Prinzessin Madeleine von Schweden: Eine Prinzessin abseits des Rampenlichts

Im Rampenlicht hat es Prinzessin Madeleine, der jüngsten Tochter von König Carl XVI. Gustaf von Schweden, nie so gut gefallen. Sie widmet ihre Zeit lieber gemeinnützigen Zwecken und ihrer Familie.

von Porträt - Prinzessin Madeleine von Schweden: Eine Prinzessin abseits des Rampenlichts © Bild: imago images / TT

Steckbrief Prinzessin Madeleine

© Maja Suslin / TT / TT News Agency / AFP/apa

Madeleine von Schweden, das Nesthäkchen

Die Geburt von Madeleine wurde von ihren Geschwistern schon sehnsüchtig erwartet. Am 10. Juni 1982 bringt Königin Silvia ihr drittes und letztes Kind zu Hause auf Schloss Drottningholm zur Welt. Das Dreigespann der schwedischen Königskinder war somit komplett.

»Meine armen Eltern haben Kopfschmerzen bekommen, wenn wir Familienbilder gemacht haben«

Neue Bilder der Kleinen Prinzessin aus dem schwedischen Königshaus waren beim schwedischen Volk der Hit. Die Fotos zeigten deutlich, wie nahe sich die Geschwister waren und wie süß sie miteinander spielten. Nur die Aufnahmen an sich waren problematisch. "Meine armen Eltern haben Kopfschmerzen bekommen, wenn wir Familienbilder oder etwas Derartiges gemacht haben", gestand Madeleine laut "Hellomagazine" in einem Interview. "Ich bin ständig weggerannt. Ich habe mich versteckt und sie mussten mich zurückzerren. Ich habe geschrien und wollte das Ganze gar nicht mitmachen."

Prinzessin Madeleine von Schweden mit ihren Eltern und Geschwistern
© imago images/TT 1983: Prinzessin Madeleine mit ihren Eltern und ihren Geschwistern

Ihre Aversion den Kameras gegenüber hat sich mit den Jahren glücklicherweise etwas gelegt. Dafür müssen die Schweden aus einem anderen Grund auf die junge Prinzessin verzichten.

Prinzessin Madeleine, das Schulkind

Im Alter von drei Jahren besuchte Madeleine dieselbe Vorschule in Västerled wie schon Prinzessin Victoria vor ihr. In schwedischen Vorschulen stand insbesondere die kindliche Entwicklung im Vordergrund. Leistungsdruck und Lernpflicht herrschten in diesen Einrichtungen nicht. Entsprechend unbeschwert war der Schulstart der jungen Prinzessin. Erst in der Grundschule Smedslättsskolan in Bromma standen Lesen, Schreiben und Rechnen auf dem Stundenplan.

Während der Grundschulzeit wurde deutlich, dass Madeleine die Lese- und Rechtschreibschwäche von ihrem Vater geerbt hatte. Auch Victoria litt unter Dyslexie. Für Madeleine war das eine glückliche Fügung, denn ihre Eltern konnten ihre Probleme dadurch schnell erkennen und ihr die entsprechende Hilfe anbieten.

© imago images / TT Prinzessin Madeleine 1990

Nach der Grundschule kam Madeleine auf das Gymnasium, schrieb gute Noten und erlangte ihre Hochschulreife im Jahr 2001. Was genau sie studieren wollte, wusste Madeleine zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Eins war aber sicher: Ihre Reise sollte zunächst nach London gehen, um ihr Englisch zu perfektionieren. Im Jahr darauf belegte sie einige Kurse in Rechtswissenschaften und Architektur.

Madeleine von Schweden, die Studentin

Gefesselt haben diese Themen sie jedoch nicht. Die Prinzessin wollte sich lieber den schönen Dingen des Lebens widmen: der Kunst. Sie kehrte nach Stockholm zurück und nahm das Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Ethnologie im Jahr 2003 auf. Drei Jahre später hatte sie ihren Abschluss in der Tasche.

© imago images / TT Prinzessin Madeleine 2001

Ausgelernt hat die Prinzessin damit allerdings noch nicht. In den folgenden Monaten belegte sie Kurse in Organisationsmanagement und Mitarbeiterführung. Damals dürfte schon deutlich gewesen sein, dass sie sich in Zukunft professionell für gemeinnützige Zwecke einsetzen wollte. Aus diesem Grund ging sie auch nach New York, um dort ein Praktikum bei UNICEF zu absolvieren. Sie widmete sich dort hauptsächlich Projekten, die der Förderung benachteiligter Kinder dienten.

Darüber hinaus engagierte sie sich für die World Childhood Foundation, die von Königin Silvia mitbegründet wurde.

Geplatzte Verlobung mit Jonas Bergström

Neben all der wohltätigen Arbeit nahm Madeleine sich auch Zeit für ausdauernde Shoppingtouren in Luxusboutiquen und natürlich für die Liebe. Kurz vor Beginn ihres Studiums kam die Prinzessin Ende 2002 mit dem Rechtsanwalt Jonas Bergström zusammen. Die beiden war das Traumpaar der schwedischen High Society – gebildet, attraktiv und fotogen.

Madeleines Ex verlobt sich mit bester Freundin
© Getty/AFP 2009: Prinzessin Madeleine bei der Bekanntgabe ihrer Verlobung mit Jonas Bergström

Von dem Pärchen gibt es zahlreiche Bilder von privaten Feiern und öffentlichen Veranstaltungen. Auf den Fotos wirken sie glücklich und vertraut, fast schon ein bisschen zu perfekt. Als sie im August 2009, ihre Verlobung bekannt gaben, hatte sich das schwedische Volk mental schon lange auf die Hochzeit vorbereitet.

Doch zur Ehe zwischen der Prinzessin und dem illustren Rechtsanwalt kam es nie. Die Verlobung wurde wenige Monate später aufgelöst. Der Hof äußerte sich nicht zu den Gründen. Die inoffizielle Erklärung: Jonas Bergström hatte eine Affäre mit der norwegischen Handballerin Tora Uppstrøm Berg.

Prinzessin Madeleines Flucht nach New York

Die heile Welt der Prinzessin brach daraufhin zusammen. Sie flüchtete sich nach New York, wo sie sich Ruhe von der Presse und von schmerzhaften Erinnerungen versprach. Der Aufenthalt in einer Stadt, in dem sie ihrem Ex-Verlobten über den Weg laufen könnte, dürfte eine grausame Vorstellung gewesen sein.

In New York machte sich Madeleine daran, ihr gebrochenes Herz zu flicken. Dabei war sie zum Glück nicht auf sich allein gestellt. Kurz nach ihrer Ankunft lernte sie den Geschäftsmann Christopher O’Neill, meist Chris genannt, kennen. Zunächst waren die beide gute Freunde, es dauerte aber nicht lange, bis mehr aus dieser Freundschaft wurde. O’Neill und Madeleine streiften daraufhin häufig händchenhaltend durch die Stadt der Träume. Es dauerte nur zwei Jahre, bis O’Neill um ihre Hand anhielt.

Hochzeit mit Chris O'Neill

Die Hochzeit wurde am 8. Juni 2013 in Stockholm gefeiert. Prinzessin Madeleine äußerte sich nur positiv über ihre Entscheidung, von Schweden nach New York gezogen zu sein.

»Ich glaube alles passiert aus einem Grund«
© AFP PHOTO / JONATHAN NACKSTRAND /apa Madeleine und Christopher O’Neill heirateten 2013

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"Ich glaube alles passiert aus einem Grund. Das glaube ich wirklich", verriet Madeleine laut Royalcorrespondent. "Damals brauchte ich eine Veränderung und wollte einfach nur weg aus Schweden. Ich muss sagen, dass ich sehr dankbar bin, dass ich mich so entschieden habe. Ansonsten hätte ich diesen wundervollen Mann nicht geheiratet."

Einen Adelstitel erhielt O’Neill mit der Hochzeit nicht. Dafür hätte er die schwedische Staatsbürgerschaft annehmen und royale Pflichten wahrnehmen müssen. Stattdessen konzentriert der britisch-amerikanische Geschäftsmann sich lieber auf seine beruflichen Aufgaben.

Dreifaches Familienglück für Madeleine

Nach der Hochzeit ließ auch der Nachwuchs nicht lange auf sich warten. Prinzessin Leonore Lilian Maria wurde neun Monate später am 20. Februar 2014 geboren. Sie trägt den Namen Lilian von Madeleines Lieblingstante und Maria nach Christophers Mutter.

Die Geburt sorgte in Schweden für Aufruhr, denn das erste Kind der jüngsten Tochter des Königs kam in New York zur Welt. Das hätte sich das schwedische Volk anders gewünscht. Der Danksagungsgottesdienst fand also am Sonntag nach der Geburt in Stockholm ohne die Familie statt.

Prinzessin Madeleine mit Ehemann Chris O'Neill und Töchterchen Leonore
© imago images/TT 2014: Prinzessin Madeleine mit Ehemann Chris O'Neill und Töchterchen Leonore

Dass Prinzessin Madeleine nun in den Vereinigten Staaten wohnhaft ist, legen die Schweden insbesondere O’Neill zur Last. "Manchmal wünschte ich, sie wäre keine Prinzessin", sagt dieser laut Bunte über seine Ehefrau. Das öffentliche Interesse, die Paparazzi und die Berichterstattungen stören ihn und Verpflichtungen für das Königshaus möchte er nicht wahrnehmen.

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Dennoch ziehen Madeleine und Chris einige Monate nach der Geburt von Leonore nach Stockholm. Lange bleiben sie jedoch nicht. Am 15. Juni 2015 brachte Madeleine ihr zweites Kind, Prinz Nicolas Paul Gustaf zur Welt. Im darauffolgenden Herbst zog die Familie auch schon wieder weiter nach London.
Immerhin wird auch Madeleines drittes Kind in Schweden geboren. Prinzessin Adrienne Josephine Alice erblickte am 9. März 2018 in Danderyd das Licht der Welt. Auch nach dieser Geburt folge ein Umzug.

Familienleben in Florida

Im Sommer 2018 siedelte die Familie wieder in die Vereinigten Staaten von Amerika um, dieses Mal in den Bundesstaat Florida. Traurig für die Schweden, gut für Madeleine, die jetzt ohne Weiteres den offiziellen Fototerminen entkommen kann.

© imago images/PPE 2021: Prinzessin Madeleine und Chris O'Neill mit ihren drei Kindern

Die schüchterne Prinzessin fühlt sich inzwischen sehr wohl in den Vereinigten Staaten. "Ich habe das Gefühl, dass ich inzwischen gute Freunde gefunden habe", erzählte Madeleine laut dem "Hellomagazine" in einem Interview. "Das sind vor allem die Mütter, die ich an der Schule kennengelernt habe. In den USA sind die Eltern sehr präsent an der Schule, daher fiel es mir leicht, über die Kinder Anschluss zu knüpfen. Es ist hier ein Vollzeitjob, die Mutter von Schülern zu sein."

Neben dem Vollzeitjob als Mutter engagiert sich Madeleine weiterhin für die Childhood Foundation und die Rechte von Kindern. Es ist schön, zu sehen, dass sie ihr Glück gefunden hat. Nur schade, dass sie so weit weg von ihrer Heimat residiert.

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