Schuldenkrise von

Griechenland beglich Schulden

Krisenstaat hat insgesamt sieben Milliarden Euro an IWF und EZB überwiesen

Schuldenkrise - Griechenland beglich Schulden © Bild: REUTERS/Yannis Behrakis

Das hoch verschuldete Griechenland hat nach dem Empfang von gut 7 Mrd. Euro aus dem EU-Rettungstopf umgehend fällige Schulden bei den internationalen Gläubigern beglichen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zahlte Athen der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) am Montag mehr als 6 Mrd. Euro zurück.

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Aus Kreisen des griechischen Finanzministeriums war zu erfahren, Athen habe rund 4,2 Mrd. Euro an die EZB sowie rund 2 Mrd. Euro an den IWF überwiesen. Bei der EZB-Rate geht es um Staatsanleihen, die von der Zentralbank gehalten werden, in Höhe von 3,5 Mrd. Euro. Hinzu kommen 0,7 Mrd. Euro Zinsen inklusive Risikoaufschlag. Die IWF-Tilgungsrate hätte eigentlich Anfang des Monats gezahlt werden müssen.

Der IWF hat die Rückzahlung der überfälligen Kreditraten durch Griechenland am Nachmittag bestätigt. Damit sei Athen nicht länger im Zahlungsverzug. Der Währungsfonds stehe bereit, Griechenland bei "seiner Rückkehr zu finanzieller Stabilität und Wachstum" weiter zu unterstützen. Auch Die EZB bestätigte den Eingang einer Zahlung.

Nach drei Wochen öffneten zu Wochenbeginn auch die Banken wieder, vor denen sich lange Schlangen bildeten. Zugleich wurde das Leben mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer von 13 auf 23 Prozent spürbar teurer.

Tagesordnung geändert

Völlig überraschend änderte die Regierung die Tagesordnung für die Parlamentsdebatte am kommenden Mittwoch. Sie strich angesichts von Protesten der Landwirte das ursprünglich vorgesehene Votum über die Abschaffung fast aller Steuervergünstigungen für griechische Bauern - eine auch in der Regierungskoalition höchst umstrittene Maßnahme.

Weitere Details der Pensionsreform sollen entgegen früheren Planungen ebenfalls nicht bei dieser Sitzung behandelt werden. Am vergangenen Donnerstag hatten bei einer ersten Abstimmung über Spar- und Reformgesetze fast 40 Abgeordnete der regierenden Linkspartei Syriza Ministerpräsident Alexis Tsipras die Gefolgschaft verweigert.

Die Brüsseler EU-Kommission bestätigte, dass Griechenland am Montag eine Zahlung von 7,19 Mrd. Euro aus dem EU-Rettungstopf EFSM erhalten habe. Die Brückenfinanzierung sollte helfen, die am gleichen Tag fälligen Rückzahlungen von Schulden an EZB und IWF zu leisten.

Lange Schlangen vor den Banken

Vor den meisten Banken bildeten sich lange Warteschlagen. Oft waren es Kunden ohne Bankkarten. Andere beglichen ihre Strom- und Wasserrechnungen. Unternehmer konnten endlich wieder Geld an ihre Lieferanten überweisen oder Schecks auf ihre Konten einzahlen. Seit Montag können die Griechen auch wieder ohne Kontrollen an ihre Bank-Safes. Die EZB hatte in der vergangenen Woche die Nothilfen für die griechischen Geldhäuser um 900 Mio. Euro erhöht.

Die Griechen können allerdings weiterhin nur 60 Euro pro Tag abheben - oder gebündelt am Freitag 300 beziehungsweise von kommender Woche an bis zu 420 Euro (sieben Tage mal 60 Euro). Die Banken waren seit dem 29. Juni geschlossen.

Nahrungsmittel verteuert

Statt 13 Prozent Mehrwertsteuer schlagen künftig 23 Prozent zu Buche: für frisches oder tiefgekühltes Fleisch, Fisch, Kaffee, Tee oder Säfte, Eier, Zucker, Kakao, Reis, Mehl, Milchprodukte wie Eis und Joghurt ebenso wie für Kondome oder Toilettenpapier. Auch in Tavernen und Bars steigen die Preise für Essen und Getränke. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Tickets für U-Bahnen und Fähren ebenfalls teurer werden. Die Geldgeber hatten die Steuererhöhungen als Vorbedingung für ein drittes Griechenland-Hilfsprogramm gefordert.

Griechenland ist mit 313 Mrd. Euro verschuldet und steht kurz vor der Pleite. Das neue Hilfspaket soll nach bisherigen Planungen bis zu 86 Mrd. Euro für drei Jahre umfassen. Im Gegenzug muss Athen harte Spar- und Reformauflagen erfüllen.

Kommentare

higgs70
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Also nochmal zum mitschreiben: die Griechen erhalten 7 Milliarden, von denen 4,2 und 2 Milliarden kurz mal die Sonne sehen, schwupdiwupp die Kehre machen und zu EZB und IWF zurückfließen. Und an die Genies, die immer wieder jammern, dass ma die Griechen füttern obwohl die bereits aus der Krankenversicherung fliegen und mit ihren Kindern zum Tierarzt gehen, einfach obiges nochmal lesen und ein wenig darüber sinieren, wen ma jetzt wirklich retten.
Und ich bedaure wirklich, dass die Griechen nicht zum eigenen Wohle rausgegangen sind, denn wie die Politiker den dann notwendigen Direkttransfer an die Banken ohne den Sündenbock Griechenland argumentiert hätten, hätte ich nur zu gerne gesehen.

Nudlsupp melden

Gut gebrüllt Löwe, auch wenn es nicht wirklich gebrüllt war :-)

higgs70
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ja eh, dafür bin ich zu schüchtern;-))

günza melden

Neue Schulden um die alten zu Tilgen. In der Privatwirtschaft geht das nie lange gut, warum denkt man das dann bei einem ganzen Land. So Blind kann doch keiner sein oder geht es da doch wieder nur um die Gläubiger das die ihr Geld bekommen und verteilt die Schulden dann auf die Steuerzahler. Die die sich wieder bedienen werden noch reicher und die Mittelschicht wird es brennen.

higgs70
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endlich einer, ders kapiert.

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