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Von den insgesamt 188 Vorstandsmitgliedern sind lediglich 26 Frauen. Das ist die gleiche Anzahl wie bei der letzten Erhebung im August 2025. Da die Gesamtzahl der Vorstandsmitglieder leicht sank, blieb der prozentuelle Anteil stabil. Im Jahresvergleich gab es einen leichten Zuwachs um zwei Mandate (von 24 auf 26). Dennoch sind die Führungsgremien weiterhin fest in männlicher Hand: 31 der 54 Unternehmen - und damit 57 Prozent - haben einen rein männlich besetzten Vorstand.
Wenn Frauen in den Vorstand aufsteigen, dann selten an die operative Spitze. Die meisten Managerinnen verantworten Finanzen (10 CFO) oder operative Teilbereiche (9). Zwei Frauen sind als Risikovorstand (CRO) tätig. Die Position des Chief Executive Officer (CEO) bleibt derzeit ausschließlich Männern vorbehalten.
Nur eine Minderheit der Firmen setzt auf gemischte Teams: Lediglich drei Unternehmen (BKS Bank, Marinomed Biotech, Oberbank) haben mehr als eine Frau im Vorstand. Branchenmäßig liegen Energie sowie Transport & Logistik mit einem Frauenanteil von je 20 Prozent voran. Schlusslichter sind die Automobil- und Telekommunikationsbranche, deren Vorstände komplett frauenfrei sind.
Helen Pelzmann, Partnerin bei EY Law, übt Kritik am aktuellen Entwurf des Gesellschaftsrechtlichen Leitungspositionengesetzes (GesLeiPoG), das die EU-Richtlinie "Women on Boards" umsetzen soll. Der Entwurf sei im Vergleich zur ursprünglichen Fassung "spürbar verwässert" worden. Eine ursprünglich geplante verbindliche Regelung, wonach in Vorständen mit mehr als zwei Mitgliedern mindestens eine Frau vertreten sein muss, wurde gestrichen.
"Damit wird aus einem klaren Gleichstellungsinstrument eine weitgehend unverbindliche Empfehlung", so Pelzmann.
Besser sieht die Situation in den Kontrollgremien aus, wo bereits gesetzliche Quoten greifen. In den Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil bei 31,7 Prozent (166 von 523 Mandaten). Dies ist allerdings nur ein minimaler Anstieg gegenüber August 2025 (31,5 Prozent). Ab Ende Juni 2026 soll eine verschärfte Quote von 40 Prozent für Aufsichtsräte gelten. Aktuell erreicht die Finanzbranche mit 40,5 Prozent als einzige diesen Wert im Schnitt, während die Rohstoffbranche mit 16,7 Prozent weit abgeschlagen ist.
