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Damit könnte Rom Russlands Teilnahme an der Biennale verhindern, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". Der russische Pavillon soll nach mehr als vier Jahren Pause am 9. Mai im Rahmen der 61. Internationalen Kunstausstellung wiedereröffnet werden.
Seit Tagen herrscht ein offenes Kräftemessen zwischen dem italienischen Kulturminister Alessandro Giuli, der sich gegen eine Teilnahme Russlands stellt, und dem Präsidenten der Biennale, Pietrangelo Buttafuoco. "Keine Vorschrift wurde verletzt, und die Sanktionen gegen die Russische Föderation wurden vollständig eingehalten, wie es unsere Pflicht ist", heißt es in einem Begleitschreiben, mit dem die Biennale von Venedig am Dienstag dem Kulturministerium die gesamte angeforderte Dokumentation zum russischen Pavillon übermittelt hat. Giuli hatte die Unterlagen bereits am Freitag "dringend" angefordert.
Seit Dienstag prüfen Fachleute des Kulturministeriums in Rom die Dokumente, um mögliche kritische Punkte zu identifizieren, die eine neue Sanktionsanfrage an die EU rechtfertigen könnten. Ziel ist es zu verhindern, dass Russland trotz der vehementen Proteste aus der Ukraine in Venedig vertreten ist. "Das ist inakzeptabel", hatte die ukrainische Kulturministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Tetjana Bereschna kürzlich in einem vertraulichen Gespräch mit Giuli erklärt.
Der Konflikt zwischen Giuli und Buttafuoco ist inzwischen offen ausgebrochen. Sichtbar wird dies wahrscheinlich auch am Donnerstag in Venedig, wenn in den Giardini der Biennale die Zeremonie zum Abschluss der vom Kulturministerium finanzierten Restaurierung des Zentralpavillons stattfindet. Medienberichten zufolge erwägt Giuli, der Veranstaltung fernzubleiben.
Der Fall sorgt zudem für Spannungen innerhalb der Regierungskoalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini hat erneut klar Position bezogen und Buttafuoco unterstützt. Nach einem Telefonat mit ihm erklärte er: "Die Biennale ist eine autonome Einrichtung. Kultur, Kunst, Musik, Theater und Sport sollen verbinden, nicht ausschließen. Pietrangelo Buttafuoco tut gut daran, die Autonomie der Institution zu verteidigen. Ich mag Zensur nie."



