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Bereits in den 24 Stunden bis Sonntagabend seien 140 Luftangriffe auf die Hauptstadt sowie die Mitte und den Westen des Iran geflogen worden, wobei unter anderem Abschussrampen für ballistische Raketen und Lagerstätten getroffen worden seien. Israels Armee teilte mit, die Luftwaffe habe in den vergangenen zwei Tagen in Teheran rund 40 Anlagen für die Herstellung, Forschung und Entwicklung von Waffen angegriffen. Das israelische Militär werde die Rüstungsindustrie der iranischen Führung weiter schwächen, hieß es weiter.
Der Iran und die libanesische Hisbollah-Miliz feuerten am Montagvormittag Raketen auf den Norden Israels ab. Israelischen Medien zufolge wurden dabei zwei Menschen leicht verletzt. Israels Polizei sowie der Rettungsdienst Magen David Adom meldeten Schäden nach Einschlägen. Nach Medienberichten brach infolge der Angriffe in Israels größter Ölraffinerie in Haifa ein Brand aus.
Der Iran bestätigte am Vormittag Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Zuvor hatte es auch mehrfach Raketenalarm im Süden Israels gegeben. Berichte über Opfer gab es dabei zunächst nicht.
Zuletzt gab es aus den USA erneut widersprüchliche Meldungen zur Entwicklung des Krieges. Präsident Donald Trump hatte erklärt, die USA und der Iran hätten sich "direkt und indirekt" getroffen und die neue iranische Führung sei "sehr vernünftig" gewesen. Gleichzeitig trafen weitere US-Truppen in der Region ein. Trump selbst wollte sich nicht festlegen, wie es weitergehen könnte: "Ich denke, wir werden eine Einigung mit ihnen erzielen, da bin ich mir ziemlich sicher", sagte Trump am Sonntagabend in Hinblick auf Kontakte zum Iran. "Aber es ist auch möglich, dass wir es nicht tun", fügte er gegenüber Reportern an Bord seines Regierungsflugzeuges Air Force One hinzu. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Trump am Freitag vorgeworfen, er deeskaliere nicht, sondern sorge für eine weitere Eskalation.
Vergangenen Samstag hatten die mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen im Jemen erklärt, dass sie sich in den Krieg einschalten wollten. Sie feuerten erstmals Raketen auf Israel ab. Nachdem auch die Hisbollah-Miliz aus dem Libanon angegriffen hatte, rückte Israel in den Süden des Landes vor, was für eine weitere Ausweitung des Krieges sorgt.
Bei einem Angriff auf eine Entsalzungsanlage in Kuwait wurden offiziellen Angaben zufolge ein Mensch getötet und ein Gebäude beschädigt. Das Opfer sei indischer Staatsbürger, hieß es in einer Mitteilung des zuständigen kuwaitischen Ministeriums. Auf der Anlage befinde sich zudem ein Kraftwerk.
Kuwait, Saudi-Arabien und Katar verurteilten diesen und weitere Angriffe auf Kuwait als "abscheuliche Attacken" des Iran. Zehn kuwaitische Soldaten seien in einem separaten Angriff auf ein Militärlager verletzt worden, hieß es in einer Stellungnahme der Arabischen Liga. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf einen Militärsprecher, die Angriffe auf die Entsalzungsanlage seien von Israel durchgeführt worden. Dies sei unter dem Vorwand erfolgt, den Iran zu beschuldigen.
Der Iran hat nach eigenen Angaben über Vermittler Nachrichten erhalten, die eine Verhandlungsbereitschaft der USA signalisieren. Die Führung in Teheran halte die US-Vorschläge jedoch für "unrealistisch, unlogisch und übertrieben", erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei.
Die Regierung in Pakistan, die mittlerweile als Vermittler zwischen Teheran und Washington fungieren soll, erklärte, sie bereite sich auf die Ausrichtung "bedeutender Gespräche" in den kommenden Tagen vor. Ziel sei es, den seit dem 28. Februar andauernden Krieg der USA und Israels mit dem Iran zu beenden. Er wirkt sich unter anderem wegen der Sperrung der Straße von Hormuz durch den Iran immer stärker auf die Weltwirtschaft aus. Die Ölpreise stiegen auch am Montag, während die Börsen in Asien hohe Verluste verzeichneten.
Es blieb zunächst unklar, ob die USA und der Iran ihre Teilnahme an den Gesprächen in Pakistan bereits zugesagt hatten. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf beschuldigte die USA, Botschaften über mögliche Verhandlungen zu senden, während sie gleichzeitig eine Bodeninvasion planten. "Solange die Amerikaner die Kapitulation Irans fordern, lautet unsere Antwort: Wir werden Demütigungen niemals hinnehmen", erklärte er.
Der Iran bestätigte unterdessen die Tötung eines wichtigen Marinekommandanten. In einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung berichteten die einflussreichen Revolutionsgarden vom "Märtyrertod" ihres Marinekommandanten, Konteradmiral Alireza Tangsiri. Sie bezeichneten ihn als "Kämpfer auf dem Wege Gottes" und "großen Helden". Er soll infolge schwerer Verletzungen nach einem israelischen Angriff verstorben sein.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Mittwoch erklärt, dass die israelischen Streitkräfte Tangsiri zusammen mit hochrangigen iranischen Marineoffizieren getötet hätten.






