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Umfrage: Österreicher sehen USA unter Trump immer kritischer

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Donald Trump

©IMAGO/Abacapress

USA wird als destabilisierender Faktor und Konkurrent der EU wahrgenommen.

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Die Wahrnehmung der USA unter US-Präsident Donald Trump hat sich in Österreich weiter verschlechtert. Während im Oktober des Vorjahres 69 Prozent der Befragten die USA unter Trump negativ beurteilten, waren es im Februar bereits 78 Prozent.

Eine wachsende Mehrheit wünscht sich zudem eine größere Unabhängigkeit der EU gegenüber den USA. Die USA werden überwiegend als Gefahr für die EU gesehen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Gallup-Umfrage hervor.

USA unter Trump "Gefahr" und "Konkurrent"

Das Österreichische Gallup-Institut befragte 1.000 Personen der webaktiven österreichischen Bevölkerung ab 16 Jahren im Zeitraum zwischen 4. und 12. Februar. Demnach betrachten nur 17 Prozent der Befragten die USA als "eher ein Partner" der EU. Die überwiegende Mehrheit (70 Prozent) sieht die USA eher als Konkurrent.

Auch Donald Trumps Präsidentschaft wird von den Befragten zunehmend kritischer eingeschätzt: 60 Prozent der Österreicher sehen diese als Gefahr für die EU. Im Oktober 2025 waren es noch rund die Hälfte. Nur aktuell 18 Prozent sehen in Trumps Präsidentschaft eine Chance für die EU.

Politik der USA destabilisierender als jene Chinas

Der internationalen Politik der USA schreiben die Österreicherinnen und Österreicher außerdem eine destabilisierende Wirkung auf die Welt zu. Im Vergleich der vier Mächte EU, China, USA und Russland landen die USA nur an dritter Stelle. Die EU-Politik werde als stabilisierendste wahrgenommen, gefolgt von China.

76 Prozent der Befragten sagen aus, die internationale Politik der USA destabilisiere die Welt, nur 14 Prozent sehen diese positiv. Am wenigsten vertrauen die Österreicher Russlands Politik - 81 Prozent erachten diese als destabilisierend. Rund die Hälfte (54 Prozent) sehen Chinas Politik als destabilisierend. Am besten schneidet die EU ab: 50 Prozent der Befragten finden, die EU-Politik stabilisiere die Welt, nur 31 Prozent stufen sie als destabilisierend ein.

Der Anteil jener, die sich mehr Unabhängigkeit der EU von den USA während Donald Trumps Präsidentschaft wünschen, steigt: Während im Oktober des Vorjahres noch 57 Prozent dieser Meinung waren, sind es mittlerweile 68 Prozent der Befragten. Kompromisse mit den USA zu suchen, sehen immer Weniger als zielführend (aktuell 25 Prozent vs. 33 Prozent im Vorjahr).

Zustimmung bei Sicherheits- und Migrationspolitik

Unterschiedlich bewertet wird die US-Politik Trumps von den Österreicherinnen und Österreichern je nach Thema. Am meisten Verständnis haben die Befragten für Donald Trumps Kampf gegen Kriminalität und für nationale Sicherheit (69 Prozent). Auch für seine strenge Migrationspolitik (53 Prozent) und für die Stärkung des Militärs (46 Prozent) gibt es weitgehend Zustimmung.

Gleichzeitig werden zentrale Themen von Trumps Administration von einer überwiegenden Mehrheit der Befragten abgelehnt. Am kritischsten sehen die Österreicher Trumps hartes Vorgehen gegenüber anderen Ländern wie Grönland und Venezuela zur Durchsetzung der Interessen der USA: 83 Prozent der Befragten haben dafür kein Verständnis.

Zwei Drittel (63 Prozent) lehnen den Schutz der US-Wirtschaft, zum Beispiel durch Zölle, ab. Ähnlich viele (61 Prozent) können seine Anti-Diversitätspolitik nicht nachvollziehen. Auch seine "America First"-Außenpolitik, inklusive eines Rückzugs aus internationalen Abkommen und einer kritischen Haltung zur NATO, stößt bei 66 Prozent auf kein Verständnis. Seine Zweifel am Klimawandel und Kritik an etablierten Medien billigen jeweils 68 Prozent nicht.

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