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"Die Stärkung unserer Exekutive wird fortgesetzt. 2026 werden österreichweit mehr als 1.400 Polizeischülerinnen und Polizeischüler in die Grundausbildung der Bundespolizei aufgenommen. Denn es ist unser klares Ziel, den aktuellen Höchststand an Polizistinnen und Polizisten auch weiterhin zu sichern", wird Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) zitiert.
Generell finden Neuaufnahmen der Polizei quartalsmäßig in vier Turnussen statt, je nach Bedarf in unterschiedlichen Bildungszentren. Heuer fallen 505 von den geplanten Neuaufnahmen auf März und Juni. Viele Bildungszentren würden durch die große Zahl an Aufnahmen ausgelastet sein, weshalb der Großteil der neuen Beamten an den späteren Stichtagen im September und Dezember den Dienst antreten soll.
Im Detail starten heuer im März je eine Ausbildungsklasse mit 25 bis 30 Schülerinnen und Schülern in Salzburg, Tirol und Vorarlberg, eine Klasse mit 25 Grenzpolizei-Assistenten folgt dann im Juni in Niederösterreich. Für Wien beginnen in diesen beiden Turnussen insgesamt 400 Personen in 16 Klassen ihre Polizeigrundausbildung. Neu ist hier eine gesonderte Klasse für die Sondereinheit "Objektschutzpolizei".
Aktuell gibt es landesweit 3.160 Polizeischülerinnen und -schüler in der zweijährigen Grundausbildung, in die bereits eine laut Aussendung intensive Praxisphase fällt. Dabei können die Anwärter die Kollegen im Regeldienst operativ unterstützen, sowohl bei regulären Amtshandlungen als auch bei Großeinsätzen wie Versammlungen oder Sport-Veranstaltungen.
In den vergangenen Jahren stand die Exekutive laut eigenen Angaben vor der großen Herausforderung, außerordentlich viele Pensionierungen rechtzeitig und möglichst vollumfänglich kompensieren zu müssen. Durch eine Aufnahmeoffensive sei es aber gelungen, die Abgänge nicht nur auszugleichen, sondern den Personalstand der Sicherheitsexekutive weiter auszubauen. In den vergangenen zehn Jahren seien mehr als 4.100 Polizistinnen und Polizisten zusätzlich in den Dienst gekommen, auch nach vereinzelten Absagen von Grundkursen zur Polizeiausbildung im Vorjahr.
Der Personalbedarf könne so in allen Landespolizeidirektionen - bis auf die Ausnahme in der Bundeshauptstadt Wien - gedeckt werden. Wien sei aber nach wie vor ein Sonderfall, hieß es von der Polizei. Zwar könnten die Pensionierungen mit den Neuaufnahmen kompensiert werden, aber die Landespolizeidirektion Wien habe weiterhin einen hohen Personalbedarf. Deshalb seien dort die Aufnahmen auch überdurchschnittlich hoch.
Der aktuelle Sparkurs der Bundesregierung betreffe die Personal- und Aufnahmezahlen der Polizei nicht: Jeder Abgang in den Reihen der Polizei werde auch nachbesetzt. In der Verwaltung hingegen würde das nur bei jeder dritten Stelle passieren.
"Für 2025 wurde die Zahl der Neuaufnahmen weiter auf etwa 1.400 reduziert. Gleichzeitig sorgt ein neues Dienstzeitmodell für massiven Unmut in der Exekutive und eine wachsende Zahl an austrittswilligen Bediensteten", warnte hingegen der FPÖ-Nationalratsabgeordnete und AUF-Personalvertreter im BMI-Zentralausschuss, Reinhold Maier. Er kritisierte zudem, dass im Vorjahr "statt der vorgesehenen 2.500" lediglich etwa 1.500 Polizeischüler aufgenommen worden seien.
