Walter Ruck
©Matt ObserveTrotz neuer Vorwürfe rund um den Abgang der langjährigen Spartenobfrau Maria Neumann denkt WK-Wien-Präsident Walter Ruck nicht an einen Rücktritt. Er weist Kritik zurück und betont seine Amtszeit bis 2030 – während Neumann von massivem Druck im Vorfeld ihres Rückzugs berichtet.
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Der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck, denkt trotz anhaltender Kritik an seiner Amtsführung nicht an einen Rücktritt. "Ich bin für die Periode bis 2030 gewählt" und werde diese "genauso zu Ende führen", bekräftigte Ruck am Dienstag im Ö1-"Mittagsjournal". Zuvor waren neue Vorwürfe laut geworden, er habe die langjährige Spartenobfrau Maria Neumann gedrängt, eine Rücktrittserklärung Monate im Voraus zu unterzeichnen.
Vorab verfasstes Rücktrittsschreiben
Im Zentrum der aktuellen Debatte steht der Abgang von Maria Neumann, die elf Jahre lang die Sparte Gewerbe und Handwerk leitete. Nach entsprechenden Berichten von profil und Standard schilderte Neumann am Dienstag im Ö1-"Mittagsjournal", ihr sei ein vorab verfasstes Rücktrittsschreiben vorgelegt worden. Es sei ihr klar gewesen: "Wenn ich das nicht unterschreibe, dann werde ich auch nicht mehr zur Spartenobfrau gewählt."
Ruck stellte die Situation anders dar. Er habe Neumann eröffnet, in der neuen Periode ohne sie weitermachen zu wollen. Als Grund nannte der WK-Wien-Chef Zeitmangel aufgrund von Neumanns ÖVP-Nationalratsmandat. Dies wies die Betroffene als vorgeschoben zurück, da sie vom Wirtschaftsbund explizit für das Parlament nominiert worden sei.
Anhaltende Kritik
Ruck steht bereits seit längerem in der Kritik. Zuletzt sorgte die Entsendung von drei engen Familienmitgliedern in Gremien der Sozialversicherungsträger für Debatten über "Postenschacher". Ruck hatte diese Entscheidungen mit der fachlichen Qualifikation seiner Angehörigen verteidigt. Angesprochen auf die Stimmung in der Kammer, merkte Neumann im "Ö1"-Interview an, die aktuelle Situation tue "der Organisation nicht gut".
