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Böller explodiert und zerfetzt
Andreas Schicker die Hände

Horn-Spieler verletzt sich in der Nacht auf Sonntag schwer - Amputation einer Hand

Andreas Schicker im VdF-Dress © Bild: GEPA pictures/ Christopher Kelemen

Drama in der Obersteiermark. Andreas Schicker, 162-facher Bundesliga-Spieler, hat sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei einer Böller-Explosion schwer verletzt. Wie Schickers aktueller Arbeitgeber SV Horn bekannt gab, musste der Defensivspieler mehrere Stunden operiert werden und liegt noch immer auf der Intensivstation.

Der tragische Unfall ereignete sich um 3:25 Uhr am Sonntag in Bruck an der Mur. Ein lauter Knall riss die Bewohner aus dem Schlaf und sorgte für Aufmerksamkeit bei zwei Exekutivbeamten. Die Polizisten fanden Andreas Schicker blutüberströmt vor, an seiner Seite sein geschockter Begleiter.

"Wir mussten ihm die Hand abnehmen"

Nach schnell geleisteter Erster Hilfe wurde der 28-jährige Fußballer, der sich zurzeit von einem Kreuzbandriss erholt, in die Grazer Uni-Klinik transportiert, wo er zugleich operiert wurde. Der von drei Chirurgen vorgenommene Eingriff dauerte laut "Kleiner Zeitung" zehn Stunden, gerettet werden konnte vorerst nur eine Hand. Und selbst um diese muss in den nächsten Tagen noch gezittert werden. "Wir mussten ihm die linke Hand abnehmen. An der rechten Hand war der Daumen beinahe abgetrennt. Das konnten wir wieder zum Durchbluten bringen", erklärte der operierende Arzt Dozent Martin Hubmer.

Während die linke Hand inklusive dem unteren Drittel des Arms amputiert werden musste, nähten die Chirurgen die Gefäße der schwer verletzten rechten Hand wieder zusammen. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob die Durchblutung des Daumens funktioniert. Der Daumen hing laut Chirurg Martin Hubmer nur noch an einer kleinen Haut- und Sehnenbrücke. Die linke Hand dagegen sei "komplett zerfetzt" gewesen. Deshalb habe die Operation gegen 5.00 Uhr früh auch mit der rechten Hand begonnen, links sei "rekonstruktiv nichts mehr möglich" gewesen.

Andreas Schicker beim Tackling für Ried
© GEPA pictures/ Mario Kneisl Andreas Schicker spielte bis zum Sommer für die SV Ried

Knallkörper war Profi-Böller

Wie genau es zu dem verheerenden Unfall gekommen war, konnte noch nicht rekonstruiert werden. Weder Schicker noch sein Begleiter, der an beiden Beinen verletzt wurde, konnte bislang ausreichend einvernommen werden. Bei einer ersten Befragung soll er erklärt haben, dass der Gegenstand einfach explodiert sei und er sich das nicht erklären könne. Alkohol war laut Polizeibericht keiner im Spiel.

Wie die Polizei Montagnachmittag mitteilte, soll es sich bei dem pyrotechnischen Gegenstand um einen in Deutschland produzierten Böller handeln. Dieser dürfe allerdings nur von Berufspyrotechnikern gekauft und gezündet werden. Wie Andreas Schicker zu dem Knallkörper kam, ist noch nicht geklärt, da er bisher noch nicht vernommen werden konnte. Das soll erst in den kommenden Tagen passieren. Das deutsche Fabrikant dürfte laut Polizei relativ gefährlich sein, weil es nur gegen Vorlage eines Pyrotechniker-Ausweises verkauft werden darf.

Ärger über niveaulose Kommentare

Während die Ermitler also noch auf Inromationen warten, zeigt Fußball-Österreich seine Solidarität. Schickers Ex-Mitspieler Tomas Simkovic geht dabei etwa besonders hart mit Internet-Komikern ins Gericht. "An alle Vollidioten die irgendwelche niveaulosen Kommentare auf diversen Internetseiten schreiben, denkt mal darüber nach wenn das einem Bekannten von euch passiert! Spart euch den ganzen Scheiß, Schicki ist seit Beginn seiner Karriere ein Vorzeigeprofi!", so Simkovic via Facebook.

Auch die Austria und die SV Ried, beide Stationen in Schickers Karriere, sowie zahlreiche Fußballer wünschen dem VdF-Mitglied gute Besserung.

Kommentare

Bill Rizer

Natürlich hat er das selbst zu verantworten, trotzdem hat er mein Mitgefühl. Jeder macht im Leben Dummheiten, die aber nicht immer derartig hart bestraft werden sollten. Zumindest muss "nur" er selbst für diese Dummheit zahlen (vom Finanziellen abgesehen).

tja. sorry: persönlich als *Mensch* tut er mir leid, ABER als ~ 30 jähriger müßte er doch genug HIRN haben, um eben vieles nichts zu tun. Habe auch mit den zum WEnde *aufgestiegenen* steirischen ?? DUMMKÖPFEN kein Mitleid. Die haben es hinter sich, aber wie sieht es mit Schicker aus ?? Betriebsunfall ? etc.. kommt bei ihm sicherlich nicht zum tragen, wird sicherlich ein *Sozialfall* für Alle !

Horst Bühringer

Persönlich kann ich die Reaktion von Simkovic gut verstehen. Schicker ist ein Freund, niemand vergönnt einem anderen Menschen eine solche Verletzung. Jedoch muss man auch klar sagen das die Einstellung von Schicker zum Fussball und das er ein Vorzeigeprofi ist nichts mit der Aktion zu tun. Als Vorzeigeprofi ist man auch Vorbild! Und ich meine das ein rumhantieren mit Bölller nicht dem entspricht.

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