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Neue Proteste an iranischer Elite-Universität

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Proteste gegen autoritäres Herrschaftssystem
©AFP, APA, -
Im Iran halten die Proteste an Universitäten gegen das autoritäre Herrschaftssystem den dritten Tag in Folge an. An der Alsahra-Universität in der Hauptstadt Teheran, die ausschließlich Frauen aufnimmt, nahmen Studentinnen an Protesten teil, wie iranische Aktivisten auf Telegram berichteten. Auch an der renommierten Sharif-Universität für Technologie sowie der TU Amirkabir in Teheran kam es zu neuen Demonstrationen.

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Videos in den sozialen Medien zeigten Studentinnen, die Protestslogans gegen die politische Führung riefen. "Tod der Islamischen Republik", war auf einem Video zu hören. "Weder Gaza noch Libanon, mein Leben für Iran", rief die Menschenmenge auf einer weiteren Aufnahme, die der studentische Newsletter "Amirkabir" veröffentlichte. Gemeint ist die umstrittene Unterstützung der iranischen Führung für militante Gruppen in der Region wie die Hisbollah.

Ein Doktorand an der Sharif-Uni, die im Iran als Elite-Hochschule gilt, bestätigte zahlreiche neue Demonstrationen. Er erklärte, dass auch politische Differenzen an den Universitäten für neue Spannungen gesorgt hätten. Am Wochenende kam es auf dem Campus einiger Hochschulen zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der paramilitärischen Basij-Organisation und Studierenden.

Am Samstag hatte mit gut einem Monat Verzögerung an zahlreichen Universitäten des Iran das neue Semester begonnen. Die Hochschulen hatten ihren Betrieb infolge der Massenproteste Anfang Jänner zunächst eingestellt. Nachdem die Behörden den weltweiten Internetzugang im Land für gut drei Wochen abgeschaltet hatten, nahmen einige Universitäten kürzlich den Lehrbetrieb mit Online-Veranstaltungen wieder auf.

Irans Sicherheitsapparat hatte die jüngsten Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte. Die jüngsten Demonstrationen, ausgelöst zunächst durch die massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren.

Auch die reformorientierte iranische Zeitung "Shargh" berichtete über die neuen Studierendenproteste, die am Samstag zunächst mit Gedenkfeiern für die bei den Aufständen getöteten Demonstranten begonnen hatten. Die lange Schließung der Universitäten habe die politischen Positionen von Anhängern und Gegnern der Staatsführung weiter radikalisiert, sagte ein Masterstudent dem Blatt. "Durch diese wachsenden Gräben ist die Universität nun kein sichererer Raum mehr als die Straße."

This video grab taken from UGC images posted on social media and verified by AFPTV teams in Paris on February 21, 2026, shows Iranians clashing near the Department of Aerospace Engineering of Sharif University in Tehran. As some repeat "disgraceful" in Farsi, a common chant in anti-government protests, others wave the flag of the Islamic Republic of Iran. Iranian students chanted anti-government slogans at rallies for people killed during a recent wave of demonstrations, local and diaspora media reported February 21, 2026, as groups protesting the clerical leadership faced off with others voicing support for the government. (Photo by UGC / AFP) / - Israel OUT / Israel OUT - XGTY / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT AFP - SOURCE: UGC ANONYMOUS - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS - NO RESALE - NO ACCESS ISRAEL MEDIA/PERSIAN LANGUAGE TV STATIONS OUTSIDE IRAN/ STRICTLY NO ACCESS BBC PERSIAN/ VOA PERSIAN/ MANOTO-1 TV/ IRAN INTERNATIONAL/RADIO FARDA - AFP IS NOT RESPONSIBLE FOR ANY DIGITAL ALTERATIONS TO THE PICTURE'S EDITORIAL CONTENT /

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