf die körperliche Fitness als auch auf die Psyche und das Allgemeinbefinden aus. Bei falscher Ausführung bzw. bei falscher oder zu kurzer Aufwärmphase kann es aufgrund der hohen Beintechniken des Taekwondo zu Hüft- oder Muskelschäden (z.B. Zerrungen oder Muskelfaserrisse) kommen. Aus diesem grund ist es wichtig, dass das Training körperbewusst und unter korrekter Anleitung ausgeführt wird.

Taekwondo für Kinder

Körperliches Training hilft Kindern dabei, sich in der Schule besser zu konzentrieren. Das Kind wird ausgeglichener, lernt mit Stress umzugehen und findet über den Sport neue Freunde. Soziale Kompetenzen und Körperbewusstsein sind wichtige Grundsteine für ein gesundes und erfülltes Leben.

Taekwondo
© Elke Mayr

Traditionelles Taekwondo stärkt nicht nur die körperliche Fitness und geistige Leistungsfähigkeit des Kindes, sondern steigert auch sein Selbstwertgefühl. Es lernt konstruktiv mit Konflikten umzugehen und bekommt für seine Zukunft wichtige Werte wie Höflichkeit, Respekt, Ordnung oder Toleranz vermittelt. Taekwondo unterstützt damit die persönliche Entwicklung des Kindes. Es formt den Charakter und unterstützt Eltern bei der Erziehung.

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Was das Training bei Kindern bewirkt:

Schüchterne Kinder

  • Selbstvertrauen steigt durch positive Erfahrungen wenn man etwas gelernt hat
  • Motivation durch einfache Bewegungen und Spiele aus sich herauszugehen
  • Kampfschrei - Kinder lernen zu schreien
  • Kinder trauen sich, etwas in der Gruppe vorzuzeigen

Sehr aufgeweckte Kinder

  • Aggressionen werden durch Bewegungen abgebaut
  • Sie werden ruhiger und versuchen sich nicht mehr in den Vordergrund zu drängen
  • Lernen sich durch Regeln in die Gruppe einzufügen
  • Nützen ihre Aufgewecktheit für kräftige Bewegungen

Allgemeine Auswirkungen

  • Fördert ein gerades Wachstum (Kinder stehen aufrechter)
  • Das Gleichgewicht verbessert sich wesentlich
  • Die Koordination von Hand und Beinen wird verbessert
  • Die Körperabwehr (Angriffe) werden geübt, dies steigert das Selbstvertrauen
  • Die Beweglichkeit steigert sich
  • Die innere Gelassenheit steigt (Kinder gehen besser miteinander um)
  • Ideale Vorbereitung auf die Schule (soziale Kontakte, Konzentration)
Taekwondo
© Elke Mayr

Taekwondo für Senioren

Wie bereits erwähnt, ist Taekwondo ein gesundheitsfördernder Sport. Im Alter versteift der Körper, die Gelenke verkürzen sich, die Muskulatur baut ab. Durch die festgelegten Bewegungsabläufe erhöht sich die Merkfähigkeit, die ebenfalls im Alter nachlässt. Taekwondo beugt somit Demenz vor.

Taekwondo für Senioren
© YU-Taekwondo Senioren beim Taekwondo

Österreichs ältester Schwarzgurt, der über 80-jährige Gerd Peka, hat im Alter von 72 Jahren mit Taekwondo begonnen. Enten füttern und Karten spielen seien ihm zu langweilig, meint er damals. Es ist also nie zu spät, mit Taekwondo zu beginnen.

Wie viele Gürtel gibt es und wie heißen sie?

Gurtfarben und Stufen zeigen Stand und Können im Taekwondo.

Es gibt 10 Schülergrade vom 10. Kup bis zum 1. Kup. Der Anfänger beginnt mit dem 10. Kup (Weißgurt), bis er sich zum 1. Kup (rotschwarz) hocharbeitet.

Es folgt die Prüfung zum Meister/in - zum DAN-Träger und somit zum Schwarzgurt. Im Traditionellen Taekwondo gibt es neun Meistergrade, neun "DAN". Zwar ist jeder Schwarzgurt bereits als "Meister" tituliert, aber unter den DAN-Trägern selbst gilt der 1. DAN wieder als "Schüler". Erst jetzt besitzt dieser die nötigen Grundlagen, um zu wahrer Meisterschaft der Kampfkunst zu gelangen. Erst mit dem 5. DAN wird der Titel "Großmeister" erworben. Der höchste Grad ist der 9. DAN, der jedoch nur von sehr wenigen Großmeistern auf der Welt je erreicht wird.

Alles zu den Gurtfarben und der Symbolik finden Sie hier

DAN-Träger:innen werden traditionell auch als "Kyosanim" - als "Meister" angesprochen. Ein/e Kyosanim genießt traditionell einen hohen Respekt. Ein Schwarzgurt ist nicht einfach nur ein "Trainer". Seine Anordnungen als Meister sind traditionell nicht zu hinterfragen, sondern zu befolgen. Das ist eine Regel und kulturelle Höflichkeit, die im Westen bei Laien zwar immer wieder auf Unverständnis stößt, jedoch eine der traditionellen Grundlagen aller als "Budo" bekannten Kampfkünste darstellt.

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