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Bundesweites Aktionsprogramm soll Naturgefahren managen

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Minister Totschnig und LH Mattle stellten das Naturgefahren-Sytsem vor
©APA, MARKUS STEGMAYR
Das Landwirtschaftsministerium startet mit Beginn 2026 mit einem bundesweiten Aktionsprogramm zum besseren und einheitlicheren Management von Naturgefahren. Herzstück wird ein österreichweit ausgerolltes Geo-Monitoringsystem mit einem Kompetenzzentrum mit Sitz in Innsbruck sein. Dieses soll helfen, Naturereignisse wie etwa Felsstürze oder Muren besser zu analysieren und womöglich vorherzusagen, hieß es von Seiten der Verantwortlichen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

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"Das Programm ist auf fünf Jahre angelegt und wird aus bestehenden Bundesmitteln finanziert", sagte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) bei dem Pressegespräch am Innsbrucker Patscherkofel. Derzeit investiere die schwarz-rote Bundesregierung bereits jährlich insgesamt rund 215 Millionen Euro in den Bereich rund um Naturgefahren, erklärte Totschnig weiters.

Das nunmehrige Aktionsprogramm werde in den nächsten fünf Jahren aus ebenjenem Budget getragen. "Natürlich werden wir aber unterwegs evaluieren und nach den fünf Jahren auch schauen, wie es weitergeht." Dass es weitergeht, stehe dabei nicht zur Debatte: "Der Klimawandel und damit verbundene Naturgefahren hören in fünf Jahren nicht auf." Neue Strukturen brauche es dazu nicht, das Kompetenzzentrum, das bei dem Programm eine leitende Funktion einnehmen werde, klinke sich in ein bereits bestehendes Umfeld ein.

Angesichts zunehmend vorherrschender "Massenbewegungen" setze man nunmehr mit dem Programm "erstmals für Österreich ein flächendeckendes System auf", betonte der Landwirtschaftsminister. Es gehe darum, Naturgefahren - wie etwa Felsstürze oder Muren - "richtig zu erfassen", um die einheitliche "Aufbereitung der Daten", um eine "Risikobewertung", im Anschluss auch um eine Beobachtung und schließlich um Vorsorgemaßnahmen.

Entscheid sei, dass "landschaftliche Veränderungen möglichst früh erkannt werden", führte der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) aus. "Wenn man daraus resultierende Gefahren früh genug erkennt, lassen sich auch gezieltere und schnellere Maßnahmen setzen." Es gehe bei dem Programm aber auch darum zu schauen, "wie man Ereignisse und Veränderungen kommuniziert" und etwa bereits vorhandene Daten richtig bündelt.

Mit welchen Daten man genau umgeht, schilderte Michael Mölk, Leiter des Fachzentrums Geologie beim forsttechnischen Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung in Innsbruck. "Wir bekommen beispielsweise Satellitendaten über die europäische Weltraumorganisation ESA." Diese gelte es zu "prozessieren" und sich damit "kleine Bereiche" mit "kleinen Zeitabschnitten" anzusehen. So ließen sich "Brennpunkte und Hotspots" identifizieren. Auch gebe es ein "Ampelsystem", das Gefahren bewertet.

Das nunmehr aufgesetzte System solle dabei unterstützen, wissenschaftlich vorhersagen zu können, wann und unter welchen Bedingungen es beispielsweise zu Hangrutschungen oder ähnlichen Ereignissen kommt, führte Margreth Keiler von der Universität Innsbruck und der Akademie der Wissenschaften aus. Durch das Monitoring stünden wichtige Informationen zur Verfügung, um "nächste Schritte" zielgerichtet und zeitgerecht setzen zu können. Auch die Frage, wann der nächste Felssturz ansteht, lasse sich mit dem Programm künftig besser beantworten.

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