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"Die in der Fachzeitschrift BMC Medicine veröffentlichte Studie analysierte Daten von mehr als 1,5 Millionen Erwachsenen, die über mehr als ein Jahrzehnt in Ländern wie Großbritannien, Taiwan, China, Dänemark und den Vereinigten Staaten beobachtet wurden", schrieb das University College London (UCL) in einer Aussendung zu der wissenschaftlichen Untersuchung, über die vor kurzem auch Deutsche Ärzteblatt berichtet hat.
Die Forscher untersuchten die Konzentrationen von Feinstaub – winzigen Partikeln, bekannt als PM 2,5, mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern. Diese Partikel sind so klein, dass sie sich in der Lunge ablagern und auch in den Blutkreislauf gelangen können.
Die positiven gesundheitlichen Auswirkungen von Bewegung nehmen deutlich ab, so das Forschungsteam, wenn der jährliche Durchschnittswert der Feinstaubbelastung (PM 2,5) 25 Mikrogramm pro Kubikmeter oder höher ist. Die Crux: Fast die Hälfte (46 Prozent) der Weltbevölkerung lebt in Gebieten, in denen dieser Grenzwert überschritten wird.
Der leitende Forscher, Po-Wen Ku von der National Chung Hsing University in Taiwan, sagte: "Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass Bewegung auch in verschmutzter Umgebung vorteilhaft ist. Eine Verbesserung der Luftqualität kann diese gesundheitlichen Vorteile jedoch erheblich steigern."
Für die Studie ( https://doi.org/10.1186/s12916-025-04496-y) wertete das Wissenschafterteam Daten aus sieben bestehenden Studien aus, darunter drei unveröffentlichte, und fasste die Statistiken jeder Untersuchung zu einer Gesamtanalyse zusammen. Bei drei dieser Studien wurden die Rohdaten auf Ebene der einzelnen Teilnehmer noch einmal ausgewertet.
Durch das Zusammenführen der Daten aus sieben wissenschaftlichen Untersuchungen kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass Personen, die mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche mäßigen oder intensiven Sport betrieben, ein um 30 Prozent geringeres Sterberisiko während des Studienzeitraums hatten als diejenigen, die diese sportliche Belastungsschwelle nicht erreichten. Regelmäßig ausreichend körperliche Betätigung verringert die Gefährdung vor allem durch die beiden größten Todesursachen: Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das schlägt auch auf die Gesamtsterblichkeit (Tod aus jeglicher Ursache) durch.
Wenn Menschen mit hoher körperlicher Aktivität durch Sport – so die Studie – gar in einem Gebiet mit hoher Feinstaubbelastung (über 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) lebten, halbierte sich diese Risikominderung auf zwölf bis 15 Prozent. Bei noch stärkeren Feinstaubbelastungen über 35 Mikrogramm pro Kubikmeter schwächten sich die positiven Effekte von Bewegung weiter ab, insbesondere hinsichtlich des Krebssterblichkeitsrisikos, wo die Vorteile nicht mehr signifikant nachweisbar waren. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung (36 Prozent) lebt in Gebieten, deren jährliche durchschnittliche PM 2,5-Werte 35 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreiten.
Mitautorin Paola Zaninotto vom UCL-Department für Epidemiologie und öffentliche Gesundheit sagte: "Wir wollen die Menschen nicht davon abhalten, sich im Freien sportlich zu betätigen. Wenn man jedoch die Luftqualität überprüft, Routen mit weniger Belastung wählt oder die Trainingsintensität an Tagen mit hoher Luftverschmutzung reduziert, kann man den größtmöglichen gesundheitlichen Nutzen aus dem Training ziehen."
In ihren Anmerkungen zu den Einschränkungen der Studie wiesen die Autoren darauf hin, dass diese größtenteils in Ländern mit hohem Einkommen durchgeführt wurde. Die Ergebnisse sind daher möglicherweise nicht auf Länder mit niedrigem Einkommen übertragbar, in denen die Feinstaubbelastung oft höher ist und häufig Werte von über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht.





