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Anteil von Frauen in Österreichs Forschung nur bei 25 Prozent

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In vielen Bereichen sind Frauen weiter deutlich unterrepräsentiert
©APA, HELMUT FOHRINGER, THEMENBILD
Weltweit sind laut UNO rund ein Drittel aller in der Forschung tätigen Personen Frauen, in Österreich liegt dieser Anteil bei 25,4 Prozent. "Wenn wir Frauen aus der Wissenschaft ausgrenzen, schwächt dies unsere kollektive Fähigkeit, dringende globale Herausforderungen zu bewältigen", so UNO-Generalsekretär António Guterres anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. Heimische Forscherinnen selbst sehen noch viele strukturelle Probleme.

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Während der Hochschulsektor in Österreich einen Frauenanteil von 45,5 Prozent (gemessen an Vollzeitäquivalenten) aufweist, sind im Unternehmenssektor, der 70 Prozent der F&E-Beschäftigten (Forschung&Entwicklung, Anm.) umfasst, lediglich 16,1 Prozent Frauen, wie aus dem aktuellen FTI-Monitor (2025) des Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (FORWIT) hervorgeht. Für den Forschungsrat zeigt die Analyse der Geschlechtergerechtigkeit im österreichischen FTI-System "nach wie vor unbefriedigende Ergebnisse", es gebe dort "weiterhin erhebliche geschlechtsspezifische Ungleichheiten". Trotz zahlreicher Initiativen zur Steigerung des Frauenanteils in naturwissenschaftlichen und technologischen Fächern (MINT) seien die Effekte bisher gering und müssten weiterentwickelt werden, mahnt der FORWIT.

Guterres kritisiert, dass trotz Verbesserungen beim Zugang zu Bildung Frauen in MINT-Berufen "nach wie vor durch mangelnde Forschungsfinanzierung, geschlechtsspezifische Rollenklischees und Diskriminierung am Arbeitsplatz benachteiligt werden". Um Probleme etwa im Hinblick auf Klimawandel oder öffentliche Gesundheit zu bewältigen, müsse dafür gesorgt werden, dass sich jedes Mädchen eine Zukunft im MINT-Bereich vorstellen und jede Frau in ihrer wissenschaftlichen Karriere erfolgreich sein kann.

Der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft wird jährlich am 11. Februar begangen. Er soll an die entscheidende Rolle erinnern, die Mädchen und Frauen in Wissenschaft und Technologie spielen.

Nachholbedarf sehen auch heimische Nachwuchsforscherinnen, wie ein Rundruf von APA-Science zeigt. Genannt wurden beispielsweise mangelnde Sichtbarkeit, "lauter" sein zu müssen als männliche Kollegen und "dünne Luft" für Frauen auf höheren Führungsebenen - vor allem in technischen Disziplinen. Bei in der Forschung tätigen jüngeren Männern habe sich allerdings schon einiges zum Positiven verändert, orten viele der Wissenschafterinnen ein "Generationenthema". Sie strichen außerdem die Bedeutung von weiblichen Vorbildern und Mentorinnen hervor.

(S E R V I C E - FTI-Monitor (2025): https://fti-monitor.forwit.at/de/O/system ; Hinweis: Am Mittwoch, dem 11. Februar, veröffentlicht APA-Science eine erste Tranche von insgesamt rund 30 Interviews mit Nachwuchsforscherinnen an österreichischen Hochschulen, in Institutionen und Unternehmen, abrufbar unter https://science.apa.at/ )

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