ABO

USA greifen iranische Stellungen an Straße von Hormuz an

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
6 min
Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormuz anzugreifen. "Mehrere" der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien "erfolgreich eingesetzt" worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit. In Israel starben unterdessen zwei Menschen durch einen iranischen Angriff. Israel wiederum griff in der Nacht erneut im Libanon an.

von

Die beim US-Angriff an der Straße von Hormuz verwendete Spezialmunition mit besonderer Durchdringungskraft kommt etwa bei Angriffen auf besonders verstärkte Einrichtungen oder unterirdische Bunkeranlagen zum Einsatz. Nach Angaben des US-Militärs zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe eingesetzt werden sollten. Sie hätten "eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge" dargestellt. Der Schiffsverkehr in der für den Öl- und Flüssiggashandel wichtigen Meerenge ist wegen iranischer Angriffsdrohungen seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran praktisch zum Erliegen gekommen.

Bei einem iranischen Raketenangriff sind in Israel unterdessen mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein Mann und eine Frau wurden bei einer Attacke in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv schwer verwundet und erlagen wenig später ihren Verletzungen, wie der Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte. Laut Medienberichten handelt es sich bei den Opfern um eine älteres Paar. Aus Bnei Berak östlich von Tel Aviv wurde zudem ein Verletzter gemeldet.

Medienberichten zufolge rückte die Feuerwehr im Zentrum Israels wegen mehrerer Brände aus, die mit dem Raketenangriff zusammenhingen. Vor dem Raketenangriff war in Israel Luftalarm aufgelöst worden. Die meisten Geschoße wurden von der israelischen Luftabwehr abgefangen. Allerdings teilte das Militär mit, es seien an mehreren Stellen im Zentrum des Landes Einschläge gemeldet worden.

In der Nacht meldeten auch die Golfstaaten Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate neue Angriffe. Eine iranische Rakete schlug in den Emiraten in der Nähe eines Luftwaffenstützpunktes ein. Der Flugplatz Minhad südöstlich von Dubai wird unter anderem von der australischen Luftwaffe genutzt. Bei dem Angriff seien keine australischen Soldaten verletzt worden, es habe lediglich geringfügige Schäden durch einen Brand gegeben, sagte Premierminister Anthony Albanese vor Journalisten.

In Saudi-Arabien fing das Militär nahe dem Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan eine ballistische Rakete ab. Teile des Geschosses seien in der Umgebung des auch von den US-Streitkräften genutzten Stützpunktes niedergegangen, ohne Schäden zu verursachen. Auch die kuwaitische Luftabwehr schoss nach eigenen Angaben mehrere Raketen und Drohnen ab.

Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht nach eigenen Angaben erneut Ziele im Süden des Libanons an. Die Angriffe gelten der Infrastruktur der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah, wie das Militär mitteilte. Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte Bürger in der südlibanesischen Stadt Tyros zur Flucht aufgefordert, nachdem laut Armeeangaben Raketen aus der Region auf Israel abgefeuert worden waren.

Auch die Bewohner des zentralen Viertels Baschura der libanesischen Hauptstadt Beirut wurden in Onlinediensten zur Evakuierung aufgerufen. Die israelische Armee werde dort in Kürze gegen eine Anlage der pro-iranischen Hisbollah-Miliz vorgehen. Kurz zuvor hatte die israelische Armee libanesischen Medien zufolge allerdings ohne Vorwarnung zwei Angriffe im Zentrum von Beirut ausgeführt. Dabei wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens sechs Menschen getötet und 24 weitere verletzt.

Die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen erneut mit einer Drohne angegriffen. "Eine Drohne hat die Botschaft direkt getroffen", teilte ein Sicherheitsvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mit, ohne Angaben zu etwaigen Schäden zu machen. Ein zweiter Sicherheitsvertreter sagte AFP, die Drohne sei "nahe dem Sicherheitszaun der Botschaft" abgestürzt. Ein AFP-Journalist hörte eine Explosion. Erst wenige Stunden zuvor war die Botschaft mit einem Raketen- und Drohnenangriff anvisiert worden.

Im Zuge der Angriffe Israels und der USA ist auf dem Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr nach Angaben aus Teheran ein Geschoß eingeschlagen. Bei dem Vorfall sei das Kraftwerk nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden.

Die USA und Israel führen seit mehr als zwei Wochen Krieg gegen den Iran, der im Gegenzug sowohl Israel als auch mit den USA verbündete Golfstaaten mit Raketen und Drohnen angreift. Israels Militär geht inzwischen auch massiv gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im benachbarten Libanon vor. Der Einsatz begann infolge von Raketenangriffen aus dem Libanon und beschränkte sich zunächst auf Luftangriffe, inzwischen gibt es aber auch Einsätze am Boden.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER