12 seltene Gewürze, die
Sie noch nicht kannten

Gewürze waren früher begehrte Handelswaren, die Wohlstand ausdrückten. Salz wurde im Mittelalter mit Gold aufgewogen. Auch Zucker war eine Kostbarkeit, erschwinglich nur für die Reichen und Mächtigen. Heute ist das nicht mehr so. Warum also nicht mal etwas Neues ausprobieren?

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Das Würzen ist die hohe Kunst des Kochens. Erst die unterschiedlichen Kräuter und Gewürze verleihen dem Gericht einen besonderen Geschmack. Die richtige Kombination verfeinert frische Zutaten, macht das Essen appetitanregend und besser bekömmlich.

Leider sind viel tolle Pflanzen und Gewürzkombinationen in Vergessenheit geraten oder einfach in Österreich nicht bekannt. Wer die Geschmacksvielfalt seiner Gerichte erweitern möchte, kann sich hier einige Inspirationen holen:

1. Sumach

Bereits in der Antike wurde Sumach* als Gewürz und Medizin benutzt: Zum Beispiel dienten die Blätter des Sumach zum Gerben von Leder und als Färbemittel für Haare.

Der saure Geschmack der Früchte basiert auf Apfel- und Zitronensäure und verschiedenen ätherischen Ölen. Verwendung: Im arabischen Raum würzt Sumach zahlreiche Schmortöpfe auf Basis von Huhn, Lamm, Fisch und Gemüse.

2. Berberitzen

Der Strauch der Familie der Berberitzengewächse wächst in Europa und Asien wild. Hierzulande ist die Berberitze*eher unter dem Namen Sauerdorn und nur als Zierpflanze bekannt. Dabei schmecken die kleinen roten Beeren köstlich, und gesund sie noch dazu.

Ihren Zweitnamen "Essigbeere" trägt die kleine Frucht nicht ohne Grund – tatsächlich schmeckt die sie säuerlich bis sauer. Verwendung: Vor allem als würzende Zutat für Reisgerichte, aber auch in Fleischspeisen sind Berberitzen speziell im Iran äußerst beliebt.

3. Cajun

Das Cajun-Gewürz* verleiht vielen Gerichten der Südstaaten-Küche einen einzigartigen Geschmack. Es besteht aus verschiedenen Pfefferkörner, getrocknete Chilischoten, Thymian, Oregano, Nelken und Zimt.

Typische Gerichte für Cajun sind zum Beispiel "Gumbo", das sich wahrscheinlich aus der französischen Bouillabaisse entwickelt hat und "Jambalaya", welches der Paella sehr ähnlich ist. Die Cajun-Küche verwendet überwiegend regional erhältliche Produkte wie Krebse und Fisch und Gemüse wie Paprika, Zwiebel und Staudensellerie.

4. Rosenharissa

Harissa* ist eine sehr beliebte marokkanische Gewürzmischung, die es als Pulver oder Paste in den Läden gibt. Sie besteht meist aus geschroteten oder gemahlenen Chilischoten, Knoblauch, Kümmel, Kreuzkümmel, Koriander und Salz. In unserer Variation sind noch Rosenblüten dabei. Als Paste ist zusätzlich Öl beigefügt.

Verwendung: Besonders bei Reis- und Couscousgerichten, aber auch Fisch, Geflügel und Lamm entfaltet es seinen großartigen Geschmack

5. Gado Gado

Im Indonesischen bedeutet Gado Gado* soviel wie "Mischmasch" oder "Durcheinander". Dieser Mischmasch ist ursprünglich ein Gemüsesesalat, der mit Erdnusssauce und Kokosflocken lauwarm serviert wird. Zusammen mit Reis, Tofu, Fisch oder anderem Meeresgetier wie beispielsweise Krabben wird Gado Gado als Hauptgericht serviert.

Verwendung: Ein gängiges Rezept ist wie oben beschriebden der Gemüsesalat. Gado Gado passt aber auch zu Glasnudelsalat und schmeckt zu Hühnchen ganz vorzüglich.

6. Bockshornklee

Die Pflanze Bockshornklee* stammt ursprünglich aus dem persischen Raum. Dort war die Verwendung als Gewürz schon im Antiken Ägypten bekannt und Karl der Große brachte es im 9. Jahrhundert nach Europa.

Die Pflanze mit ihrem leicht würzig-bitteren Geschmack ist in der Küche und in der Medizin ein echter Allrounder. Verwendung: Bockshornklee ist ein beliebter Bestandteil von Curry-Mischungen. Natürlich lassen sich damit ebenso Fisch- und Fleischgerichte würzen.

7. Jerk

Das spanische Wort "charqui" bedeutet soviel wie "getrocknetes Fleisch" und gilt als Herkunft des Begriffes "jerk". Die gleichnamige Gewürzmischung Jerk* stammt aus Jamaika. Und verwöhnt den Gaumen mit Exotik pur: Mit Piment, Chili, Nelke und Zimt lassen uns vom Karibik-Urlaub träumen.

Verwendung: Jerk wird am besten mit Olivenöl angerührt und über das Fleisch, bzw. Grillgut gegeben. Dann für mindestens zwei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, besser über Nacht.

8. Kakao Nibs

Kakao Nibs*sind Stückchen von rohen Kakaobohnen – also Schokolade in seiner natürlichsten Form. In seinem Rohzustand hat Kakao eine hohe Konzentration an Antioxidantien und enthält die „Glücksbotenstoffe“ Dopamin und Serotonin.

Ihre wertvollen Inhaltsstoffe machen die Kakao Nibs zu einem echten Superfood: Sie sind reich an Magnesium, Kalium, Zink und Ballaststoffen. Verwerndung: Für Desserts aller Art und auch roh zum Knabbern.

9. Chakalaka

Ursprünglich handelte es sich bei Chakalaka*um eine würzige Soße, die in Südafrika insbesondere zu Fleischgerichten gereicht wurde. Der Legende nach verkochten Arbeiter die Reste zahlreicher Zutaten zu einer schmackhaften Sauce, die sie Chakalaka tauften.

Der Ursprung der Soße wird im afrikanischen Botswana vermutet, die heute gebräuchliche Variante hat sich jedoch in den Townships von Johannesburg entwickelt. Verwendung: Die mittelscharfe afrikanische Würzsauce und sollte auf keiner Grill-Party fehlen. Sie eignet sich auch perfekt zum Marinieren.

10. Macis

Das seltene Gewürz Macis**wird aus der Muskatblüte, also dem Samenmantel des Muskatnussbaumes, gewonnen. Geschmacklich ähnelt es der Muskatnuss, ist aber deutlich milder.

Die Araber brachten sowohl die Muskatblüte (Macis) als auch die Gewürznuss (die bei uns inzwischen weit verbreitet ist) im 11. Jahrhundert nach Europa. Verwendung: Man kann damit Gebäck und Fleischgerichte würzen. Ein ganz bekannter Teil der deutschen Küche benutzt Macis ebenfalls – für die Herstellung der Weißwurst.

11. Galgant

Die Galgantwurzel* gehört zu den Ingwergewächsen und wird wie frischer Ingwer geschält und dann gehackt oder gerieben. Frischer, leicht pfeffriger Geschmack, etwas milder als Ingwer. Besonders beliebt in der Thai-Küche.

Glaubt man den Aussagen der Nonne Hildegard von Bingen - sie gilt als erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters - dient die Galgantwurzel als Gewürz der Liebe und des Lebens. Verwendung: Galgant eignet sich für Fleischgerichte oder Wild, ebenso wie Desserts der asiatischen Küche. Oftmals finden Sie Galgant in Thai-Curry-Pasten.

12. Tschubritza

Bohnenkraut (Tschubritza*) ist in Bulgarien weit verbreitet. Kein Wunder, denn der Verwandte des Oreganos und des Thymians stammt aus dem Mittelmeergebiet. Es schmeckt scharf, leicht pfeffrig brennend.

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Bohnenkraut verhindert bei Gerichten mit Hülsenfrüchten Blähungen. Es wirkt auch appetitanregend und krampfstillend. Verwendung: Für Gerichte mit Hülsenfrüchten, Kartoffel- und Fleischsalate sowie Tomatengerichte. Es ist auch bei Ragouts, Lamm, Schwein und Kaninchen und Fisch sehr oft in Verwendung.