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Rechtsstaatlichkeit, politische Freiheitsrechte und fairer Wettbewerb seien weiter geschwächt, heißt es in der Analyse. Die zunehmende Autokratisierung sehe sie mit großer Sorge, sagt Stiftungsexpertin Sabine Donner der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Einen "Abgesang auf die Demokratie" halte sie aber für "voreilig". Denn: "Dafür sehen wir zu viel und wachsenden Widerstand gegen Unterdrückung, Machtmissbrauch oder wirtschaftliche Perspektivlosigkeit."
Zwei Drittel der insgesamt 77 Autokratien bewertet die Untersuchung als "harte Autokratien, in denen Grundrechte vollständig missachtet werden". Dazu gehört Russland, dessen völkerrechtswidriger Krieg gegen die Ukraine zu drastischen Einschränkungen von Meinungsfreiheit und Versammlungsrechten geführt habe und wo Korruption weit verbreitet sei. Auch China sei noch einmal deutlich repressiver geworden. Als harte Autokratien gelten unter anderem auch Afghanistan, Äthiopien, der Iran, Katar, Myanmar, Nordkorea, Ruanda, Venezuela und Belarus.
Der BTI bewertet alle zwei Jahre die Qualität demokratischer Systeme, Regierungsführung und Marktwirtschaft in 137 Ländern – in Zusammenarbeit mit 300 Experten aus mehr als 120 Ländern, Zeitraum war Februar 2023 bis Jänner 2025. Österreich, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan, Kanada zum Beispiel – insgesamt 23 "wirtschaftlich hoch entwickelte und fest etablierte Demokratien" werden aber nicht erfasst, erläutert Donner, die die Analysen mit verfasst. Denn im BTI würden Transformationen beleuchtet – und bei diesen 23 Staaten sei kein Systemwandel anzunehmen.
Auch die USA wurden bisher nicht untersucht, aber: "Wir beobachten momentan eine Erosion der Demokratie in den USA." Die Presse- und Meinungsfreiheit werde unter Präsident Donald Trump eingeschränkt, die Unabhängigkeit der Justiz ausgehöhlt. Zudem würden rechtsstaatliche Normen missachtet und unabhängige Institutionen wie der Kongress umgangen, stellt die Politikwissenschaftlerin fest.
"Die Geschwindigkeit und Gleichzeitigkeit, mit der diese Machtkonzentration in den USA derzeit geschieht, scheint deutlich schneller zu sein als in anderen Ländern. Das macht die Entwicklungen noch alarmierender." Donner meint: "Als Autokratie würde die USA im BTI aktuell noch nicht eingestuft. Aber gefährdet ist die Demokratie aktuell stärker als in allen anderen etablierten Demokratien."
Ein besonders hohes Demokratieniveau sieht der jüngste BTI in Estland, Lettland und Litauen, aber auch den EU-Beitrittsländern Albanien und Nordmazedonien sowie in Botswana, Chile, Uruguay und Taiwan.
Autokratische Regierungen "gehen immer repressiver gegen Opposition, Medien und Zivilgesellschaft vor", heißt es. Verstärkt gebe es digitale Überwachung. Das Internet werde abgeschaltet, um Kritik und Opposition zu unterdrücken.
In 54 Prozent der untersuchten Länder erfüllen Wahlen demnach keine demokratischen Mindeststandards, seien oft nur eine Farce. In Georgien und Serbien seien Wahlen gravierend manipuliert worden. In Belarus, Russland oder Ruanda hätten Wahlergebnisse schon vor der Stimmabgabe festgestanden.
Rechtsstaatlichkeit mit Gewaltenteilung und unabhängiger Justiz würden in Autokratien abgebaut oder missachtet. Parlamente würden umgangen. Die Justiz werde behindert. Unabhängige Institutionen würden abgeschafft oder mit Gefolgsleuten besetzt.
Die Untersuchung warnt: Auch zahlreiche gewählte Regierungen hebelten gezielt demokratische Kerninstitutionen aus, um ihre Macht zu sichern. "Am längsten und umfassendsten ist diese Entwicklung in Ungarn", sagt Donner. In der Slowakei, in Bulgarien, Indien, Mexiko, Namibia, den Philippinen und Südafrika sei es ähnlich. In einigen Ländern – etwa Georgien, Serbien und der Türkei – hätten solche Rückschritte in eine Autokratie geführt.
In der Auswertung zeigt sich in vielen Ländern ein "bemerkenswert lebendiger Widerstand" in der Gesellschaft. Entschlossene Bürger setzten sich gegen autoritäre Übergriffe zur Wehr, mitunter sogar unter Einsatz des eigenen Lebens – so wie im Iran, unterstreicht Donner. Ermutigend: In Bangladesch, Madagaskar und Sri Lanka führten Proteste zum Sturz autoritärer Regierungen. "Es gibt keine Erfolgsgarantie dafür, dass man autoritäre Phasen wieder umkehren kann." Aber: "Auch Autokratien stehen unter Druck."






