René Benko
©APA, EXPA, JOHANN GRODERDas internationale Schiedsgericht ICC hat nach einer Klage von Mubadala, dem Staatsfonds von Abu Dhabi, ein Urteil mit weitreichenden Konsequenzen gefällt. Den Investoren wurden knapp 700 Millionen Euro zugesprochen, wie News-Recherchen zeigen. Auch die Laura Privatstiftung der Benkos ist von der Entscheidung massiv betroffen.
Alles beginnt im Jahr 2018. Eine österreichische Wirtschaftsdelegation unter dem damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz reist nach Abu Dhabi. Mit dabei: René Benko, der im arabischen Raum gezielt um Kapital wirbt – insbesondere beim Staatsfonds Mubadala.
Kurz-Reise
Die Reise zahlt sich aus. In den darauffolgenden Jahren investieren mehrere Mubadala-Gesellschaften mehr als 700 Millionen Euro in die Signa-Gruppe. Im Gegenzug erhält der Staatsfonds hohe Zinszusagen und weitreichende Sicherheiten. Ob Benkos Co-Gesellschaftern diese Vertragswerke überhaupt jemals vorgelegt wurden, ist bis heute offen und fraglich.
Ende 2023 bricht jedenfalls das Geflecht der Signa-Gruppe in sich zusammen. Zentrale Gesellschaften müssen Insolvenz anmelden. Mubadala will nun sein investiertes Geld zurück – und zieht vor ein internationales Schiedsgericht. 2025 wird in Zürich und Genf verhandelt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Urteil
News liegt das Urteil jetzt vor: Mubadala wurden rund 700 Millionen Euro zugesprochen. Doch bei den verurteilten Signa-Gesellschaften ist kaum Vermögen vorhanden.
Damit rücken jene in den Fokus, die Garantien abgegeben haben – darunter mehrere Gesellschaften der Laura Privatstiftung sowie René Benko persönlich. Mit dem Schiedsspruch werden die Zusagen der Laura Stiftung nun rechtlich relevant. Zwar können Teile der Ansprüche gegengerechnet werden, dennoch dürfte die Laura Privatstiftung mehrere Hundert Millionen Euro tatsächlich begleichen müssen.
Kaum Cash
In der Laura Privatstiftung werden nach News-Recherchen weiterhin Vermögenswerte im dreistelligen Millionenbereich vermutet. Über ausreichend liquide Mittel, um die zugesprochenen Forderungen der arabischen Investoren kurzfristig zu begleichen, dürfte die Stiftung jedoch nicht verfügen.







