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Das ballistische Geschoss war nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara in Richtung des türkischen Luftraums unterwegs und durchquerte den Luftraum des Irak. Ein Teil der Abwehrrakete fiel demnach in der Grenzprovinz Hatay auf eine freie Fläche, Verletzte gab es keine.
Wegen des Vorfalls wurde der iranische Botschafter ins türkische Außenministerium zitiert. Man wolle Protest und Besorgnis über eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete übermitteln, die auf den türkischen Luftraum zugesteuert sei, verlautete am Mittwoch aus türkischen Diplomatenkreisen. Das türkische Präsidialamt erklärte im Onlinedienst X, "jede feindselige Handlung" werde im Rahmen des Völkerrechts "angemessen beantwortet" werden.
US-Außenminister Marco Rubio sicherte dem NATO-Partner Unterstützung zu. Angriffe auf das Hoheitsgebiet der Türkei seien inakzeptabel, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums nach einem Telefonat Rubios mit seinem türkischen Kollegen Hakan Fidan.
Dass die NATO zur Konfliktpartei wird, gilt trotz des Raketenbeschusses der Türkei als äußerst unwahrscheinlich. Generalsekretär Mark Rutte hatte am Dienstag in einem Interview des ARD-Studios Brüssel zur Frage nach einer möglichen Bündnisbeteiligung an dem Krieg gesagt, es gebe absolut niemanden, der glaube, dass die NATO daran beteiligt werde.
"Das ist Iran, das ist der Golf, das ist außerhalb des NATO-Gebiets", erklärte er mit Blick auf den Geltungsbereich der Beistandsklausel des Bündnisses. Hinzu kommt, dass alle Mitgliedstaaten einem Bündniseinsatz zustimmen müssten.
Die Türkei verhält sich im Krieg gegen den Iran neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich am Wochenende besorgt über die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran gezeigt und alle Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen. Er warnte, der Nahe Osten könnte zu einem "Feuerring" werden, sollte der Konflikt nicht eingedämmt werden.
In der Türkei sind auch US-Soldaten stationiert. Der wichtigste NATO-Luftwaffenstützpunkt im Land ist in Incirlik in der südtürkischen Provinz Adana. Nach US-Angaben sind dort rund 1.500 Militärangehörige stationiert. Der Stützpunkt gilt als wichtiges Drehkreuz für die NATO in der Region.
This photograph shows a NATO logo as part of an informal meeting of NATO Ministers of Foreign Affairs, at the NEST Convention Center in Antalya on May 14, 2025. Foreign ministers from NATO countries gather in the Turkish coastal city of Antalya where they are expected to discuss ramping up defence spending, hours before the Russia-Ukraine talks are supposed to get underway. (Photo by Ozan KOSE / AFP)






