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Landwirtschaftsressort mit neuem Forschungsrahmen und offenem Budget

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Künftige Ressortforschungsbudgets noch offen
©APA/APA/Fohringer/HELMUT FOHRINGER
Mit einem neuen "Forschungsprogramm" für die Jahre 2026 bis 2030 wartet das Landwirtschaftsministerium (BMLUK) auf: Ressortchef Norbert Totschnig (ÖVP) verwies auf jährlich über 60 Millionen Euro, die in Forschungsaktivitäten in seinem Ressortbereich in den Jahren 2021 bis 2024 geflossen sind. Wie es mit der budgetären Unterfütterung der neuen Schwerpunkte weitergeht, sei angesichts von Sparzwängen offen: Man werde um jeden Forschungseuro kämpfen, so Totschnig am Dienstag.

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Neben den drei federführend mit den Forschungsagenden betrauten Ministerien sei man das "viert-forschungsaktivste" Ressort des Bundes. Wissenschaftlich gearbeitet werde in neun Dienststellen und drei ausgegliederten Einrichtungen - Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) und Umweltbundesamt - und in Kooperation mit externen Partnern, wie der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien. Künftig werde man in acht Schwerpunktbereichen - von "Klima und Stoffkreisläufen" über "Biodiversität und Lebensräume" bis zu Forschung zu "Naturgefahren" oder "Kulturpflanzen" - verstärkt im Rahmen der "Ressortforschung" tätig sein, hieß es.

Auch der Klimawandel "verändert Böden, Wälder und den Wasserhaushalt. Die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr", sagte Totschnig. Man brauche wissenschaftlich fundierte Antworten in der Land- und Forstwirtschaft und entsprechend "praxisnahe Forschung". Tatsächlich erarbeite man hier "konkrete Maßnahmen", etwa zur Förderung gesunder Böden oder gegen das "Eschensterben", so auch Boku-Rektorin Eva Schulev-Steindl, deren Universität der größte externe Partner des Landwirtschaftsministeriums ist, vor Journalistinnen und Journalisten.

Darüber, wie es um die konkrete Dotation der wissenschaftlichen Aktivitäten seines Ressorts 2026 bis 2030 aussieht und ob das Niveau gehalten werden könne, wolle er momentan aber "nicht spekulieren", erklärte Totschnig. Die Verhandlungen seien noch ausständig.

Das Ressort ist auch einer der Träger des "Klima- und Energiefonds". Kürzungen bei zentralen Förderprogrammen im Bereich der Klimawandelforschung und -anpassung riefen kürzlich Wissenschafterinnen und Wissenschafter mit Kritik auf den Plan. Einen "Offenen Brief" gegen die stark geschrumpften Mittel unterzeichneten kürzlich mehr als 1.200 Forschende. Hier wirke sich der budgetäre "Konsolidierungsbedarf" aus, man könne aufgrund rigiderer Vorgaben nicht mehr so auf Rücklagen zugreifen wie zuvor, betonte der Minister. Laufende Projekte müssten aber weiter aus diesem Topf finanziert werden. "Deswegen waren diese Kürzungen relativ deutlich", räumte Totschnig ein. Wie es hier weitergeht, sei ebenfalls Gegenstand der Budgetverhandlungen.

++ THEMENBILD ++ ZU APA0199 VOM 17.4.2025 - Illustration zu den Themen Budget / Budgetdefizit / Geld / Finanzen / Währung / Konjunktur / Volkswirtschaft / Staatsbudget / Euro / Defizitverfahren. Im Bild: Euro-Scheine aufgenommen am Freitag, 18. April 2025. Das Finanzministerium geht für heuer von einem Defizit von 4,5 Prozent des BIP aus. Dieser Wert wurde an die Statistik Austria übergeben, die diese Zahlen wiederum an die europäische Ebene übermittelt.

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