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Inflation: Der Warenkorb als Maßstab für die Teuerung

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©Unsplash / Tara Clark

Ein fiktiver Korb mit über 700 Gütern misst Preisentwicklung. Die Ausgabenanteile der Haushalte bestimmen die Gewichtung der Produkte. Neugewichtung hat Jänner-Inflation leicht gedämpft.

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Die Inflation in Österreich ist im Jänner 2026 auf 2,0 Prozent gesunken, nach 3,8 Prozent im Dezember. Damit bestätigte die Statistik Austria am Mittwoch in Wien ihre Schnellschätzung. Im Vergleich zum Vormonat verbilligte sich das Preisniveau um 0,7 Prozent.

Neben sinkenden Energiepreisen trug dazu auch eine planmäßige Aktualisierung des sogenannten Warenkorbs bei. Dieser fiktive Einkaufskorb der Statistik Austria enthält mehr als 700 repräsentative Güter und Dienstleistungen. Er ist das zentrale Instrument, um die allgemeine Preisentwicklung für Konsumenten zu messen und die offizielle Teuerungsrate zu berechnen.

Scannerdaten von den Supermärkten

Um die Preissteigerungen exakt zu ermitteln, erheben Statistiker monatlich tausende Preise in ganz Österreich. Früher gingen Preiserheber dafür selbst in die Geschäfte, heute nutzt die Statistik Austria verstärkt Scannerdaten direkt von den Supermärkten.

Die erhobenen Preise fließen jedoch nicht alle gleich stark in die Berechnung ein. Jedes Gut im Warenkorb wird genau nach seinem Anteil an den durchschnittlichen Gesamtausgaben der privaten Haushalte gewichtet. Die größten Posten bilden dabei im aktuellen nationalen Verbraucherpreisindex die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie mit einem Gewicht von knapp 21 Prozent, gefolgt vom Verkehr mit rund 14 Prozent.

Neugewichtung im Jänner 2026

Damit der Warenkorb die Realität bestmöglich abbildet, wird er regelmäßig an geänderte Konsumgewohnheiten angepasst. Mit Jänner 2026 trat eine solche Neugewichtung in Kraft, die vor allem auf Daten der jüngsten Konsumerhebung aus den Jahren 2024 und 2025 basiert. So verloren beispielsweise Ausgaben für Gastronomie deutlich an Gewicht, während der Bereich Wohnen stärker ins Gewicht fällt. Diese methodische Anpassung dämpfte die ausgewiesene Teuerungsrate im Jänner geringfügig um rund 0,1 Prozentpunkte.

Der allgemeine Warenkorb spiegelt jedoch einen österreichischen Durchschnittshaushalt wider, der in der Praxis so kaum existiert. Da die persönlichen Ausgaben von diesem Schnitt abweichen können, wird die Inflation individuell oft anders empfunden. Um insbesondere den Preisauftrieb bei häufig gekauften Artikeln darzustellen, gibt es den Miniwarenkorb für den wöchentlichen sowie den Mikrowarenkorb für den täglichen Einkauf. Diese verzeichneten im Jänner 2026 mit 0,9 beziehungsweise 0,4 Prozent einen deutlich unterdurchschnittlichen Preisanstieg.

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