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Bisher seien fast 1.000 der mehr als 1.400 Apotheken in Österreich an die App angeschlossen. Die Inhaberinnen oder Inhaber einer Apotheke müssen der Weitergabe ihres Lagerstandes für die App nämlich zustimmen, wurde bei der Pressekonferenz erläutert. Danach sei der Aufwand für die Apotheke gleich "null". Die Medikamentenverfügbarkeit am jeweiligen Standort werde automatisch alle zehn Minuten aktualisiert. Angezeigt wird die Verfügbarkeit einer Arznei in Apotheken in der Nähe der Position des Handys und in zuvor als Favoriten gespeicherten "Lieblingsapotheken".
Sollte ein gewünschtes Medikament nicht in der Nähe verfügbar sein, "dann wenden Sie sich jedenfalls an die Apotheke vor Ort und diese wird in 98 Prozent der Fälle eine Lösung für Sie finden", betonte Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, aus Erfahrungen vergangener Lieferengpässe. Die "ApoApp" sei "nur ein erster kleiner Schritt, auf den viele folgen werden", erläuterte sie zudem zur Digitalisierung im Gesundheitssystem. Aber auch die Apotheken-App wird noch weiterentwickelt. Die Gesundheits-Hotline 1450 bietet ab Februar für jene, die mit Apps nicht so vertraut sind, auch telefonisch Auskunft über die nächstgelegene Apotheke und die Medikamentenverfügbarkeit.
Ab April wird es außerdem für eine Wiener Testaktion des Langzeitblutzuckers möglich sein, dass Anrufende bei 1450 Wien direkt Termine in teilnehmenden Apotheken reservieren können. Danach soll das Buchungsportal österreichweit ausgerollt werden. Zu den dabei verfügbaren Dienstleistungen zählen unter anderem Tests auf Covid oder Influenza, Blutzucker- und Cholesterinmessungen sowie Titerbestimmungen. Die App wird "mit Sicherheit von den Menschen sehr gut angenommen werden", ließ Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) ausrichten, der seine Teilnahme an der Pressekonferenz kurzfristig absagen musste.
"Die 'ApoApp' ist ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung im Gesundheitswesen konkret bei den Menschen ankommt. Sie bringt Orientierung, Sicherheit und Transparenz, vermeidet unnötige Wege und ergänzt den persönlichen Kontakt in der Apotheke sinnvoll. Digitale Anwendungen sollen schließlich Beratungskompetenz stärken, nicht ersetzen", sagte Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ). Auch sie kündigte weitere Digitalisierungsschritte an: Damit aus einzelnen Anwendungen ein verlässliches Gesamtsystem werde, brauche es Vernetzung von der E-Card, über die elektronische Patientenakte ELGA, bis hin zu alltagsnahen Services für die Bevölkerung, sagte Schumann. "Ziel ist die durchgängige, sichere und verständliche Unterstützung entlang der gesamten Versorgung."
Der Pharmagroßhändler Kwizda hatte nach einem Höhepunkt beim Medikamentenmangel vor knapp zwei Jahren eine ähnliche App namens "ApoScout" veröffentlicht und mit der Wiener Apothekerkammer präsentiert. Diese ist weiterhin verfügbar, an die neue App sind jedoch mehr Apotheken österreichweit angeschlossen, unabhängig von ihrem zuliefernden Großhändler, wurde bei der Pressekonferenz am Montag erklärt. Zudem sei mit der Therapieorganisation und dem digitalen Beipackzettel und dem kommenden Buchungsportal mehr integriert als die Medikamentenverfügbarkeit und Standortsuche. Was nicht für die App geplant ist, sei der Einbau einer Online-Apotheke. "Es ist nicht die ureigenste Aufgabe der Apothekerkammer, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln", sagte Mursch-Edlmayr auf Nachfrage dazu. "Aber was die Zukunft bringt, wird man sehen."
(S E R V I C E - "ApoApp" im Google-Store: https://go.apa.at/GYq74ZJJ - "ApoApp" im Apple-Store: https://go.apa.at/5ULiuNiP )
