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Grundsätzlich sei es jedes Jahr keine Überraschung, dass es in nicht-touristisch und christlich geprägten Gebieten gastronomisch ruhiger zugehe, so Rainer. Es könne Wirten aber genauso gelingen, mit den Angeboten gewisser Highlights zu jeder Jahreszeit Gäste zu gewinnen. Für die Fastenzeit böten sich nicht nur vegetarische und vegane Speisen an, die man ohnehin ganzjährig anbieten müsse, sondern auch bewusste Kreativität im Wortsinn nach dem Geschmack der Gäste. "Saisonale Schwerpunkte sind immer sinnvoll."
In den touristischen Regionen - Rainer ist im unteren Zillertal in Tirol tätig und spricht für sein Unternehmen von einer Misch-Lage mit übers Jahr gesehen 70 Prozent einheimischen Gästen -, spiele die Fastenzeit praktisch keine Rolle. Viele Gäste sind auch nicht so christlich geprägt wie Einheimische. Und mit der touristischen Wintersaison dürfte man "insgesamt gesehen zufrieden sein, was ich bisher so höre", sagte Rainer. Diese habe recht früh gestartet, freilich gebe es regionale Unterschiede.
Am heutigen Aschermittwoch hat aber nicht nur die Fastenzeit des Christentums begonnen. Auch der islamische Fastenmonat Ramadan ist losgegangen. Und der wiederum verschiebt das Tagesgeschäft bei islamisch geprägten Lokalen, wie es auch bei Kebaphäusern meist der Fall ist. "Am Abend ist bei uns umso mehr los, untertags geht es jedoch deutlich ruhiger zu", erläuterte Mehmet Ünal von Közde Döner in Wien in einer Aussendung. "Für Gäste, die nicht fasten, ergibt sich dadurch ein Zeitfenster, in dem leichter ein Tisch zu haben ist und die Wartezeit für Take-away Speisen geringer ausfällt." Der gläubige Christ und die gläubige Christin oder alle Menschen, die sich überhaupt fleischlos ernähren, könnten da etwa ein vegetarisches Sandwich holen.
Während der Ramadan einen Monat dauert, sind es bei der Fastenzeit 40 Tage. Zuletzt zeitgleich begonnen haben die Phasen der Askese der beiden Religionen übrigens anno 1863.
