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Israel fordert Bewohner im Südlibanon zu Evakuierungen auf

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Rauch steigt auf nach israelischem Angriff im Süden des Libanon
©Afp, -, APA
Das israelische Militär hat die Bewohner im Südlibanon aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Sie sollten sich mindestens einen Kilometer in offenes Gelände zurückziehen. Das Militär erklärte, es führe Einsätze gegen die Hisbollah durch, nachdem diese gegen das Waffenstillstandsabkommen verstoßen habe. Jeder, der sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern oder -Einrichtungen aufhalte, könnte daher in Gefahr sein.

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Israels Armee beschädigte nach eigenen Angaben bei einem Einsatz gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon ein Gebäude auf einem "religiösen" Gelände. Im Dorf Jarun eingesetzte Soldaten hätten bei der Zerstörung von "terroristischer Infrastruktur" in der Gegend eines der Häuser in "einer religiösen Anlage" beschädigt, teilte der Armeesprecher Avichay Adraee am Samstag auf X mit. Demnach feuerte die Hisbollah von dem Gelände aus mehrere Raketen auf israelisches Gebiet ab.

Adraee zufolge gab es "keine sichtbaren Anzeichen dafür, dass es sich um ein religiöses Gebäude handelte". Sobald eindeutige Erkennungsmerkmale an einem anderen Gebäude auf dem Gelände festgestellt worden seien, hätten die Streitkräfte gehandelt, "um weitere Schäden am Gelände zu verhindern".

Der französischen katholischen Hilfsorganisation L'Oeuvre d'Orient zufolge handelte es sich bei dem Gelände um ein Kloster der Salvatorianerinnen, ein griechisch-katholischer Orden, dem auch die Hilfsorganisation angehört. Die Organisation erklärte, sie verurteile "aufs Schärfste diesen vorsätzlichen Akt der Zerstörung einer Kultstätte sowie den systematischen Abriss von Häusern im Süden des Libanon, der darauf abzielt, die Rückkehr der Zivilbevölkerung zu verhindern".

Das israelische Außenministerium wies die Vorwürfe zurück. Die vom Ministerium als "Kloster" beschriebene Stätte sei nicht zerstört worden, hieß es auf X, sondern "unversehrt und sicher". Dazu wurde das Bild eines zweistöckigen Gebäudes veröffentlicht.

Im Libanon gilt seit dem 17. April eine von US-Präsident Donald Trump verkündete Feuerpause. Israel und die Hisbollah setzten ihre gegenseitigen Angriffe jedoch fort. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel Israels Vernichtung ist, lehnt sowohl die Waffenruhe als auch direkte Gespräche Beiruts mit Israel ab. Dem Waffenruhe-Abkommen zufolge hat Israel das Recht, gegen "geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe" vorzugehen.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei feuerte die von Teheran finanzierte und im Libanon seit Jahrzehnten einflussreiche Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

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