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Die Schenkung ging über die Bühne, nachdem der Orden in Volders aufgelöst worden war. Die neuen Eigentumsverhältnisse der Klosterbibliotheken ermögliche es der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB Tirol) nunmehr "ihr Profil als zentrale Gedächtnisinstitution des Landes weiter zu stärken", betonte ULB-Leiterin Eva Ramminger dazu. Die beiden Bibliotheken seien jedenfalls zentral, um die ULB-Altbuchbestände "in inhaltlicher wie auch kulturhistorisch wertvoller Weise zu erweitern", ergänzte Peter Zerlauth von der Abteilung für Sondersammlungen der ULB Tirol.
Mit den umfangreichen Schenkungen gehe aber auch eine Verantwortung einher, hieß es weiters. So sei ein wesentlicher Beweggrund der Wunsch "nach fachgerechter Betreuung der Bücher sowie nach optimalen konservatorischen Rahmenbedingungen" gewesen. Zugleich sei auch im Mittelpunkt gestanden, "die wertvollen Sammlungen für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen."
Ebenjenem Wunsch komme man bereits nach, indem etwa die mittelalterlichen Handschriften aus der Bibliothek des Innsbrucker Servitenkonvents digitalisiert werden. Im Rahmen eines drittmittelgeförderten Projektes werden in Kooperation mit dem Institut für Klassische Philologie, Neulateinischen Studien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ebenjene "für Forschung und Öffentlichkeit inhaltlich erschlossen" und schließlich "digital zugänglich gemacht."
Neben diesen rund 500 Handschriften aus dem 15. bis 19. Jahrhundert enthält die Innsbrucker Klosterbibliothek auch 200 wertvolle Inkunabeln, also erste zwischen 1454 und 1500 gedruckte Bücher, die noch mit beweglichen Lettern hergestellt wurden. Der zeitliche Schwerpunkt der Büchersammlung von Volders liegt hingegen auf Werken aus dem 16. und 17. Jahrhundert sowie aus jüngerer Zeit, verlautete es seitens der Universität. Beide Sammlungen seien zudem "bedeutsame Zeugnisse für das historische Wirken des Ordens in Tirol", strichen die Verantwortlichen heraus.
INNSBRUCK - ÖSTERREICH: FOTO: APA/ULB Tirol
