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Dienstleistungen bleiben laut Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk nach wie vor der größte Inflationstreiber. Die Preise in diesem Segment legten im Mai um 4,4 Prozent zu und damit noch kräftiger als im April mit einem Plus von 4,1 Prozent. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten unter anderem deutliche Preisschübe für Flugtickets. Einen kräftigen Preissprung auf 1,4 Prozent gab es auch bei den Industriegütern, nachdem diese im Vormonat um lediglich 0,8 Prozent teurer geworden waren. Die Kerninflation lag laut den Berechnungen der Statistiker im Mai bei 3,3 Prozent.
Von den Energieträgern ging im Mai in Summe ein etwas geringerer Inflationsdruck aus als noch im April. Während Benzin einen moderaten Anstieg verzeichnete, sanken die Preise für Diesel und Heizöl im Monatsabstand. Lebensmittel, Tabak und Alkohol verteuerten sich im Jahresabstand um 2,4 Prozent und damit etwas weniger stark als im April mit einem Plus von 2,6 Prozent.
Für Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher kam der Anstieg der Gesamtinflation im Mai erwartet. Er verwies auf die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten. Die Unsicherheit rund um wichtige Transport- und Handelsrouten wirke sich auf die Energie- und Rohstoffmärkte aus und schlage sich in der weiteren Preisentwicklung nieder. "Insgesamt ist die Lage nicht vergleichbar mit 2022, wo die Inflation im Mai aufgrund stärkerer Nachfrage und anderer Faktoren noch viel höher war, aber dennoch herausfordernd", betonte Kocher in einer schriftlichen Stellungnahme. Österreich sei als kleine, offene Volkswirtschaft von internationalen Entwicklungen besonders betroffen.
Der EZB-Rat wird die neuen Daten bei seiner Sitzung in der kommenden Woche sorgfältig bewerten. "Unser Auftrag ist klar: Wir gewährleisten mittelfristig Preisstabilität und werden die Inflation im Euroraum auf 2 Prozent zurückführen", erklärte Kocher. Wenn die geopolitischen Spannungen anhalten und die globalen Energiepreise erhöht bleiben, werde das laut dem Notenbank-Chef in nächster Zeit eine geldpolitische Reaktion erforderlich machen. Der endgültige Indexstand des Verbraucherpreisindex (VPI) sowie weitere Detailergebnisse für Mai werden am 17. Juni von der Statistik Austria bekanntgegeben.






