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"Es ist ein unfassbarer Skandal, dass ausgerechnet an einer österreichischen Universität einem Mann eine Bühne geboten werden soll, der selbst Verbindungen zur Terrororganisation Al-Kaida hatte. Die Bundesregierung möge Einreiseverbot zu verhängen, forderte der Wiener FPÖ-Landtagabgeordnete Leo Lugner.
Harald Zierfuß, Obmann des ÖVP-Rathausklubs sprach von einer "linken Agenda" der ÖH Wien, die nun "Terroristen zum Dialog einlädt" anstatt "echte Vertretungsarbeit für Studenten zu leisten". Auch die ÖVP-nahe Studierendenvertretung AktionsGemeinschaft (AG) schlug in dieselbe Kerbe: "Wer ehemaligen Al-Kaida-Mitgliedern eine Bühne bietet und das als Menschenrechtsdiskurs verkauft, hat den politischen und moralischen Kompass verloren", so AG-Bundesobmann Laurin Weninger.
Die ÖH Wien positionierte sich gegen die Kritik von ÖVP und FPÖ: Die Einladung erfolgte im Rahmen einer breiten Auseinandersetzung mit Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und den Folgen des sogenannten "War on Terror", so die ÖH-Vertreter in einer Stellungnahme. Der Fall sei von internationalen Menschenrechtsorganisationen, UN-Experten, Juristen und renommierten Medien umfassend dokumentiert und ein Buch Slahis unter dem Titel "Der Mauretanier" verfilmt worden, so die ÖH-Vertreter. Im Zuge dieses Films wurde SlaSlahi umfassend rehabilitiert, so die ÖH.
Slahi war in Österreich etwa schon vor gut zwei Jahren in Graz aufgetreten.
Der "Standard" berichtete über die persönlichen Hintergründe des gebürtige Mauretaniers Mohamedou Ould Slahi: Demnach reiste dieser 1990 von Deutschland nach Afghanistan, leistete der Al-Kaida den Treueschwur, wurde in einem Al-Kaida-Camp ausgebildet und zog gegen den damaligen kommunistischen Präsidenten Mohammad Najibullah bis 1992 in den Jihad. Zurück in Deutschland geriet Slahi, der dort bis Ende 1999 lebte und arbeitete, in den Fokus des dortigen Verfassungsschutzes sowie der CIA.
Die USA sahen direkte Kontakte zum Al-Kaida-Top-Terroristen Osama bin Laden: So soll Slahi mit dessen Cousin telefoniert haben, der für das Gespräch das Telefon bin Ladens genutzt haben soll. Die US-Behörden vermuteten, dass Slahi die Al-Kaida bis 2001 weiter unterstützt habe, was dieser aber zurückwies. Nach den 9/11-Terroranschlägen auf Washington und New York 2001 wurde er in Mauretanien festgenommen und von den USA über Umwege nach Guantanamo gebracht, wo er ohne Anklage zwischen 2002 und 2016 interniert war. Slahi wurde über mehrere Jahre hindurch gefoltert, wie er in seinem später veröffentlichten und verfilmten Guantanamo-Tagebuch festhielt.
Eine von einem US-Richter 2010 angeordnete Freilassung wurde nach einem stattgegebenen Einspruch der US-Regierung unter Präsident Barack Obama nicht rechtskräftig. Später wurde er von einer eingesetzten U-Kommission entlastet und zur Freilassung empfohlen. Diese erfolgte 2016.
Slahi lebt seit Jahren als Autor in den Niederlanden. Er kämpft auch gegen eine Einreisesperre nach Deutschland. Diese ist auf einen Sozialbetrugsfall zurückzuführen: Slahi wurde 1999 zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er zu Unrecht Sozialleistungen bezogen haben soll. Er wurde Ende 2000 aus Deutschland ausgewiesen. Im Februar 2026 hat hingegen das Oberverwaltungsgericht (OVG) für das Bundesland Nordrhein-Westfalen in zweiter Instanz entschieden, dass das Einreise- und Aufenthaltsverbot für Slahi mit Erwerb der niederländischen Staatsangehörigkeit erloschen ist. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig: Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falls ließ das OVG die Revision zu. Die Stadt Duisburg geht nun vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.
Mohamedou Ould Slahi, a Guantanamo Bay prisoner who wrote a best-selling book about his experiences in the military prison, poses on October 18, 2016 in Nouakchott, after he was reunited with his family in his native Mauritania on October 17 after 14 years of detention. The transfer of Mohamedou Ould Slahi, believed to be the last inmate from Mauritania held at the facility in Cuba, brings the prison's remaining population down to 60. His case became a cause celebre after the publication last year of "Guantanamo Diary", in which he outlines his treatment at the notorious US naval base in Cuba and says he was subjected to torture. (Photo by AFP)






