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Allein im ersten Monat sollten mehr als 100 Millionen Barrel auf den Markt kommen, um die stark gestiegenen Energiepreise einzudämmen. Daran wird sich - wie in der Vergangenheit - auch Deutschland beteiligen. Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lud für den Mittag zu einem Pressestatement ein, ohne das Thema konkret zu benennen. Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar sind die Preise an den Tankstellen deutlich gestiegen.
Die spanische Energieministerin Sara Aagesen sagte, die vorgeschlagene Freigabe wäre die größte in der Geschichte der IEA und mehr als doppelt so hoch wie zu Beginn des Ukraine-Krieges vor vier Jahren. Die bisher größte koordinierte Freigabe von insgesamt knapp 183 Mio. Barrel erfolgte 2022 in zwei Wellen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Die zweite und größere Freigabe im April 2022 war mit rund 120 Mio. Barrel die größte Einzelaktion in der IEA-Geschichte, zu der Deutschland 6,48 Mio. Barrel beitrug.
Am Mittwoch soll zudem ein Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs unter dem Vorsitz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron stattfinden. Zuvor hatten deren Energieminister die Nutzung von Reserven befürwortet. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor ebenfalls über die Pläne berichtet.
Eine sofortige Freigabe kann jedoch nicht erfolgen, da das Gesamtvolumen, die Aufteilung auf die Länder und der Zeitplan noch diskutiert werden müssen, wie eine Person aus G7-Kreisen sagte. Derzeit sei zwar kein Land mit einer physischen Knappheit konfrontiert, die Preise stiegen aber stark. Es werde erwartet, dass das IEA-Sekretariat verschiedene Szenarien vorschlage. Zudem könnten die Gespräche auf Nicht-IEA-Mitglieder wie China und Indien ausgeweitet werden, hieß es weiter.
Die westlichen Volkswirtschaften koordinieren ihre strategischen Ölvorräte über die in Paris ansässige IEA, die nach der Ölkrise in den 1970er Jahren gegründet wurde. Die Ölpreise schwankten am Mittwoch. An den Märkten herrschten Zweifel, ob die geplante Rekordfreigabe ausreichen würde, um mögliche Lieferausfälle aus dem Nahen Osten auszugleichen.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, nannte die Nutzung der Reserven sinnvoll, aber kein Allheilmittel. "Natürlich ist es sinnvoll, diese strategischen Reserven freizugeben", sagte er vor Journalisten. Die globalen Reserven könnten aber nur Lieferausfälle von wenigen Wochen kompensieren. Eine dauerhafte Stabilisierung der Märkte sei allein dadurch nicht zu erwarten. Sollte der Konflikt weiter eskalieren und die für den Öltransport wichtige Straße von Hormuz länger gesperrt bleiben, sei die Freigabe eher ein Tropfen auf den heißen Stein.
Seit Ende Februar greifen die USA und Israel den Iran an. Die Islamische Republik hat wiederum andere Länder am Persischen Golf attackiert, von denen aus die USA agieren.
TAFT, CALIFORNIA - MARCH 10: A pumpjack operates on March 10, 2026 near Taft, California. A barrel of oil passed the $100 mark yesterday amid the war in Iran for the first time since the Russian invasion of Ukraine in 2022. Mario Tama/Getty Images/AFP (Photo by MARIO TAMA / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)




