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An den AHS-Oberstufen soll es ab 2027/28 eine zusätzliche Unterrichtsstunde geben, in der Schülerinnen und Schüler lernen sollen, KI besser zu verstehen und kritisch damit umzugehen. Dafür soll aus Informatik der Gegenstand "Informatik und Künstliche Intelligenz" mit mehr Stunden werden, neu dazukommen soll außerdem das Fach "Medien und Demokratie".
Im Gegenzug sollen im Gymnasium Lateinstunden gekürzt werden. Statt zwölf Stunden sollen es über die vier Oberstufenjahre nur noch acht sein, bestätigte das Bildungsministerium einen Bericht der "Kronen Zeitung" vom Donnerstag. In den meisten Fällen bedeutet das, dass pro Schulstufe nur mehr zwei statt drei Stunden Latein pro Woche auf dem Stundenplan stehen. In den Realgymnasien, wo die Schüler zwischen Latein und einer zweiten lebenden Fremdsprache wählen können, sollen ebenfalls Stunden gestrichen werden, wenn auch in geringerem Ausmaß. Über eine Stunde, die durch die Reform frei wird, sollen die Schulen autonom entscheiden können.
Die AHS-Lehrervertretung reagierte im Ö1-"Mittagsjournal" empört. AHS-Gewerkschafter Herbert Weiß (FCG) sprach von einem "Anschlag auf das Gymnasium", ein Kürzen bei Sprachen halte er in Zeiten der Globalisierung für falsch. Außerdem sei eine Lehrplanreform gerade im Laufen, kurz vor dem Finale komme nun ein "mehr als unausgegorener Vorschlag". Die Industriellenvereinigung sah hingegen in einer Aussendung einen "ersten Schritt auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Fächerkanon", der IT-Fachverband in der Wirtschaftskammer sprach von einem "wichtigen Schritt für die IT-Ausbildung an Österreichs Schulen".
Kritik übte Weiß auch daran, dass man ein neues Fach Medien und Demokratie einführen will, ohne davor das entsprechende Personal auszubilden. Wiederkehr hatte zu diesem Thema bereits Ende 2025 im "Standard" erklärt, dass man die Lehrkräfte zwar künftig dafür ausbilden müsse. Im Vordergrund stehe aber der Inhalt. "Ich will den Unterricht nicht weiter in Einzelstunden zersplittern, sondern Fächerbündel schaffen", sagte er damals. Als Beispiel nannte er Naturwissenschaften, auch dafür bräuchte es dann eine eigene Lehrerausbildung, sagte er zuletzt in den "Oberösterreichischen Nachrichten".






