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"Die Justiz trägt eine besondere Verantwortung dafür, dass alle Personen, denen die Freiheit entzogen ist, unter Achtung der Menschenrechte und Menschenwürde behandelt werden", teilte das Ministerium mit. Der psychisch kranke Insasse der JA Hirtenberg war am 3. Dezember des Vorjahres an Verletzungen gestorben, zu denen es im Vorfeld eines Häftlingstransports gekommen sein dürfte.
Indes warnte der Vorsitzende der Justizwachegewerkschaft, Norbert Dürnberger, vor einer medialen Vorverurteilung der beschuldigten Beamten. Es sei "völlig inakzeptabel, dass auf Basis von Spekulationen die Integrität unserer Kolleginnen und Kollegen massiv beschädigt wird", sagte Dürnberger. Auch das private Umfeld der Beamten sei bereits von den Vorwürfen betroffen. Er forderte vor diesem Hintergrund Sachlichkeit ein. "Ermittlungsergebnisse müssen abgewartet werden, bevor Urteile gefällt werden", so der Gewerkschafter.
Die Gewerkschaft stellte klar, dass die kritisierte Ausrüstung der Einsatzgruppen dem notwendigen Eigenschutz diene und keine "Vermummung" darstelle. In einem Umfeld, in dem Aggressionen gegen Beamtinnen und Beamte massiv zunehmen, sei professionelles Equipment für die Sicherheit des Personals unverzichtbar. "Forderungen nach Sedierungen oder dem Einsatz von Ärztinnen und Ärzten in solchen Akutsituationen verkennen die rechtliche und praktische Realität vor Ort", hieß es zudem erneut.
Dürnberger betonte, dass die Ursachen in den jahrelangen Versäumnissen des Justizministeriums lägen. "Unsere Kolleginnen und Kollegen werden seit Jahren mit einer hochkomplexen Gruppe an psychisch auffälligen Insassinnen und Insassen allein gelassen, für die unser Gefängnissystem nicht ausgelegt ist. Unsere Forderungen nach mehr Plätzen in Psychiatrien oder den Ausbau von Akutstationen wurden bisher nicht gehört", hält Dürnberger fest. "Es fehlt aber auch das Personal, um diese Insassinnen und Insassen sinnvoll zu beschäftigen. Die Verantwortung für systemische Mängel darf jedenfalls nicht auf jene abgewälzt werden, die an vorderster Front ihren Dienst versehen."
Die Justizwachegewerkschaft signalisierte der gesamten Belegschaft in Hirtenberg ihren vollen Rückhalt. Man werde die betroffenen Kollegen im laufenden Verfahren bestmöglich unterstützen, hieß es abschließend.
Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ermittelt in dieser Sache derzeit gegen zwölf Justizwachebeamte wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang unter Ausnützung einer Amtsstellung. Losgelöst von den strafrechtlichen Ermittlungen gibt es zwei Disziplinaranzeigen, die sich gegen zwei weitere Beamte richten. Es handelt sich dabei um Beamte der Führungsebene, die mit der Amtshandlung nicht unmittelbar zu tun hatten. Ihnen werden im Zusammenhang mit ihrer Dienstaufsicht mögliche dienstrechtliche Verfehlungen angelastet. Einer von ihnen ist derzeit vom Dienst suspendiert. Die zwölf strafrechtlich Beschuldigten wurden demgegenüber vorerst nicht außer Dienst gestellt, aber von Einsatz- und Kommandofunktionen abgezogen.
