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Das digitale Lexikon mache sichtbar, wer diese Akteurinnen und Akteure waren, welche Rollen sie im NS-System einnahmen und wie ihre Karrieren nach 1945 weitergingen, teilte das hdgö am Mittwoch in einer Aussendung mit. Umfasst sind bekannte Täter wie August Eichmann, Leiter der Organisation von Enteignung, Vertreibung und Deportation, sowie Prominente etwa aus dem Kunst- und Kulturbereich wie Fritz Dworschak, Direktor des Kunsthistorischen Museums in den 1940er Jahren. Auch weniger bekannte Personen, etwa Helene Hintersteiner, Sekretärin der Tötungsanstalt Hartheim in Oberösterreich, sind in der Sammlung, die die breite Verankerung der NS-Herrschaft in der Gesellschaft zeigen soll, zu finden.
"Wer Erinnerung ernst nimmt, muss beides sichtbar machen", wird hdgö-Gründungsdirektorin Monika Sommer zitiert. Es gehe darum, Opfer, aber auch die Täterinnen und Täter, deren Netzwerke sowie die gesellschaftliche Mitverantwortung darzustellen. Bei der Diskussionsveranstaltung "Vor/nach Waldheim. Umbrüche der Erinnerung" kommen am Mittwochabend drei Zeitzeuginnen und -zeugen zu Wort, die dem Mythos von Österreich als "erstem Opfer" früh widersprochen haben.
(S E R V I C E - Biografiensammlung: https://hdgoe.at/category/ns-akteur_innen ; Diskussionsveranstaltung: https://hdgoe.at/vor-nach-waldheim )
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Markus Guschelbauer/hdgö, cc by-nc 4.0
