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Über Snapchat können Nutzende private Fotos und Videos hin und her schicken sowie öffentlichen Profilen folgen. Die Kommission befürchtet, dass sich Erwachsene "mit böser Absicht" als Minderjährige ausgeben und dort mit Kindern und Jugendlichen chatten. Sie könnten Betroffene etwa überreden, Nacktfotos zu schicken. Zahlreiche Influencer machen über die Plattform zudem Werbung für ihre Produkte. Die EU-Ermittler vermuten, dass Minderjährige auf diese Weise Informationen zum Kauf von Drogen oder von Produkten mit einer Altersbeschränkung bekommen, etwa E-Zigaretten und Alkohol.
Die EU-Kommission wirft Snapchat außerdem vor, das eigene Mindestalter für die Nutzung nicht konsequent durchzusetzen. Die App ist laut Nutzungsbedingungen ab 13 Jahren erlaubt, bei der Anmeldung müssen Nutzende aber lediglich ein Geburtsdatum angeben. In den Ermittlungen geht es außerdem um Privatsphäre-Einstellungen für Minderjährige und Push-Benachrichtigungen, die nach Einschätzung aus Brüssel die Suchtgefahr fördern.
"Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Snapchatter haben oberste Priorität", teilte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag mit. Snapchat sei nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, die hohen Sicherheitsstandards des DSA zu erfüllen" und werde im Laufe der Ermittlungen mit der Kommission zusammenarbeiten, erklärte sie weiter. Die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) dürften einige Monate dauern. Bestätigen sich die Vorwürfe, kann die Kommission eine Geldstrafe gegen Snapchat verhängen.
Auch vier großen Pornoseiten drohen Strafzahlungen in der Europäischen Union. Die EU-Kommission stellte bei diesen Mängel beim Jugendschutz fest. Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos nähmen in Kauf, dass durch eine lasche Altersüberprüfung auch Minderjährige ihre Inhalte sehen können, teilte die Kommission mit.
"Kinder greifen in immer jüngerem Alter auf Inhalte für Erwachsene zu, und diese Plattformen müssen strenge, datenschutzkonforme und wirksame Maßnahmen ergreifen, um Minderjährige von ihren Diensten fernzuhalten", forderte die zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Henna Virkkunen.
Die Europäische Union hat eine App zur Altersüberprüfung entwickelt, die aber erst Anfang 2027 eingeführt werden soll. Sie soll es möglich machen, online das eigene Alter nachzuweisen, ohne die persönlichen Daten mit den Plattformen zu teilen. Bisher müssten die Seiten auf andere Lösungen zurückgreifen, die gleichzeitig mit europäischem Datenschutz vereinbar sind.






