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Die israelische Armee teilte am Mittwoch mit, sie habe innerhalb von 24 Stunden mehr als 200 Hisbollah-Ziele im südlichen Libanon angegriffen. Getroffen worden seien unter anderem "Terroristen", militärische Infrastruktur und rund 20 Raketenwerfer. Angaben zu möglichen Toten durch die Angriffe machten die israelischen Streitkräfte nicht.
Kurz zuvor hatte die israelische Armee eine neue Evakuierungsaufforderung an die Bevölkerung herausgegeben. "Die Luftangriffe gehen weiter", hieß es darin. Alle Bewohner sollten sich "unverzüglich" in Gebiete nördlich des Flusses Zahrani zurückziehen. Der Fluss liegt rund 40 Kilometer nördlich der Grenze zwischen dem Libanon und Israel.
Die amtliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von zwei israelischen Luftangriffen auf Fahrzeuge im Süden des Libanons. Eine Attacke erfolgte demnach in der Ortschaft Saadiyat, eine weitere auf einer Küstenstraße im nahen Jiyeh. Auch andere Orte im Süden des Landes wurden demnach attackiert. Ein AFP-Journalist berichtete von einem ausgebrannten Lieferwagen, aus dem Rettungskräfte menschliche Überreste bargen.
Die Hisbollah erklärte ihrerseits, Israel mit zehn Raketen angegriffen zu haben. Das israelische Militär bestätigte den Beschuss. Es gab die Zahl der Raketen, die bis zum Vormittag auf israelisches Gebiet abgefeuert worden seien, aber mit 30 an. Die Hisbollah berichtete darüber hinaus von heftigen Kämpfen um die grenznahe Stadt Bint Jbeil.
Dienstagabend hatten die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, sowie der israelische Vertreter in Washington, Yechiel Leiter, Gespräche geführt. Es war das erste Mal seit Jahrzehnten, dass israelische und libanesische Vertreter zu direkten Gesprächen auf politischer Ebene zusammenkamen. US-Angaben zufolge sollen die direkten Verhandlungen, die demnach zu einem "umfassenden Friedensabkommen" führen könnten, weitergehen.
Israel will bei den Gesprächen auch eine Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen. Die libanesische Regierung, die keine Partei in dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons erreichen.
Kurz nach Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran Ende Februar hatte die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel verstärkt. Israel fliegt seitdem massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei den israelischen Attacken wurden den libanesischen Behörden zufolge seitdem mehr als 2.000 Menschen getötet.





