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Wiener ÖVP fordert Deutschoffensive im Kindergarten

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Partei will Neuaufstellung der Deutschförderungen in Kindergärten
©APA, GEORG HOCHMUTH
Die Wiener ÖVP fordert ein Maßnahmenpaket gegen den hohen Anteil an außerordentlichen Schülerinnen und Schülern in Wien. Dieser ist bei Taferlklasslern so hoch wie nie zuvor, warnt man. Die Entwicklung sei dramatisch, weil hier fast zwei Drittel jener Kinder, die dem Unterricht mangels Deutschkenntnissen nicht folgen können, in Österreich geboren wurden. Parteichef Markus Figl und Klubobmann Harald Zierfuß beklagten am Mittwoch Defizite im Elementarbereich.

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Die ÖVP hat mittels Anfragen an Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) sowie einem Auskunftsbegehren nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) aktuelle Zahlen zum laufenden Schuljahr erfragt. Von Seiten der Stadt war zuletzt mitgeteilt worden, dass der Anteil der außerordentlichen Schüler im Pflichtschulbereich insgesamt zurückgegangen ist. Dies stimmt laut Volkspartei. Dafür verantwortlich sei der Stopp des Familiennachzugs, ist man überzeugt. Es würde weniger ältere Kinder oder Jugendliche neu in die Schulen kommen.

In der Altersgruppe der in die Volksschule eintretenden Kinder ist laut ÖVP hingegen ein Höchststand zu verzeichnen. Der Anteil in der ersten Schulstufe ist von 44,6 auf 45,7 Prozent zu Schulbeginn nach oben geklettert. Deren Gesamtzahl beträgt demnach 8.408. Man müsse aber auch die Vorschüler, die großteils ebenfalls in den ersten Klassen sitzen würden, mit berücksichtigen, betonten Figl und Zierfuß. Auch für diese wird erhoben, wie viele von ihnen in die Kategorie fallen, betont man.

Addiert man die Werte der ersten Schulstufe und jene bei den Vorschülern, kommt man laut Volkspartei erstmals auf eine Mehrheit der außerordentlichen Schülerinnen und Schüler. Ihr Anteil beträgt dann 50,9 Prozent, ihre Gesamtzahl 10.931. Für diese Entwicklung sei die Stadt verantwortlich, da viele der Schulanfänger jahrelang den Kindergarten besucht hätten, ist die ÖVP überzeugt.

"Das ist ein Versagen im vorschulischen Bereich", konstatierte Figl. Dieser, so gab er zu bedenken, sei eindeutig Länderkompetenz. Nötig sei nun eine Neuaufstellung. Die ÖVP spricht sich für eine Sprachstandserhebung für alle Dreijährigen aus sowie für eine Kindergartenpflicht ab diesem Alter falls Deutschförderbedarf besteht. Die gesetzliche Besuchspflicht soll von 20 auf 30 Stunden angehoben werden.

Zudem wird eine Erhöhung der Sprachförderkräfte oder auch eine Erhöhung des Fachkraft-Kind-Schlüssels gefordert. "Jedes Kind muss bis zum Schuleintritt Deutsch können", verlangte Zierfuß. Darüber reden möchte die ÖVP auch im Landtag. Die Partei hat dazu eine Sondersitzung beantragt.

++ THEMENBILD ++ Illustration zu den Themen Kinder / Kindergarten / Kinderbetreuung / Bildung. Im Bild: Blick in einen Kindergartenraum in Wien, kurz vor Schulbeginn am Freitag, dem 29. August 2025.

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