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Diese Meldung wurde aktualisiert: Neu: Reaktion FPÖ und ÖVP (Lead, letzte beiden Absätze)
Aktuell hätten nämlich in Innsbruck über alle Studienfächer hinweg nur mehr 47,9 Prozent aller Studierenden "ein österreichisches Maturazeugnis", verdeutlichte Haselwanter-Schneider die Dringlichkeit. "Bei den Erstsemestrigen waren es im Wintersemester 2025/26 sogar lediglich 38,8 Prozent", ortete sie für die Zukunft ein weiteres Sinken des Österreicher-Anteils. Angesichts dieser Zahlen sei eine Quote von 75 Prozent für österreichische Studierende, fünf Prozent für Drittstaatenangehörige und 20 Prozent für EU-Staatsbürger wie an der Medizin Uni "ein praktikabler Weg".
Eine solche Quote gibt es in Tirol aktuell nur an der Medizinischen Universität Innsbruck im Bereich Humanmedizin. Beim Studium der Zahnmedizin existiert aktuell keine Quote mehr, Rufe danach wurden aber immer wieder laut. Die Forderung nach Quoten an der Universität Innsbruck untermauerte die Liste Fritz indes auch mit Zahlen von anderen, vergleichbaren österreichischen Universitäten. So seien an der Universität Graz 81,2 Prozent aller Studierenden Österreicher, an der Universität Salzburg 65,8 und an der Universität Wien 65,4 Prozent.
Die darum aus Sicht der Liste Fritz erforderliche Quote wollte Haselwanter-Schneider aber nicht nur auf das Psychologiestudium beschränkt wissen. "Es gilt eine solche auch für große Studien wie beispielsweise Wirtschaftswissenschaften oder Architektur zu prüfen", forderte sie. Auch dort sei der Anteil an Nicht-Österreichern groß. Besser argumentierbar sei diese aber vorerst im Bereich Psychologie: "Dort lässt sich der dringende Bedarf an Psychologen für Österreich leichter nachweisen, da es ein wichtiger Gesundheitsberuf ist."
Auch weitere Maßnahmen seien für sie vorstellbar, unter anderem "bepunktete Auswahlverfahren, bei denen unter anderem die Staatsbürgerschaft eine Rolle spielt", so die Parteiobfrau. Auch das "belgische Modell", bei dem Personen erst nach drei Jahren Hauptwohnsitz in Belgien einen "freien Hochschulzugang" hätten, fand sie überlegenswert und womöglich dazu geeignet, die Situation an der Universität Innsbruck zu verändern.
Vorerst suche man aber nun für den Quoten-Vorstoß "Verbündete" im Tiroler Landtag. "Wir wollen es kommenden Mittwoch bei der Landtagssitzung zum Thema machen", kündigte Haselwanter-Schneider an. Besonders im Visier hatte sie dabei Landeshauptmann Mattle: "Er soll sich als derzeitiger Vorsitzender der Landeshauptleute-Konferenz beim Bund für das Thema einsetzen." Die schwarz-rote-pinke Bundesregierung solle schließlich wiederum das Thema auf EU-Ebene aufs Tapet bringen, skizzierte Haselwanter-Schneider einen möglichen "Fahrplan" für mögliche Quoten.
Fakt sei jedenfalls, dass aufgrund der Studierenden-Situation in Innsbruck auch der "Wohnungsmarkt überhitzt" sei, sagte Innsbrucks Liste Fritz Ersatzgemeinderätin Patricia Nothegger. Deshalb gelte es auch über mögliche Quoten hinaus neue Wohnmodelle anzudenken, etwa "angeschlossene Wohnmöglichkeiten am Physik-Areal", auf dem gerade das millionenschwere neue "Haus der Physik" errichtet werde.
"Die räumlichen, personellen und infrastrukturellen Kapazitäten der Universitäten in Innsbruck müssen zu einer Regulierung führen", forderte auch Tirols FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger in einer Aussendung und stimmte der Quoten-Forderung der Liste Fritz für beliebte Studienfächer zu. Er sprach sich einmal mehr für eine "Berufsausübungspflicht für ausländische Absolventen des Medizinstudiums" aus. Schließlich steige der "Engpass in der medizinischen Versorgung jährlich", meinte er mit Blick auf unbesetzte Kassenstellen.
Die ÖVP zeigte sich in einer Aussendung den Forderungen der Liste Fritz gegenüber nicht ablehnend und lobte den "Tiroler Weg" am Beispiel Medizinstudium: "Tragfähige Regelungen, die die Tirolerinnen und Tiroler priorisieren und jenen, die mit ihrem Studium in Tirol beitragen wollen". Statt der "schnellen Schlagzeile" sollte man jedoch bei Interesse an Verbündeten "das Gespräch" suchen, meinten die beiden Landtagsabgeordneten Dominik Mainusch und Peter Seiwald. Es gelte jedenfalls angesichts des EU-Rechts "überlegt vorzugehen, auch weil jede Regelung Südtirol gut mitdenken muss".






